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Immobilien-Aktien: Die Letzten könnten die Ersten sein

Immobilien-Aktien: Die Letzten könnten die Ersten sein
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Inhaltsverzeichnis

Die Immobilienbranche hat es im Krisenjahr 2022 besonders hart getroffen. Stark gestiegene Kreditzinsen und damit eine geringere Nachfrage haben der Branche zu schaffen gemacht. Für Immobilienkonzerne mit vielen Bestandswohnungen wie den Primus Vonovia kamen auch noch Probleme durch höhere Nebenkosten hinzu.

Die Folge: Die meisten Immobilien-Aktien sind in 2022 regelrecht abgestürzt. Der DAX-Konzern Vonovia war mit einem Kursminus von etwa 55 Prozent auf das Gesamtjahr betrachtet das Schlusslicht im Leitindex. Ein anderes Beispiel ist das MDAX-Unternehmen TAG Immobilien, die Aktie hat in 2022 75 Prozent verloren. Beim Kreditvermittler Hypoport ging es sogar noch deutlicher nach unten.

Bei diesen Abschlägen sind sehr viele schlechte Nachrichten bereits eingepreist. So kamen die Immobilienaktien wie Vonovia in 2023 sehr gut aus den Börsenstartlöchern und verzeichnen zum Teil satte Kursgewinne. Hat die Branche das Schlimmste bereits überwunden – werden die Verlierer aus 2022 im neuen Börsenjahr die großen Gewinner?

Immo-Aktien mit starkem Start in das Börsenjahr 2023

Das Jahr hatte noch kaum begonnen, da waren einige Immobilien-Aktien bereits im zweistelligen Prozentbereich geklettert. Das Papier von Vonovia beispielsweise konnte in 2023 bereits mehr als 20 Prozent zulegen, bei TAG Immobilien beträgt das Plus sogar mehr als 30 Prozent

Beeindruckende Zahlen für weniger als drei Handelswochen, doch seit einigen Tagen hat sich der Aufwärtstrend bei den Immobilien-Unternehmen – mit Ausnahme der volatilen Hypoport-Aktie – abgeschwächt. Angesichts der Rally ist die Pause mit leichten Rücksetzern wohl eine erwartbare Korrektur und sagt noch nichts Negatives bezüglich der Langfrist-Tendenz bei Immobilien-Aktien aus.

Immobilen-Titel mit großen Aufholchancen – aber auch weiterhin mit Risiken

Für Anleger ist es ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite sind Aktien wie das Papier von Vonovia weiterhin günstig bewertet – denn das Geschäftsmodell funktioniert nach wie vor und viele schlechte Nachrichten scheinen eingepreist zu sein. Aus dem katastrophalen Börsenjahr 2022 ergeben sich automatisch Chancen bei gesunden Unternehmen.

Auf der anderen Seite ist die Immobilienbranche noch längst nicht über den Berg. Experten rechnen zum Beispiel nicht damit, dass sich die Situation am Zinsmarkt und die damit verbundene Kreditnachfrage schon in 2023 stabilisieren wird. Die goldenen Zeiten des Immobilienmarktes scheinen erstmal vorbei zu sein.

Darüber hinaus sollte man trotz aller Kurs-Chancen nicht vergessen, wo die Aktien vor zwölf Monaten standen. Der Kurs der TAG Immobilien-Aktie etwa müsste sich etwa verdreifachen, um den Stand von Januar 2022 zu erreichen. Fest steht: Immobilien-Aktien bieten Aufholpotenzial in 2023 – ob sie jedoch auch die Top-Performer in diesem Jahr sein werden bleibt abzuwarten. Bei den ersten guten Nachrichten dürfte die Branche direkt Luftsprünge machen – denn an der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt.