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Fielmann senkt Jahresprognose – Aktie rutscht ab

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Schock für Fielmann Anleger: Die traditionsreiche Optikerkette hat seine Prognose fürs Gesamtjahr zurechtgestutzt. Nachdem die vorläufigen Zahlen für Q2 bereits eine spürbare Schwächung der Geschäftsentwicklung befürchten lassen, kappte das Hamburger Unternehmen seine Bilanzaussichten.

Jahresprognose nach unten korrigiert

Demnach werde das Ergebnis vor Steuern in diesem Jahr voraussichtlich von zuletzt knapp 210 Millionen Euro auf mehr als 190 Millionen Euro sinken. Beim Konzernumsatz erwartet Fielmann demgegenüber eine Steigerung von 1,7 auf rund 1,8 Milliarden Euro.

Erste Kennzahlen für das zurückliegende zweite Quartal weisen einen Rückgang des Vorsteuergewinns von gut 54 Millionen auf nur noch rund 39 Millionen Euro aus. Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang auf gestiegene Ausgaben für Personal und Marketingmaßnahmen. Der Umsatz stieg im Zeitraum von April bis Ende Juni von 408 auf 437 Millionen Euro.

Geringere Kaufkraft belastet Brillengeschäft

Stark gefragt waren neben Kontaktlinsen saisonbedingt vor allem Sonnenbrillen. Weil damit aber geringere Margen erzielt werden als mit regulären Brillen zur Korrektur individueller Sehschwächen, entwickelte sich der Gewinn rückläufig. Hier scheinen Kunden derzeit häufiger zu sparen: Die hohen Inflationsraten belasten die Kaufkraft der Privathaushalte und führen nicht selten zum Aufschub nicht zwingender Ausgaben.

Zu schaffen macht den Hamburgern außerdem ein hoher Krankenstand beim Personal, der nicht zuletzt auf die derzeit grassierende Corona-Infektionswelle zurückgeführt wird. Damit ist Fielmann nicht allein: Etliche Unternehmen unterschiedlichster Branchen klagten zuletzt über ungewöhnlich hohe Krankenstände und damit verbundene Geschäftseinbußen.

Mittelfristig plant Fielmann, die Vorsteuer-Marge bis 2025 auf 16 Prozent zu steigern – mindestens. Die passende Strategie zur Erreichung dieses Ziels soll bei der Hauptversammlung am 14. Juli vorgestellt werden.

Anleger geschockt – Fielmann Aktie auf 8-Jahres-Tief

Anleger reagierten geschockt auf den gesenkten Gesamtausblick – und schickten die Fielmann Aktie in der vergangenen Woche auf Talfahrt. Zwischenzeitlich gab der Kurs um mehr als 13 Prozentpunkte nach und fiel mit knapp über 40 Euro auf den tiefsten Stand seit 8 Jahren. Zum Vergleich: Anfang 2020 – vor Beginn der Pandemie – war das Papier noch mehr als 75 Euro wert. Allein seit Beginn des Jahres hat der Kurs der im SDax gelisteten Fielmann Aktie jedoch um rund ein Drittel nachgegeben und befindet sich damit genauso auf Talfahrt wie der Gesamtmarkt, an dem in diesem Jahr die Bären das Ruder übernommen haben.

Als Reaktion auf die gesenkte Jahresprognose haben mehrere Analysten ihre Kursziele für die Fielmann Aktie nach unten korrigiert. So geht die DZ Bank, die zum Halten des Papiers rät, nicht mehr von 58 Euro, sondern von lediglich 41 Euro aus, was in etwa dem derzeitigen Kursniveau entspricht. Experten von Warburg Research kappten das Kursziel von 72 auf 50 Euro, bestätigten zugleich aber ihre Kaufempfehlung für die Fielmann Aktie.