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Salzgitter – Rekordgewinn und niedrige Bewertung sind Anlegern schnuppe

Inhaltsverzeichnis

So viel hat Salzgitter noch nie in einem Quartal verdient. In den ersten drei Monaten 2022 hat der Stahlkonzern mit gut 465 Millionen Euro seinen Gewinn vor Steuern mehr als vervierfacht. Na und, meinen Anleger.

Ergebnis je Aktie explodiert

Das Ergebnis je Aktie schnellte von 1,38 Euro auf 6,80 Euro nach oben. Obwohl das Management auch für den restlichen Jahresverlauf zuversichtlich ist, bewegt das den Kurs kaum. Das starke Quartalsergebnis ist laut dem Management vor allem den auf Rekordhöhen gekletterten Preisen für Walzstahl zu verdanken. Das drückt sich auch im Umsatz aus. Er konnte um 60 % auf 3,35 Milliarden Euro gesteigert werden,  obwohl die Rohstahlerzeugung nur um gut 4 % über dem Wert des ersten Quartals 2021 lag.

Investitionen in „grünen Stahl“

Die hohen Erträge, zu denen die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis mit 62 Millionen Euro beitrug, geben dem Konzern viel Spielraum für Investitionen, unter anderem für eine flexibel mit Wasserstoff und Erdgas betriebene Direktreduktionsanlage. Salzgitter möchte bei der Erzeugung und Verarbeitung von „grünem Stahl“ eine Vorreiterrolle einnehmen.

Unternehmenschef Gunnar Groebler bestätigte bei der Vorlage der Zahlen die bereits Ende April angekündigte Prognoseanhebung für das Gesamtjahr 2022. Der Gewinn vor Steuern soll sich nun im Bereich von 750 bis 900 Millionen Euro bewegen. Der alte Ausblick hatte noch 600 bis 750 Millionen Euro betragen. Zum Vergleich: Im hervorragenden Geschäftsjahr 2021 hatte Salzgitter ein Vorsteuerergebnis von 706 Millionen Euro erzielt. Das laufende Jahr soll also nochmals eine deutliche Steigerung bringen.

Das bedeutet, dass die Aktie des SDAX-Werts extrem billig ist, wenn sie am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gemessen wird. Das Ergebnis je Aktie würde dann die 10,74 Euro des Vorjahrs deutlich übersteigen. Die Analystenschätzungen bewegen sich im Bereich zwischen 13 und 14 Euro. Bei einem leicht auf rund 35 Euro gefallenen Kurs bedeutet dies ein KGV von lediglich 2,5 bis 2,7. Salzgitter reiht sich damit bei den anderen Stahlherstellern wie ArcelorMittal ein, die ebenfalls mit sehr niedrigen Bewertungen glänzen.

Analysten erwarten deutlich höhere Kurse

Dass die Anleger den Rekordgewinn und das niedrige KGV von Salzgitter und seinen Konkurrenten nicht mehr honorieren, hängt vor allem damit zusammen, dass sie die aktuell sehr hohen Stahlpreise nicht für dauerhaft halten. Hinzu kommt, dass die Angst vor einem Konjunkturabschwung die Kaufbereitschaft bremst. Denn Stahlwerte gehören nun einmal zu den besonders zyklischen Aktien. Dennoch trauen die Banken dem Kurs noch einiges zu: Die letzten vier Analysen weisen Kursziele zwischen 44 und 54 Euro auf.