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Merck – mehr Umsatz, mehr Gewinn, höherer Ausblick

Merck – mehr Umsatz, mehr Gewinn, höherer Ausblick
Rafael Henrique / stock.adobe.com
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Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt seinen Wachstumskurs unbeirrt fort. Im zweiten Quartal steigen Umsatz und Gewinn über den Analystenerwartungen, auch der Ausblick überzeugt.

Wachstum in allen Unternehmensbereichen

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 konnte Merck den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um beachtliche 14,3 Prozent auf knapp 5,57 Milliarden Euro steigern. Treiber dafür waren Preissteigerungen ebenso wie positive Währungseffekte. Das organische Wachstum lag bei 6,6 Prozent, alle drei Unternehmensbereiche trugen dazu bei.

Das Segment Life Science verbesserte seinen Umsatz im Vorjahresvergleich trotz des erwarteten Rückgangs der pandemiebedingten Nachfrage um 19 Prozent auf fast 2,65 Milliarden Euro (organisches Wachstum: 10,4 Prozent). Der Electronics-Bereich erzielte ein Umsatzwachstum von 16,3 Prozent (organisch: 7,4 Prozent) auf 996,4 Millionen Euro. Etwas schwächer lief es im Segment Healthcare, das seinen Umsatz lediglich um 7,6 Prozent (organisch: 1,4 Prozent) auf gut 1,92 Milliarden Euro steigern konnte, dabei aber von der Einführung neuer Produkte profitierte.

Mehr Gewinn trotz höherer Kosten

Auch beim Gewinn machte Merck im zweiten Quartal eine gute Figur: Konzernweit verbesserte sich das bereinigte EBITDA gegenüber dem Vorjahresquartal um 13,1 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro, das organische Wachstum betrug immerhin 3,2 Prozent. Alle drei Unternehmensbereiche befanden sich in der Gewinnzone, einen organischen Gewinnzuwachs erreichte allerdings nur Life Science. Hier gab es ein Plus von 21,3 Prozent auf 1 Milliarde Euro (organisch: 14,5 Prozent), damit wurde als Folge von Preissteigerungen das Umsatzwachstum übertroffen.

Electronics verbesserte sich um 13,6 Prozent auf 293,1 Millionen Euro, schrumpfte aber organisch um 1,9 Prozent. Das bereinigte EBITDA des Healthcare-Segments wuchs um 3,9 Prozent auf 603,6 Millionen Euro, ging organisch jedoch um 9,6 Prozent zurück. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Ergebnisse des Vorjahresquartals in diesem Unternehmensbereich durch eine temporäre Auftragsfertigung für den US-Konzern Eli Lilly positiv beeinflusst waren.

Ausblick wegen positiver Währungseffekte leicht erhöht

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 prognostiziert das Merck-Management weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 9 Prozent und eine Steigerung des bereinigten EBITDA um 5 bis 9 Prozent. Durch die für den DAX-Konzern günstigeren Wechselkurse wird der Ausblick in absoluten Zahlen jedoch erhöht.

Beim Umsatz werden nun 21,9 bis 23 Milliarden Euro angestrebt anstelle der bisherigen 21,6 bis 22,8 Milliarden Euro. Das EBITDA soll sich innerhalb einer Spanne von 6,75 bis 7,25 Milliarden Euro bewegen (bisher: 6,6 bis 7,1 Milliarden Euro) und das bereinigte Ergebnis je Aktie 9,85 bis 10,75 Euro statt 9,60 bis 10,50 Euro erreichen. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen und des erhöhten Ausblicks stieg die Merck-Aktie im deutschen Vormittagshandel zunächst um bis zu 2 Prozent, ist anschließend mit Kursen um 182 Euro aber leicht ins Minus gedreht.