Linde-Aktie: Absicherung für Ihr Depot – die Hintergründe

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Linde-Aktie: Absicherung für Ihr Depot – die Hintergründe
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Bestimmt erinnern Sie sich: Im Frühjahr hatte der deutsch-amerikanische Gasespezialist Linde den hiesigen Leitindex Dax verlassen und damit für Furore gesorgt. Nun steht der Traditionskonzern abermals im Fokus der Börse.

So liefen die Geschäfte von Linde in Q3 2023

Denn: Linde hat vor wenigen Tagen im Rahmen der Quartalspräsentation abermals seine Gewinnprognose nach oben geschraubt. Das Zahlenwerk zum dritten Quartal 2023 selbst fiel indes eher gemischt aus. In den drei Monaten bis Ende September krachte der Umsatz des weltgrößten Industriegasekonzerns wechselkursbedingt um 7 Prozent auf 8,16 Milliarden Dollar ein. Der Absatz der Linde-Produkte sank gleichzeitig um 2 Prozent.

Hintergrund: Die Industriegase von Linde kommen in etlichen Branchen zum Einsatz. Die Gase helfen unter anderem beim Einfrieren, Kühlen und Verpacken von Lebensmitteln, bei der Beschichtung von Flugzeugturbinen, bei der Extraktion von Metallen im Bergbauprozess, bei der Papierherstellung, in der Medizin bei der Versorgung mit Sauerstoff und der Anästhesie sowie bei der Produktion von Elektronikprodukten wie Flachbildschirmen.

Im dritten Quartal sanken die Umsätze in den Bereichen Elektronik und Metalle – bedingt vor allem durch eine leicht schwächere Nachfrage infolge der Konjunkturprobleme. Im Medizin- und Lebensmittelbereich ging es hingegen aufwärts. Den größten Absatzrückgang (-4 %) meldete Linde indes für den Wirtschaftsraum EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika), während das Verkaufsvolumen in Amerika nur um 2 Prozent rückläufig war und in Asien-Pazifik stabil blieb.

Linde glänzt mit starker Profitabilität

Dennoch: Trotz der Belastungsfaktoren zeigte sich der Konzern stark profitabel. Der bereinigte Nettogewinn stieg in Q3 um 15 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar. Damit übertraf Linde nicht nur die eigene Prognose, sondern auch den Ausblick der meisten Analysten. Der Gasespezialist hat hier von zwei Faktoren profitiert.

Erstens: Linde konnte zwischen Juli und Ende September deutlich höhere Preise durchsetzen – in der Region EMEA stieg das Preisniveau um 6 und in Amerika um 5 Prozent. Zweitens: Der Traditionskonzern hat in den letzten Monaten massiv an der eigenen Kosteneffizienz gearbeitet. Die Umsatzkosten fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,3 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge stieg im Vergleich zu Q2 2022 um 5,5 Prozentpunkte auf 28,3 Prozent. Linde hat damit in jedem Quartal des laufenden Jahres seine operative Profitabilität verbessert.

Entsprechend optimistisch blickt der Konzern in die Zukunft. Das Management erhöhte nun die EPS-Prognose auf eine Spanne zwischen 14,00 bis 14,10 Dollar. Zuvor hatte Linde beim Gewinn pro Aktie noch 13,80 bis 14,00 Dollar in Aussicht gestellt. Der Gasegigant schraubte somit bereits das dritte Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose nach oben.

Fantasie ist da: Energiewende und grüner Wasserstoff

Erhebliches Wachstumspotenzial sieht das Management indes im Bereich Energiewende. So können Kunden von Linde über die Nutzung von spezialisierten Industriegasen ihre Betriebseffizienz steigern – etwa indem der Verbrauch von Erdgas reduziert wird. Der wichtigste Fantasiebringer der Linde-Aktie ist aber der grüne Wasserstoff.

Der Konzern ist seit etlichen Jahren einer der wichtigsten Wasserstoff-Player der Welt. Linde verfügt über das Know-how zur Herstellung des Energieträgers sowie ein umfangreiches Netz an Pipelines, Terminals und Tankstellen. Bislang hat das Unternehmen den Wasserstoff vor allem aus Erdgas produziert (grauer und blauer Wasserstoff). Künftig will Linde den Schwerpunkt aber auf den grünen Wasserstoff legen, der per Öko-Strom erzeugt wird und erhebliche Klimavorteile bewirken soll.

In Deutschland etwa forciert Linde unter anderem einen Produktionsstandort für grünen Wasserstoff in Leuna – in Kooperation mit dem Elektrolyse-Spezialisten ITM Power. Hinzu kommen weitere Projekte in Europa, aber auch im Nahen Osten (z.B. Katar) und Fernost (z.B. Taiwan und China).

Linde-Aktie: Mein Fazit für Sie

Linde hat es erneut geschafft, trotz der gravierenden makroökonomischen Probleme ein solides Zahlenwerk abzuliefern. Dass das Management die Gewinnprognose nun nach oben geschraubt hat, verdeutlicht abermals die Stärke dieser Aktie.

Im Folgenden sehen Sie Gewinn- und Umsatzentwicklung von Linde bis zurück zum Jahr 2008:

Deutlich zu sehen ist die sehr stabile Gewinnmarge des Unternehmens – sowie die Umsatz- und Ergebnissprünge der letzten Jahre. Der Grund hierfür ist relativ einfach: Linde ist einer von sehr wenigen international relevanten Gasekonzernen. Die Industrie ist somit massiv abhängig von dessen Produkten. Das verschafft Linde eine starke Nachfrage und nicht zuletzt eine lukrative Preissetzungsmacht. Und eben diese Stärke will der Konzern im Zuge der Energiewende potenzieren – vor allem über den grünen Wasserstoff.

Klar: Die Linde-Aktie ist nicht gerade der günstigste Titel des Kapitalmarkts. Wegen der höheren Ergebnisprognose dürfte das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im laufenden Jahr bei rund 30 Zählern liegen. Schreibt man dem Unternehmen für die kommenden Jahre weitere Gewinnsteigerungen zu, dürfte sich das KGV unter Berücksichtigung des aktuellen Aktienkurses allerdings reduzieren.

Ähnlich sieht es bei der Dividendenrendite aus, die für das Gesamtjahr 2023 derzeit bei rund 1,4 Prozent liegt. Linde hat in den letzten Jahrzehnten seine Ausschüttungen kontinuierlich nach oben geschraubt und dürfte diese Strategie beibehalten. Hinzu kommt ein neues Aktienrückkaufprogramm, das den Kurs der Linde-Aktie beflügeln könnte.

Meiner Meinung nach ist die Linde-Aktie ein solider Absicherungs-Pick. Demnach sollten Sie bei diesem Titel eher keine kurzfristigen Euphorie-Schübe erwarten, sondern vor allem langfristig stetig steigende Renditen.