Positiver US-Arbeitsmarkt erfreut die Börsen

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Es ist jeden Monat das gleiche Ritual: An einem bestimmten Freitag werden um 14.30 Uhr die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht und anschließend springen die Märkte wie wild hin und her. Wobei die Daten dann oft die Richtung für die nächsten Tage und Wochen vorgeben. Wie sind sie diesmal ausgefallen?

Positiver US-Arbeitsmarkt erfreut die Börsen

Nun, die Zahl der neuen Stellen blieb im Februar auf einem hohen Niveau und lag deutlich über den Erwartungen. Das ist klar positiv im Hinblick auf den Zustand der US-Konjunktur zu werten.

So wurden außerhalb der Landwirtschaft im Februar netto und saisonbereinigt 275.000 neue Stellen geschaffen, während die Markterwartungen bei nur 198.000 neuen Stellen lagen.

…doch es gibt auch einige Schönheitsfehler

Wermutstropfen: Die sehr stark ausgefallenen Daten der beiden Vormonate Januar und Dezember wurden deutlich nach unten revidiert (Januar nur 229.000 neue Stellen statt ursprünglich 353.000, für Dezember ging es von 330.000 auf 290.000 nach unten).

Nächster Schönheitsfehler: die Arbeitslosenquote stieg überraschend an, nämlich von 3,7 % im Januar auf 3,9 % im Februar. Erwartet wurde eine konstante Rate von 3,7 %. Alles über 4 $ könnte langfristig kritisch werden.

Und noch eine gute Nachricht für die Börsen: Die durchschnittlichen Stundenlöhne, die wegen der hohen Inflation stark beachtet werden, legten um 0,1 % gegenüber dem Vormonat zu. Sie bleiben damit unter den Erwartungen von +0,2 %, nach einem sehr starken Anstieg von revidiert 0,5 % (zunächst: 0,6 %) im Januar. Hier stimmt der erhoffte Trend in Richtung einer schwächeren Lohninflation also.

Marktreaktionen durchweg positiv – das allein zählt!

Es ist völlig egal, wie ich oder wie andere Analysten die Daten werten. Entscheidend ist einzig und allein, wie der Markt auf die Daten reagiert. Und das war ausnahmslos positiv!

Offenbar gefiel vor allem dem US-Aktienmarkt die Mischung aus leichter Abkühlung beim Stellenaufbau und ebenfalls Abkühlung bei der Lohninflation. Denn hier könnte man eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed herbeifantasieren, ohne dass es gleich in Richtung Abschwung oder gar Rezession geht.

Aktien und Gold steigen nach Arbeitsmarktbericht

Kurzum: die US-Zinsen gaben nach der Veröffentlichung der Daten nach, der Dollar ebenfalls, doch US-Aktien und Gold stiegen deutlich. Die Marktreaktion dürfte also ganz nach dem Geschmack der meisten Anleger gewesen sein.