Rohstoffe
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Rohstoff IndexAls Kennzahl über die Entwicklung auf dem Rohstoffmarkt stellt ein Rohstoffindex Preis- und Wertänderungen verschiedener Rohstoffe in komprimierter Form dar.
Rohstoffindex - Grundlage für Rohstoff-Investitionen und den Derivate-Handel
Der Rohstoffmarkt ist ein sehr heterogener Handelsmarkt mit vielen Einflussfaktoren. Die Darstellung der Marktentwicklung ist daher nur begrenzt mit einem einzigen Rohstoffindex möglich. Aus diesem Grund haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche Indizes herausgebildet, die jeweils einen Teilmarkt des weltweiten Rohstoffhandels darstellen.
Die Beachtung der Indizes ist für Anleger in Rohstoffen hilfreich, da sie den allgemeinen Preistrend am breiten Rohstoffmarkt abbilden. Weil ein Rohstoffindex gleichzeitig die Basis für verschiedene Derivate darstellt, kommt seiner Zusammensetzung ebenfalls eine besondere Bedeutung zu. Übergeordnete Beachtung findet der Thomson Reuters/Jefferies CRB Index aus dem Jahr 1957. Dieser traditionsreiche Index wurde 2005 an moderne Berechnungsmethoden angepasst. In seiner ursprünglichen Form läuft er heute als Continuous Commodity Index oder CCI weiter. Weitere bedeutende Rohstoffindizes sind
- der Dow Jones-UBS Commodity Index
- der S&P GSCI
- der Rogers International Commodity Index.
Rohstoffindizes – verschiedene Berechnungsmethoden
Die Berechnung von Rohstoffindizes erfolgt auf Basis sogenannter Futures. Das sind standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte, die Laufzeiten von einem Monat bis zu mehreren Jahren haben. Zur Berechnung eines Rohstoffindex wird jeweils der kürzeste Future herangezogen. Kurz vor Fälligkeit dieses Futures muss auf den nächsten Future umgestellt, man sagt auch „gerollt“, werden. Liegt der Preis für den nächsten Kontrakt unter dem auslaufenden Kontrakt, entstehen Rollgewinne, umgekehrt kommt es zu Rollverlusten. Die Behandlung dieser Rollerträge ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Indexvarianten.
Bei einem Spot-Return-Index wird hierfür kein Ausgleich vorgenommen.
Bei dem Excess Return Index wird tatsächlich in den nächsten Future gerollt. Hierzu muss zur Indexberechnung ein wertneutraler Verkettungsfaktor ermittelt werden. Damit wird eine Entwicklung abgebildet, die sich tatsächlich ergäbe, wenn ein Anleger den auslaufenden Kontrakt verkaufen und den nächsten Future kaufen würde. Da diese Strategie im Gegensatz zur Methodik des Spot-Return-Index an der Börse umgesetzt werden kann, man sagt auch replizierbar ist, fungieren die Excess-Return-Indizes als Grundlade für Finanzprodukte wie z. B. Zertifikate.
Als dritte Variante gibt es den Total Return Index. Bei einem Future-Investment muss nicht sofort der volle Kontraktwert, sondern zunächst nur eine Sicherheitsleistung (Margin) gezahlt werden, der Rest des Kapitals kann unterdessen verzinslich angelegt werden. Der theoretisch erzielbare Zinsertrag (Collateral Return) geht ebenfalls in Berechnung des Total Return Index mit ein, die Rollerträge werden wie beim Excess Return Index behandelt.
Neben den unterschiedlichen Berechnungsmethoden sind weitere Merkmale eines Rohstoffindex wichtig zur Beurteilung seiner repräsentativen Darstellung. Dazu zählen:
- die Anzahl der Rohstoffe und ihre Gewichtung
- die Auswahlkriterien für die Aufnahme von Rohstoffen in den Rohstoffindex
- die Art der Terminkontrakte für jeden enthaltenen Rohstoff
- die Rollierung der Terminkontrakte und
- die periodische Anpassung der Gewichte der Basiswerte
Problematik der Vergleichbarkeit von Rohstoffindizes
Da nicht jeder Rohstoffindex dieselben Merkmale verwendet, ist eine Vergleichbarkeit meist schwierig. Ein Rohstoffindex mit sechs Rohstoffen stellt den Markt anders dar, als ein großer Rohstoffindex, in dem mehr als 40 Werte berücksichtigt werden. Hinzu kommt, dass nicht jeder Rohstoff gleich gewichtet wird. Die jeweiligen Indexanbieter können die Gewichtungskriterien grundsätzlich frei bestimmen. Zumeist orientieren sich die Anbieter an den jeweiligen Anteilen der Weltproduktion und des Verbrauchs. Einige Indizes berücksichtigen die Rohstoffe in enger begrenzten Anteilen, als andere. Ein weiterer Einflussfaktor auf die Aussagekraft eines Rohstoffindex ist die Neubewertung, das sogenannte Rebalancing. Die meisten Indizes werden jährlich neu gewichtet, wobei unterschiedliche Verfahren angewendet werden.
Renditequellen der Rohstoffanlage
Die Rendite bei einer Anlage in Rohstoffen setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
- Spotrenditen
- Rollerträge
- Collateral Returns.
Unter der Spotrendite wird die Preisveränderung des jeweiligen Rohstoffes an der Börse verstanden. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil sind die Rollerträge. Ob es beim Wechsel der Future-Kontrakte zu Gewinnen oder Verlusten kommt, hängt von der Beschaffenheit sog. Terminkurve ab. Sind zeitnahe Kontrakte teurer als längerfristige, spricht man von Backwardation, beim Wechsel auf den nächsten Kontrakt entstehen Rollgewinne.
Beim Contango liegen die zeitnahen Kontrakte unter den längerfristigen, so dass beim Rollen Verluste entstehen. Dritte Renditekomponente der Rohstoffanlage ist das Colletaral Yield. Hierbei handelt es sich im die Zinsen, die mit dem Kapital erzielt werden, welches nach der Sicherheitsleistung noch verbleibt.
Warum Rohstoff Indizes?
Rohstoff Indizes sind Indikatoren für die zukünftige Kostenentwicklung in der Industrie. Mithilfe der Rohstoff Indizes können inflationäre Entwicklungen erkannt werden. Eine Trendwende am Rohstoffmarkt ist zudem ein verlässlicher Frühindikator für die Entwicklung am Rentenmarkt.
Tendenziell haben Rohstoffe gegenüber Anleihen regelmäßig einen Vorlauf von drei bis sechs Monaten. Darüber hinaus besteht zwischen den Anleihezinsen und den Preisen für Rohstoffe eine zeitlich enge Verbindung. Auch der US-Dollar besitzt eine enge Korrelation zu Rohstoff Indizes. Fällt der Kurs des US-Dollars, kommt diese Entwicklung inflationären Tendenzen gleich und geht einher mit steigenden Rohstoffpreisen, was insbesondere für Agrarrohstoffe und den Ölpreis zutrifft.
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