Warum Schulden wichtig sind
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Juli 2010, 07:30 Uhr
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In den USA wurde diesen Monat die Unabhängigkeit von Großbritannien gefeiert. Ich war vor kurzem in Großbritannien, und kann kaum verstehen, was das ganze Trara eigentlich soll. Die Briten sehen wie vernünftige Menschen aus. Die Queen hat Würde. Die britische Regierung erscheint mir nicht schlechter als die amerikanische. Und David Cameron scheint mir mehr Ahnung davon zu haben, was er tut, als das Team um Obama.
Cameron verlangt Sparsamkeit". Er will, dass die britische Öffentlichkeit Opfer bringt, damit die britischen öffentlichen Finanzen unter Kontrolle gebracht werden können. Ich habe einige Zweifel daran, dass er erfolgreich sein wird. Soweit ich weiß, hat es bis jetzt noch keine demokratisch gewählte Regierung geschafft, IN EINER KREDIT-KONTRAKTION die Schuldenlast zu reduzieren. Einige Regierungen - darunter die britische und die amerikanische - schafften es in den 1980ern und 1990ern, ihre Schulden zu reduzieren. Aber das war zu einem Zeitpunkt, zu dem ihre Volkswirtschaften wuchsen.
So lange die Wirtschaft schneller wächst als die Schulden, sinkt der Anteil der Schulden am BIP. Die 1980er und 1990er waren Boom-Jahre. Die Leute kauften mehr und mehr Dinge, die sie nicht brauchten, mit Geld, das sie nicht hatten.
Offensichtlich kann ein Boom nicht für immer weitergehen. Und als er im Jahr 2007 endete, da veränderte er das finanzielle Bild sowohl der Regierungen als auch der privaten Haushalte und Unternehmen. Die Steuereinnahmen sanken. Die Ausgaben stiegen. Und es gab "bailouts", und das, was "staatliche Stimulierung" genannt wird.
Mit den steigenden Haushaltsdefiziten stieg auch die absolute Schuldenlast. Und es nahmen auch die Stimmen zu, die uns sagen, dass Schulden nichts sind, was wichtig sei. Diese Stimmen - angeführt von Paul Krugman bei der New York Times - verweisen auf den Rückgang der Schulden in den 1980ern und 1990ern. Sie sagen, dass man aus den Schulden dieses Mal herauswachsen könne", genauso wie beim letzten Mal.
Ich schließe nichts mit Gewissheit aus. Der Tag liegt lange zurück, an dem ich etwas mit absoluter, unerschütterlicher Überzeugung sagte. Heute ist es so: Sogar wenn mich jemand nach meinem Namen fragt, dann prüfe ich die Initialen an meinem Unterhemd, nur um sicher zu sein.
Könnten die USA und Großbritannien aus den Schulden "herauswachsen"? Nun, alles ist möglich. Aber zwei Dinge machen das unwahrscheinlich. Wie ich schon oben sagte, wir sind in einer Kredit-Kontraktion. Das ist Teil dessen, was ich die große Korrektur" nenne. Die Wachstumsraten werden niedrig bleiben...und gelegentlich negativ. Die amerikanischen Haushaltsdefizite hingegen sollen von jetzt bis zum Tag des Jüngsten Gerichts bei 5% des BIP und darüber bleiben.
Und wenn David Stockman Recht hat, dann könnten sie sogar auf absehbare Zeit bei über 10% des BIP bleiben. Stockman ist ehemaliger Berater der Reagan-Administration. Er prognostiziert Defizite von bis zu 2 Billionen Dollar pro Jahr, dank einer schwachen Wirtschaftslage und fleißigem Geldausgeben der Regierung.
Die zweite Sache, die es unwahrscheinlich macht, dass wir aus den Schulden herauswachsen" können, ist die Konstitution der US-Wirtschaft. Immer größere Teile sind unter Kontrolle der Regierung. Wachstum" dieser Wirtschaft ist nur ein Scheinwachstum. Es reflektiert Aktivität. Aber nicht Reichtum. Die Aktivität senkt nicht die Schuldenlast. Im Gegenteil, sie erhöht diese.
Sie können sehen, wie das funktioniert, wenn sie sich vorstellen, was passieren würde, wenn die US-Regierung eine Million Menschen zur Durchführung einer Volkszählung anheuern würde. Die Wirtschaft würde scheinbar wachsen" - vielleicht sogar schneller als die Schuldenlast. Aber die Wirtschaft selbst wäre in der Realität gar nicht gewachsen, sie könnte die zusätzliche Schuldenlast zur Bezahlung der Million Leute noch weniger tragen.
Dann zitiert Krugman gerne den Zweiten Weltkrieg mit seinen gewaltigen Schulden, mit denen Amerika dann doch recht leicht zurechtkam.
Nun, wahrscheinlich das Schönste am Zweiten Weltkrieg war, dass es eine Zeit NACH dem Zweiten Weltkrieg gab. Wenn der Krieg vorbei war, konnten sich die Menschen wieder auf ihre Leben konzentrieren. Auch die amerikanische Wirtschaft konnte in eine neue Phase umschalten - vom Herstellen von Panzern zum Herstellen von Wasserboilern. Und schließlich konnten die Regierungen aufhören, sich Geld zu leihen, und stattdessen ihre Schulden zurückzahlen.
Das große Problem heute ist, dass kein Ende des Schuldenmachens in Sicht ist.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lothar Liedtke (15.07. 2010 16:54 Uhr):
Sie haben vergessen, das "Schöne" am Weltkrieg war es gab einen eindeutigen Verlierer, deshalb auch die Vorgabe bis zur "bedingungslosen Kapitulation" den Krieg zu führen. Diese "Kriegsbeute" ist auch in die allierten Wirtschaften geflossen und hat nicht unerheblich zu derem Aufschwung beigetragen. Die USA konnten GB gar nicht fallen lassen und mußten in den Krieg eintreten, wer hätte sonst die Schulden von GB an die USA bezahlen sollen.
Antworten - Kommentar von kowitz werner (17.07. 2010 14:50 Uhr):
die leute uym obama sind garnicht so schlecht wie der artikelverfasser meint,nur obame selbst kann weder fuehren noch hat er in irgendeinem fachgebiet kenntnisse.das macht ihn misstrauisch ,unberechenbar und hoechst verletzlich fuer kritik.sogar seine frau und joe bi8den duerfen inmzwischen noch nichtmal ihre stimme erheben,dabei sind beide richtige koenner.es ist halt auch in amerika so das anwaltsstudium ist das kuerzeste und daher fehlt fuer praesidentenaufgaben nahezu alles.da hilft auch kein nobelpreis.
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