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Arten von Handelsinstrumenten: Futures

Angenommen, Sie interessieren sich für ein Investment in einem börsengehandelten Unternehmen. Der einfachste Weg ist dann sicherlich, die Aktie direkt zu kaufen. Gerade bei kleinen Unternehmen gibt es gar keine andere Möglichkeit, da andere Handelsinstrumente entweder nicht existieren oder schlichtweg viel zu teuer sind.

Außerdem haben Sie bei einem Direktinvestment einen echten Sachwert in der Hand, Sie sind an Dividendenzahlungen direkt beteiligt und haben die Möglichkeit zum Besuch einer Hauptversammlung. In meinem Börsendienst DAX Profits handeln wir gerade bei sehr volatilen Titeln gern die Aktien direkt und ohne „Umwege“.

Bei etwas trägen Titeln wird Ihnen das Kurspotenzial einer Aktie aber häufig nicht genügen. Bei einem Index ist es gar nicht möglich (es sei denn über einen ETF). Und Sie möchten ja vielleicht nicht immer auf steigende, sondern auch mal auf fallende Kurse setzen? Sie haben dann folgende Möglichkeiten, in den gewünschten Basiswert (Aktie, Index, Rohstoff, Währungsverhältnis etc.) zu investieren:

  • Zertifikate (mit oder ohne Hebel, Discount etc.; begrenzte oder unbegrenzte Laufzeit)
  • Optionsscheine
  • CFD`s (Contracts for Difference)
  • Futures

Ein Future (auch (Börsen-) Terminkontrakt) ist ein verbindlicher Börsenvertrag (Kontrakt) zwischen zwei Parteien, der durch die verpflichtende Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer), ggf. auch durch finanziellen Ausgleich, charakterisiert ist.

Future als verbindlicher Börsenvertrag

Das ist auch gleichzeitig ein Nachteil gegenüber den Optionen: Futures verpflichten beide Kontraktpartner zur Erfüllung, Optionen sind ein Wahlrecht. Dadurch muss der Käufer eines Futures bei Entwicklungen des Marktes entgegen seiner Kalkulation entsprechende Nachzahlungen leisten.

Ein Future ist gekennzeichnet durch

  • einen genau bestimmten Vertragsgegenstandes (Basiswert)
  • in einer bestimmten Menge (Kontraktgröße) und Qualität
  • zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
  • zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis.

Dies ermöglicht einen transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang. Dabei müssen beide Vertragspartner eine Vorschusszahlung (Sicherheitsleistung) zahlen. Sie beträgt nur einen Bruchteil des Kontraktwertes – häufig zwischen 0,1 und 6 Prozent des Kontraktwertes – und kann je nach vorherrschender Volatilität nach oben oder unten korrigiert werden. Der Betrag wird vorab auf ein Margin-Konto eingezahlt.

Da nur ein Bruchteil des Wertes als Einsatz nötig ist, um einen Futures-Kontrakt zu eröffnen, kommt eine sehr attraktive Hebelwirkung zustande. Die freilich auch fürchterlich nach hinten losgehen kann, wenn der Trade deutlich in die „falsche“ Richtung läuft.

In diesem Fall kommt es zu sogenannten Margin Call (Aufruf zur Sicherheitsleistung), also zu einem Warnhinweis, der von einem Broker an einen Händler/Anleger übermittelt wird. Zu dieser Warnung kommt es, wenn die Gefahr droht, dass mit einer offenen Handelsposition die Margin (Vorschusszahlung) unterschritten wird.

Kommt der Händler dem Aufruf zur erneuten Hinterlegung einer Sicherheitsleistung nicht nach, dann wird die Handelsposition automatisch geschlossen. Würde da nicht geschehen, können sich theoretisch Verluste in unbegrenzter Höhe bei dem betroffenen Händler auftürmen.

Future: Ein Beispiel

Malte P. kauft einen Euro-Bund-Future zu einem Nennwert von 500.000 Euro. Als Sicherheitsleistung muss er die „Initial Margin“ in Höhe von 500 Euro (=0,1%) zahlen. Steigt nun der Wert des Titels zum Laufzeitende um 4%, erhält er 20.000 Euro für einen ursprünglichen Einsatz von 500 Euro ausbezahlt.

Fällt hingegen der Wert um beispielsweise 3%, muss er 15.000 Euro nachzahlen, da die Clearingstelle den Rest durch Veräußerung des Titels mit dem Restwert von 485.000 Euro einfordern kann. Aus 500 € schnell mal 20.000 € zu machen, klingt gut.

Aber wenn daraus 15.000 € Verlust werden, und da reicht ein Fehltrade, ist das Ende des Depots schnell erreicht. Futures sind etwas für Profis mit absolut striktem Risikomanagement. Ich persönlich verwende keine Handelsinstrumente, bei denen ich mehr als mein eingesetztes Kapital verlieren kann. Das gilt auch für CFD`s, die zurzeit stark im Kommen sind. Aber dazu morgen mehr.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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