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Klöckner & Co – Boom der Stahlpreise sorgt für unerwartet hohe Gewinne

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Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) ist einfach nicht zu bremsen. Zum wiederholten Mal hat ein Quartalsergebnis die selbstgesteckten Ziele deutlich übertroffen. Die Aktie birgt aber Risiken.

Im ersten Vierteljahr 2022 erreichte der operative Gewinn (EBITDA) nach vorläufigen Zahlen 201 Millionen Euro. Prognostiziert hatte das Unternehmen 130 bis 180 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal beträgt das Plus rund 43 %. Die KlöCo-Aktie zählt damit trotz des heutigen Kurssprungs um 5 % auf rund 11,75 Euro zu den preiswertesten Titeln im SDAX.

Bereits im Geschäftsjahr 2021 hatte Klöckner seinen Gewinn auf neue Rekordhöhen geschraubt. Je Aktie hatte das Duisburger Stahlhandelsunternehmen 6,21 Euro verdient. Daraus errechnet sich beim aktuellen Kurs ein sensationelles KGV von unter 2. Anders ausgedrückt: Klöckner hat im Vorjahr mehr als die Hälfte seines Kurswerts verdient. Seine Anleger will KlöCo mit einer Ausschüttung von 1 Euro je Aktie bedenken – das ergibt eine Dividendenrendite von 8,5 %.

Analysten sind wegen der Konjunkturrisiken vorsichtig

Die Aktie hat sich zwar in einem schwierigen Umfeld gut gehalten und in den vergangenen sechs Monaten um rund 12 % zugelegt. Trotzdem spiegelt der Kurs die jüngste Gewinn- und Dividendenentwicklung nur unzureichend. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Anleger 2021 als Ausnahmejahr betrachten, das sich nicht so schnell wiederholen werde.

Der Grund für die Skepsis: Das Stahlgeschäft ist stark konjunkturabhängig, Analysten und Anleger rechnen mit einer deutlichen Konjunkturabkühlung und daraus abgeleiteten weniger hohen Stahlpreisen und geringeren Handelsumsätzen. Der Analystenkonsens geht davon aus, dass Klöckner 2022 nur noch ein Viertel so viel verdienen wird wie 2021 und 2023 sogar nur noch gut ein Zehntel.

Die Aktie ist damit so etwas wie eine Wette auf Konjunktur und Stahlpreise. Zumindest für 2022 stehen die Chancen nach dem hervorragenden 1. Quartal, das zusätzlich auch noch 53 Millionen Euro an Sondererlösen aus Immobilienverkäufen erbracht hat, jedoch gut, sodass die Ergebnisse besser als vom Markt erwartet ausfallen.

Die Analysten des US- Wertpapierhauses Jefferies rechnen nach den vorläufigen  Quartalszahlen damit, dass „angesichts des Anstiegs der Stahlpreise seit Ende Februar“ ein starkes operatives Ergebnis die „logische Folge“ sei. Das Kursziel hat Jefferies dennoch nicht angehoben, sondern bei 15,60 Euro belassen, sieht also noch gut 30 % Kurspotenzial.

Endgültiges Quartalsergebnis am 4. Mai

Die endgültigen Zahlen für die ersten drei Monate will KlöCo am 4. Mai veröffentlichen. Dann erwarten die Analysten auch eine Prognose für das zweite Quartal und das Gesamtjahr 2022. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit sollte das Management dabei erneut mit positiven Überraschungen aufwarten können.