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Investmentalternativen: Jetzt auch noch eine Pferde-Anleihe

in meiner Reihe „Investmentalternativen“ habe ich Ihnen in den letzten Wochen verschiedenste Unternehmensanleihen aus dem Mittelstandsegment vorgestellt, Unternehmen die nicht börsennotiert sind, sich aber Kapital am freien Finanzmarkt beschaffen wollen, nutzen die Mittelstandsanleihe“ mittlerweile immer häufiger als Instrument. Wir hatten schon „Saft-Anleihen“ und „Schnaps-Anleihen. Aufgepasst: Nun gibt es auch noch eine Pferde-Anleihe.

Denn die Peter Massine Entertainment GmbH begibt eine „Apassionata“-Anleihe. Der in Berlin ansässige Veranstalter der wohl bekannteste Pferdeshow Europas emittiert derzeit eine bis 2016 laufende Anleihe im Volumen von bis zu 6 Mio. Euro. Der Kupon beträgt 8,25%, die Zinszahlung erfolgt quartalsweise. Diese Anleihe kann noch bis zum 30.12. gezeichnet werden und soll anschließend im Freiverkehr der Börse Hamburg gehandelt werden.

Hier die Eckdaten der Peter Massine Entertainment-Anleihe:

Emittent: Peter Massine Entertainment GmbH

WKN / ISIN: A1MA2Q / DE000A1MA2Q0

Kupon: 8,25%

Zeichnungsfrist: 14.11.-30.12.2011

Laufzeit: 31.10.2016

Volumen: bis zu 6 Mio. Euro

Rating: kein Rating

Segment: Freiverkehr Hamburg

Mit dem eingenommenen Geld will Peter Massine die USA/Kanada-Tour seiner Apassionata-Show finanzieren. Für alle die Apassionata nicht kennen: Hinter diesem wohlklingenden Namen steht der Unternehmer Peter Massine, der einst auch den chinesischen Staatszirkus vermarktete. Seit fast zehn Jahren veranstaltet Massine nun die Apassionata-Unterhaltungs-Shows in ganz Europa. Laut Aussage von Massine soll allein Apassionata bis dato rund fünf Millionen Besucher in ihren Bann gezogen haben. Die Apassionata-Tournee 2010/2011 wurde von ca. 530.000 Zuschauern gesehen. Mittelpunkt der Show sind vornehmlich Dressurpferde und ihre Reiter. Die Show wird jedes Jahr neu konzipiert und verbindet die künstlerische Vorführung verschiedener Pferderassen und Reitweisen gespickt mit atemberaubenden Licht-Arrangements und Live-Darbietungen von Musikern und Tänzern. Die Musik wird dabei eigens für die Apassionata-Shows komponiert. In Europa hat sich Apassionata tatsächlich zum Publikumsmagnet gemausert. Doch kann dies auch in Nordamerika gelingen?

Das weiß man wohl bei einem völlig neuen Markt im Vorfeld nie. Die nun erstmals geplante USA-Kanada-Tournee startet am 27. April 2012 und wird über den Zeitraum von 18 Monaten mit 66 Shows in den wichtigsten Metropolen Nordamerikas gastieren. Und genau dafür soll das Geld aus der Anleihe sein: 6 Mio. Euro werden für das Vorhaben USA/Kanada 2012/2013 benötigt. Massine muss nämlich in den USA mit fast allem in Vorleistung gehen: Hallenmieten, Anmietungen von Pferden und Darstellern, Technik und Equipment. Einnahmen aus Vorverkauf gibt es in den USA nicht, weil hier die Kartenverkäufe über die Hallenbesitzer bzw. deren Managementfirmen laufen und diese die Einnahmen erst nach den Shows an Massine zahlen müssen. Das birgt natürlich einiges Risiko. Was, wenn „Apassionata in USA“ floppt?

Zur Finanzlage des Unternehmens lässt sich leider nicht viel ausfindig machen. Ein Blick in das Wertpapierprospekt zeigt lediglich, dass die Gesellschaft zum Stichtag 30. Juni ein Eigenkapital von knapp 2 Mio. Euro und keine nennenswerten Verbindlichkeiten hatte. Sehr viel mehr Zahlen liegen ebenso wenig vor wie ein Rating.

Fazit: Die Informationen, die zur finanziellen Lage von Peter Massine Entertainment vorliegen, sind natürlich sehr dürftig. Ein Rating gibt es gleich gar nicht. Das schreckt zunächst ab. Doch wer auf den großen Erfolg von Apassionata in den Vereinigten Staaten setzen will, der bekommt dies dementsprechend auch recht ordentlich verzinst. Nach Aussage von Peter Massine seien die Anleger auch nicht unmittelbar am Risiko den Scheiterns von Apassionata in den USA beteiligt. Man habe bei der Laufzeit der Anleihe bewusst fünf Jahre gewählt, um einen Zeitpuffer zu schaffen, die Anleihe auch dann bedienen zu können, wenn die US-Shows floppen. Doch ich möchte natürlich betonen, dass dieses Investment nur etwas für spekulative Anlegernaturen ist, denn Sie setzen hier auf das „glückliche Händchen“ eines Entertainment-Profis. Fans der Pferdeshow, die sonst eher konservativ investieren, sollten lieber die Finger davon lassen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.

Ihre

Cindy Bach

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