Wie man ein Defizit finanziert!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. April 2010, 20:00 Uhr
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Indem man USA heißt! ;-) nein jetzt im Ernst...Das Leistungsbilanzdefizit der USA könnte man, vereinfacht betrachtet, auch als einen riesigen Kredit beschreiben, den Investoren durch den Kauf von US-Staatsanleihen gegeben haben, damit der amerikanische Konsument immer mehr ausgeben und sich immer höher verschulden konnte.
Natürlich ist das sehr vereinfacht ausgedrückt: schließlich spielen noch weitere Faktoren mit ein, die zum steten Aufbau des Defizits beigetragen haben, wie Regierungsausgaben, der Kauf von Übersee-Assets und natürlich vor allem das Handelsdefizit. Doch dieses will eben finanziert werden - von Ausländern!
Aber der springende Punkt bleibt: das uneingeschränkte Vertrauen in die Sicherheit von US-Treasuries nun schon über so viele Jahre hinweg, ist der Grund weshalb den USA über so viele Jahre hinweg immer mehr Kredit gewährt worden ist, was unbestreitbar zum Aufbau des Defizits beigetragen hat.
Ein Phänomen, welches wir ja auch erst Ende 2008 während der heißen Phase der Finanz- und Kreditmarktkrise beobachten durften: anstatt sich vom Krisenland USA abzuwenden, flohen die Käufer förmlich in die vermeintliche Sicherheit der US-Staatsanleihen und nahmen am Ende sogar negative Renditen hin.
Krisen und Crashs waren es auch in den vergangenen Jahrzehnten, die immer wieder dazu beigetragen haben, dass Geld in US-Treasuries geflossen ist und somit das Defizit aufgebaut werden konnte.
Wie zum Beispiel:
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die Japankrise
Als in Japan Ende der 80er Jahre der Immobilienmarkt zusammenbrach, brachte dies die gesamte Wirtschaft unter Druck (es folgte das so genannte verlorene Jahrzehnt mit Beginn der Japankrise 1991). Investoren mieden die große Volkswirtschaft - zugunsten anderer Investitionen.
Hinzu kommt, dass die Bank of Japan, durch das Drucken von Yen, die Wirtschaft stimulieren wollte. Mit dem Überschuss an JPY kaufte die Bank of Japan massiv US-Treasuries und ist heute, zusammen mit China, einer der zwei größten ausländischen Gläubiger der USA.
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die Asienkrise
Auch der Crash von Südostasien ausgehend, spülte Geld in die USA.
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Argentinien-Krise
Auch die Finanzkrisen in Südamerika (die sogar zur Erklärung der Zahlungsunfähigkeit in Argentinien führten) brachten eine massive Kapitalflucht hervor.
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Der Dotcom-Crash
Im Jahr 2000 crashten weltweit die Aktienmärkte, als Folge der so genannten Dotcom-Bubble. Wieder ein Anreiz um Vermögen stattdessen in US-Treasuries umzuschichten.
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niedrige Zinsen
Nach all den Rezessionen und Crashs, wurden in vielen Staaten die Zinsen gesenkt. So stand ein weiterer hübscher Batzen Geld zur Verfügung, der angelegt werden wollte und im Nachhinein mit zur letzten Krise beigetragen hat.
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China
China kaufte massiv Treasuries, hielt damit den Yuan gegenüber dem USD niedrig, konnte seine Waren somit günstig anbieten und die Exporte massiv steigern. Heute ist China, zusammen mit Japan, einer der größten ausländische Gläubiger der USA.
So long liebe Leser...so viel einmal für heute mit den US-Schulden-Superlativen...morgen geht's weiter mit dem Leistungsbilanzdefizit...ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und freue mich, wenn wir uns morgen zur gewohnten Zeit wiederlesen...liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Hönig (15.04. 2010 11:46 Uhr):
Miriam Kraus´ Marktberichte, wirtschaftspolitische Betrachtungen u.ä. gehören zum Lesenswertesten auf diesem Gebiet. Das bestätigt dieser Artikel.
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