Weitere Stützungsmaßnahmen
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. August 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Gestern gab der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed (FOMC) bekannt, dass der US-Leitzins weiter zwischen 0 und 0,25 Prozent verbleiben werde. In der Presseerklärung (siehe http://www.federalreserve.gov/newsevents/press/monetary/20100810a.htm ) wurde ferner bekräftigt, dass der Leitzins noch für einen längeren Zeitraum extrem tief bleiben werde.
Kauf von US-Staatsanleihen
Zudem werde das Tempo der wirtschaftlichen Erholung kurzfristig moderater als erwartet ausfallen. Zur Lage am Arbeitsmarkt wurde lediglich angegeben, dass die Arbeitgeber nur sehr zögerlich Neueinstellungen vornehmen würden. Außerdem werde die Fed die Liquidität, die aus auslaufenden Hypothekenpapieren bzw. Staatstiteln zurückfliesst, in lang laufende US-Staatsanleihen reinvestieren. Anders formuliert, der Stützungsumfang bleibt per saldo konstant, verlagert sich jedoch hinsichtlich der Gewichtung weg vom Immobilienmarkt und hin zu den US-Staatstiteln. Von einem Ausstieg (Exit-Strategie) aus der ultra lockeren Geldpolitik war nicht die Rede.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, nachdem bisher im Rahmen der Weltwirtschaftskrise die Fed-Bilanz um 1,7 Billionen Dollar durch den Kauf von Hypotheken- und Staatspapieren aufgebläht wurde, werden nun neue Stützungsmassnahmen verkündet. Der Weg zu einer offenen Inflationspolitik scheint weiter geebnet zu werden.
Wie auch immer, äußerst lesenwert war in der vergangenen Woche auch der Börsenkommentar von Oliver Janich in Focus Money". Bzgl. der jüngst veröffentlichten Banken-Stresstest-Resultate konstatierte er, dass die Regeln so lange angepasst wurden, bis (fast) alle durchkommen. Im gegenteiligen Fall hätten die Ergebnisse nämlich zu dem geführt, wovor die Politiker massiv Angst haben, nämlich einer Massenpanik.
Bittere Wahrheit fürs Publikum
Letztlich sei es nur der Stress der Politiker gewesen, ob sie mit einer derartigen Mogelpackung durchkommen würden. Abschließend bringt der kritische Kolumnist auf den Punkt, dass in unserer Orwell`schen Welt bald Analysten und Journalisten an den Pranger gestellt werden, welche dem Publikum die bittere Wahrheit sagen:
Und die heisst, dass nicht nur alle Banken pleite sind, sondern unser ganzes Finanzsystem längst unrettbar verloren ist!
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