US-Insider schmeißen Aktien
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 18. November 2010, 14:30 Uhr
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während die deutschen Konzerninsider trotz neuer Hochs von DAX & Co., an ihren Investments in eigenen Aktien festhalten anstatt Gewinne zu realisieren, und stattdessen noch mal ordentlich bei eigenen Aktien zuschlagen, erreichte in den USA der Insiderverkauf vergangene Woche einen Allzeit-Rekord. Mit Verkäufen im Volumen von 4,5 Mrd. Dollar wurde die größte wöchentliche Zahl an Insiderverkäufen gemessen, die jemals von der Tracking-Firma "InsiderScore.com" aufgezeichnet wurde.
Allein im S&P 500 wurden Insiderverkäufe in Höhe von 2,8 Mrd. Dollar gezählt, das sei laut Aussage von Tyler Durden von "zerohedge.com" über 4-mal mehr als in der Woche zuvor. Selbst Bloomberg, welche traditionell nur Insidertransaktionen veröffentlichen, ohne sie zu kommentieren, hätten sich zu einer kommentierenden Äußerung dieses Ausreißers hinreißen lassen: "Insiderverkäufe bei Standard & Poor's 500 Index-Unternehmen erreichten in der vergangenen Woche einen neuen Rekordwert, Führungskräfte nutzten das Zwei-Jahres-Hoch an der Börse, um ihre Aktien zu verkaufen."
Einer von "SentimentTrader" erstellten Statistik konnte ich die auffälligsten Insiderverkäufe der vergangenen Tage entnehmen. Hier finden sich ausnahmslos die großen Namen wie Microsoft, Google, Oracle oder Amazon.com wieder. Allein bei Microsoft wurden demnach zuletzt etwas mehr als 52 Mio. eigene Aktien im Gegenwert von rund 1,42 Mrd. Dollar veräußert. Ich habe die Liste einmal für Sie selektiv aufbereitet.
Liste der Insiderverkäufe bei US-Konzernen nach Volumen in Euro erstellt von "SentimentTrader":
| Unternehmen | Anzahl der Aktien | Schnittkurs in US-Dollar | Summe der Verkäufe in US-Dollar |
| Microsoft | 52.435.608 | 27,07 | 1.419.308.045 |
| | 271.077 | 615,97 | 166.976.487 |
| Amazon.com | 936111 | 163,27 | 152.838.177 |
| Oracle | 5.000.000 | 29,32 | 146.604.600 |
| Ford Motor | 1.313.608 | 15,77 | 20.712.851 |
Wer, wo, wie viele Aktien veräußerte konnte ich ebenfalls herausfinden. Bei Microsoft wissen wir, dass CEO Steve Ballmer (49,34 Mio. Aktien) und Konzerngründer Bill Gates (3 Mio. Aktien) die größten Positionen abstießen. Ich berichtete darüber bereits im Insider Daily, in der Ausgabe vom 09. November.
Bei Amazon.com war es zum einen Chairman und CEO Jeff Bezos, der sich von 932.811 Aktienanteilen für 163,26 Euro je Aktie trennte und einen Totalerlös von 152,29 Mio. Dollar erzielte. Und zum anderen verkaufte Senior Vice President Michelle Wilson 3.300 Anteile im Volumen von 544.500 Dollar.
Bei Oracle wurden die 146 Mio. Dollar sogar durch nur einen Insiderverkäufer erzielt. Vorstandschef Lawrence Joseph Ellison trennte sich hierfür von 5 Mio. seiner Firmenanteile.
Einzig bei Coca Cola wird ordentlich gekauft
Den einzig nennenswerten Insiderkauf in der vergangenen Woche an der US-Börse gab es bei Coca Cola. Aufsichtsrat Barry Diller orderte 120.000 "Coke-Aktien" im Gegenwert von 7,4 Mio. Dollar.
Auch die Experten von BÖRSE ONLINE haben die "Coke-Aktie" aktuell auf ihrer Kaufliste. In ihrer aktuellem Empfehlung ist zu lesen: "Nach der Vorlage guter Quartalszahlen kletterte die Notiz von Coca-Cola auf Dollarbasis zu neuen Jahreshochs. Der Konzernumsatz kletterte auf 8,43 Mrd. Dollar und übertraf damit ebenso wie der Gewinn je Aktie die Schätzungen der Analysten. In den nächsten Monaten sollte sich bei Investoren die Überzeugung durchsetzen, dass der Turnaround in Nordamerika nachhaltig ist. Daher dürfte der Höhenflug der Aktie weitergehen."
Ich wünsche Ihnen allen einen erfolgreichen Handelstag.
Ihre
Cindy Bach