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Linde: Verlässt der DAX-Riese den Deutschen Leitindex?

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Gestern Abend ging es nachbörslich mit dem Kurs der Aktie des DAX-Schwergewichts Linde deutlich bergab. Notierten die Anteilsscheine im gestrigen Handel zeitweise noch bei knapp 299 Euro und damit auf dem höchsten Stand seit August dieses Jahres, sind sie heute noch rund 275,60 Euro (Stand 12:20 Uhr) wert.

Der Grund:

Linde will dem Börsenplatz Frankfurt den Rücken kehren…

…Bedeutet, dass Linde automatisch auch seinen Platz im DAX verlassen müsste. Das kam am Markt gar nicht gut an.

Wir sind sehr stolz auf unsere reiche Geschichte und unsere starke Präsenz auf der ganzen Welt, einschließlich der deutschen Tradition“, so Linde-Chef Sanjiv Lamba.

Seitens Erachtens nach, habe die Struktur der doppelten Börsennotierung dem Industriegashersteller zwar von Beginn an gute Dienste geleistet, doch habe sie die Bewertung der Linde-Aktien durch die europäischen Beschränkungen sowie die zusätzliche Komplexität insgesamt eingeschränkt.

„Keine Auswirkungen auf das Unternehmen“

Ein Delisting an der Frankfurter Börse habe außerdem keinerlei Auswirkungen auf die Unternehmensorganisation, die Mitarbeiter, auf die Kunden oder das Engagement in den Regionen, in welchen Linde plc tätig sei. Dazu gehöre auch Deutschland als weiterhin sehr wichtiger Markt für Linde.

Lambert versicherte, der Weggang von der Frankfurter Börse reduziere bloß die Zahl der Börsenplätze, an denen das Wertpapier gehandelt werde.

DAX würde sein wertvollstes Mitglied verlieren

Da Linde derzeit nach Marktkapitalisierung (ca. 138 Mrd. Euro) der wertvollste Konzern des deutschen Leitindex ist, ginge das natürlich nicht spurlos am DAX vorüber.

Laut Verwaltungsrat wolle Linde seinen Aktionären den Rückzug von der Frankfurter Börse vorschlagen. Anschließend soll der Konzern in Linde umgetauft werden.

Analysten sahen das ganze in ersten Reaktionen scheinbar nicht so dramatisch, wie Anleger, die den Verkaufsknopf drückten. John Roberts beispielsweise von der Schweizer Großbank Credit Suisse geht indes nur von vorübergehendem Verkaufsdruck aus.

Was bedeutet das für Sie als Anleger?

Prinzipiell ändert das Vorhaben des weltgrößten Industriegasproduzenten grundsätzlich erst einmal rein gar nichts an den fantastischen Aussichten und dessen Geschäfte. Die Aktie hält sich seit Jahresanfang deutlich stabiler im Schnitt als der Gesamtmarkt.

Der Aktienkurs kann aber vorübergehend belastet werden. Denn es kann und wird womöglich zu entsprechenden Umschichten u.a. seitens Fondsmanager kommen. Und es kann sein, dass Investoren, die nicht im US-Markt engagiert sind, die Papiere verkaufen werden.

Aktionäre von Linde plc sollen nach der Umsetzung dieses Schrittes und der Umfirmierung für je eine Aktie ein Papier des „neuen“ Unternehmens erhalten, welches an der New Yorker Börse notiert werden.