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HP-Aktie: Job-Kahlschlag – was Sie jetzt wissen müssen!

Inhaltsverzeichnis

In der US-Techbranche geht derzeit der Rotstift um. Den Anfang machten Meta und Amazon. Beide Großkonzerne wollen Tausende Stellen streichen, um gestiegenen Kosten entgegenzuwirken und der drohenden Rezession vorzubeugen.

HP will bis zu 6.000 Stellen streichen

Nun hat ein weiterer Big Player die Reißleine gezogen. Vielleicht haben Sie es auch schon in den Medien gelesen: Der US-amerikanische Drucker- und PC-Hersteller HP plant den Abbau von 4.000 bis 6.000 Jobs in den nächsten drei Jahren.

Zunächst eine wichtige Anmerkung: Der Konzern Hewlett-Packard hat sich 2015 aufgespalten. Das Geschäft mit Druckern und Computern läuft seither unter dem Dach von HP, also der Firma, die nun Stellenstreichungen angekündigt hat. Die Sparte rund um Software- und Cloud-Lösungen wurde in einem neuen, ebenfalls börsennotierten Unternehmen mit dem Namen „HP Enterprise“ (HPE) konsolidiert.

Flaute am PC-Markt belastet HP massiv

Diese Aufspaltung spielt in der aktuellen Situation eine große Rolle. Denn: Während sich das Software- und Cloud-Geschäft zuletzt eher krisenresistent zeigte, sind die Hardware-Verkäufe eingebrochen. Der PC-Markt, der in Zeiten der Corona-Pandemie noch floriert hatte, wird durch die hohe Inflation und die daraus resultierende Zurückhaltung der Verbraucher in Mitleidenschaft gezogen.

Das bekommt HP massiv zu spüren. In seinem vierten Geschäftsquartal 2022 (per Ende Oktober 2022) krachte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar ein.

Der Umsatz im Bereich Personal Systems, zu dem auch die PCs gehören, gab um 13 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar nach. Besonders bitter: Die Anzahl an verkauften Produkten sank hier um 21 Prozent und damit stärker als der Umsatz. Das ist ein deutliches Signal für eine enorme Nachfrageschwäche.

Bei den Druckern sieht das Ganze nicht ganz so dramatisch aus. In der entsprechenden Sparte verschlechterte sich der Umsatz um 7 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Wichtiger ist noch: Die Stückzahlen verringerten sich hier nur um 3 Prozent. Das Drucker-Geschäft blieb also im Vergleich zu den PCs deutlich stabiler.

Kosten zu hoch – Mitarbeiter müssen gehen

Das große Problem aber ist, dass der Profit derzeit von den Kosten aufgefressen wird. Der Konzern meldete allein für das abgelaufene Geschäftsquartal Umsatzkosten in Höhe von 14,0 Milliarden Dollar. Zieht man nun noch die Steuern ab, landete HP in dem Zeitraum unter der Gewinnschwelle. Zwar fiel der Nettoverlust schmal aus, für einen Konzern wie HP ist das trotzdem eine bittere Pille.

Um die Kosten zu senken, will das Management nun eine umfassende Restrukturierung angehen und hierfür wie eingangs erwähnt Arbeitsplätze streichen. Im schlimmsten Falle könnten knapp 10 Prozent der Belegschaft wegfallen. HP plant dadurch Einsparungen von jährlich 1,4 Milliarden Dollar. Damit das gelingen kann, muss das Unternehmen zunächst aber viel Geld investieren, um die operativen Prozesse an die kleinere Belegschaft anzupassen.

HP-Boss Enrique Lores sieht in dem Sparplan trotzdem das richtige Vorgehen. Der Manager erwartet, dass der Einbruch im PC-Markt auch noch im nächsten Jahr akut sein werde. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht ratsam, davon auszugehen, dass sich der Markt alsbald erholen werde, so Lores.

Mein Fazit für Sie

Dass HP auf die schwächere Nachfrage im PC-Segment mit Stellenstreichungen reagiert, ist wohl unvermeidlich. Vor allem da noch völlig unklar ist, wie lange die Flaute anhalten wird. Das Unternehmen wird dadurch zwar kleiner, aber im besten Falle auch schlagkräftiger und effizienter.

Auf der anderen Seite müssen Sie als Anleger jetzt Geduld beweisen. Bis HP die Früchte seiner Restrukturierung ernten kann, dürften wohl Jahre vergehen. Schmalhans Küchenmeister ist jetzt die Devise des Konzerns und dessen Aktionären. Auf langfristige Sicht  hingegen hat sich die Perspektive der Aktie durch den angekündigten Job-Kahlschlag meiner Meinung nach eher verbessert.