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TAG Immobilien-Aktie: ungebremste Talfahrt oder Chance?

TAG Immobilien-Aktie: ungebremste Talfahrt oder Chance?
Inhaltsverzeichnis

2022 ist ein – das muss man so sagen – katastrophales Jahr für die Immobilienbranche. Das gilt auch für den Hamburger MDAX-Konzern TAG Immobilien. Vor allem die hohe Inflation und die stark gestiegenen Zinsen machen dem Immobilienunternehmen zu schaffen.

Die konkrete Folge: In 2022 ging es für die TAG Immobilien-Aktie rasant bergab. Stand heute steht ein Kursminus von fast 75 Prozent seit Jahresbeginn zu Buche. Dagegen war der Corona-Schock im Frühjahr 2020, als das Papier in wenigen Wochen gut 30 Prozent einbüßte, fast schon harmlos.

Der Ausblick spiegelt die Probleme wider

Während die Neunmonatszahlen in 2022 noch einigermaßen stabil ausfielen, hat TAG Immobilien eine verhaltene Prognose für das Jahr 2023 abgegeben. Das zeigt sich beim FFO I und FFO II. Das Kürzel FFO steht für Funds From Operations – eine spezielle Kennzahl der Immobilienbranche, die den Nettogewinn unter anderem bereinigt um Abschreibungen und abzüglich Verkaufserlösen darstellt.

Für das kommende Jahr plant TAG Immobilien mit einem FFO I von 0,98 Euro je Aktie nach voraussichtlich 1,20 Euro je Aktie in diesem Jahr. Das FFO II soll dann bei etwa 1,40 Euro je Aktie landen nach derzeit prognostizierten 1,58 Euro je Aktie in diesem Jahr.

Damit hat TAG Immobilien zu kämpfen

Begründet hat das Unternehmen die vorsichtige Prognose mit dem sehr schwierigen Umfeld – in erster Linie belasten die gestiegenen Zinsen das zu großen Teilen kreditfinanzierte Geschäft des MDAX-Unternehmens. Auch die Inflation und die Energiekosten bereiten TAG Immobilien Probleme.

Laut Konzernspitze bereitet man sich derzeit schon mit Rücklagen darauf vor, die höheren Instandhaltungskosten, gestiegene Energiepreise und etwaige Mietausfälle kompensieren zu können. Als weitere Maßnahme hat das Unternehmen zuletzt die diesjährige Dividende gestrichen. Eine Maßnahme, die nicht unerwartet kam und dennoch für weitere Kursverluste gesorgt hat.

TAG Immobilien-Aktie: Was ist alles schon eingepreist?

Angesichts der Kursentwicklung in 2022 mit Minus 75 Prozent und einem Zehnjahrestief der Aktie sind viele Anleger verunsichert. Sind bei der TAG Immobilien-Aktie nun schon sämtliche Schreckensmeldungen eingepreist und ist der Titel dadurch momentan ein Schnäppchen? Analysten sind sich bei dieser Frage uneins – Aufholpotenzial ist zweifellos vorhanden und an der Börse wird die Zukunft gehandelt.

Doch auch in den kommenden Quartalen dürften die Unsicherheiten und Probleme der Immobilienbranche noch nicht verschwunden sein. Für langfristig orientierte Anleger könnte es daher ratsam sein, zunächst eine wirkliche Trendwende abzuwarten. Denn in der momentanen Situation existieren gleichzeitig sowohl große Chancen als auch weitere Risiken.