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Das Edelmetall hebt ab

Es ist Kaufstimmung am Markt. Gut, dass wir die vergangenen Wochen zum Positionsaufbau nutzten.

Gekauft werden nicht nur durch die Bank weg Aktien, sondern auch Edelmetalle. So zeigt Gold heute mit +1,7 % den größten Tagesgewinn seit mehr als einem Monat.

Noch viel besser läuft es aber beim Platin. Dessen Preis stieg heute mehr als doppelt so stark, nämlich um 3,47 %. Das ist der größte Tagesgewinn seit Anfang Dezember 2015.

Die charttechnisch und psychologisch wichtige Marke von 1.000 Dollar wurde heute überschritten. Gelingt es dem silbrig glänzenden Metall endlich, sich oberhalb von 1.000 Dollar zu etablieren, wäre das sehr gut für uns.

Platin

Der Platinpreis befindet sich noch im langjährigen Abwärtstrend. Aber der 2014er Abwärtstrend ist durchbrochen, ebenso der Widerstand bei 1.000 Dollar. Jetzt kann es aufwärts gehen bis 1.200 Dollar!

Von Nachfrageseite aus sieht es für Platin gut aus. Im 4. Quartal 2015 stieg die industrielle Nachfrage um 4 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Automobilsektor forderte sogar 5 % mehr ab als vor einem Jahr. Dagegen sank die Nachfrage der Schmuckindustrie um 4 % gegenüber dem Vorjahr.

Geradezu explodiert ist im Jahr 2015 die Investmentnachfrage. 260.000 Unzen wurden von Investoren in physischer Form gekauft. 2014 waren es nur 110.000 Unzen. Die steigende Nachfrage bewog denn auch die Münze Österreich, den beliebten Philharmoniker erstmals nicht nur in Gold und Silber auszuprägen, sondern auch in Platin.

Das Minen- und Recycling-Angebot steigt, ist aber kleiner als die Nachfrage

Der Preis stieg nur deshalb nicht an, weil das Angebot um 8 % zulegte. Wichtig ist: Diese Angebotssteigerung dürfte ihr Ende gefunden haben. Sie beruhte vor allem darauf, dass die südafrikanischen Minen endlich wieder ihren Output auf das Niveau von Anfang 2014 heben konnten.

Damals begannen monatelange Streiks, die zur Schließung wichtiger Minen führten. Dieser Rückschlag konnte erst 18 Monate später aufgeholt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass das Angebot der Minen auch 2016 erhöht werden kann.

Beim Recycling wird aber mit einem Angebotsanstieg gerechnet. Das ist einfache Mathematik kombiniert mit ein wenig Statistik. Fast 50 % des nachgefragten Platins wird in Autokatalysatoren verwendet. Man kennt die typische Nutzungsdauer eines Fahrzeugs, die Zulassungszahlen der Vergangenheit und kann sehr genau berechnen, wann wie viele Fahrzeuge verschrottet werden.

Gäbe es nur Minen und Recyclingbetriebe, befände sich der Platinmarkt in einem Angebotsdefizit. Angebotsdefizite werden mit steigenden Preisen ausgeglichen. Es gibt aber auch noch Lagerbestände, die rund 25% der Jahresnachfrage abdecken.

Diese Lagerbestände schrumpfen rapide. Ende 2016 werden die Bestände in nur vier Jahren um 36% geschrumpft sein. Es wird also in absehbarer Zeit keine Lagerreserven mehr geben, mit denen Angebotslücken geschlossen werden können.

Spätestens dann geht der Preis durch die Decke. Das wird noch nicht 2016 und auch nicht 2017 sein. Wenn Sie einen langfristigen Anlage-Horizont haben, kann es sich jedoch lohnen, den einen oder anderen Platin-Barren oder Platinmünzen in den Safe zu legen.

Die Zeit wird kommen, in der das für die Industrie so wichtige, katalytisch wirksame Metall stärker nachgefragt wird, als die Minenindustrie liefern kann.

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Über den Autor Stefan Schneider

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