Warum die Schulden-Situation noch schlimmer ist, als Sie denken
Porter Stansberry in Investors Daily
vom 15. Dezember 2010, 18:00 Uhr
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Es gibt ein paar Dinge, über die sich die Geschichtsschreibung einig ist. Landkriege in Asien zum Beispiel sind immer eine schlechte Idee...
Papiergeld fällt auch in diese Kategorie. Papiergeld scheitert immer und schadet den Leuten, die davon abhängen.
Oder wie unser Freund Rick Rule gerne sagt, "der Erfolg von Papiergeld ist eindeutig": Die Rückkehr von Papiergeld zu seinem wahren Wert (also "nichts") ist garantiert. Alles, was wir brauchen, ist Zeit (und die Politiker helfen bestimmt dabei, die Dinge zu beschleunigen).
Wir wollen nicht behaupten, dass die Organisation eines auf Papiergeld basierenden Systems unmöglich ist. Wir weisen nur darauf hin, dass sich der zuverlässige Fortbestand eines solchen Systems in der Menschheits-Geschichte als schwer machbar erwiesen hat...
Papiergeld ist eine von vielen idealisierten "Tugenden" der Menschheit... der sie nicht entspechen kann. Es liegt einfach in der der menschlichen Natur, den Untergang zu vermeiden; mit allen Mitteln. Sünde, so sagt man, ist ein Teil des Menschen.
Jede Regierung, die Papiergeld verwendet hat, ist einem tödlichen Niveau der Darlehensaufnahme erlegen. Aber anstatt diese Schulden umzustrukturieren, erlauben Papiergeld-Systeme die schnelle Erweiterung der Geldmenge. Damit wird die Schuldenzahlung - mit abgewerteten Geld - außerordentlich erleichtert.
Das ist nichts anderes als Diebstahl. Und doch... es ist das, was jedes Mal passiert und auf eine massive Krise und den Bruch sozialer Normen hinausläuft.
Normalerweise geschieht dies schneller in Demokratien, in denen keine starke Interessen-Gruppe vertreten ist. Eine Interessen-Gruppe, die dafür stimmt, mit den VORHANDENEN Mitteln des Staates zu haushalten und die Schulden mit GESUNDEM Geld zurückzuzahlen. Aber das ist so gut wie nie der Fall. Denn die Leute stimmen für mehr Ausgaben und mehr Schulden. Und sie erwarten immer, dass jemand anderer die Schulden zahlt. Ein typischer Fall ist... Griechenland.
Die Analyse der Probleme in der griechischen Wirtschaft ist vergleichbar mit dem Besuch eines Finanz-Lustspiels. Alle Darsteller sind Komiker.
Zum Beispiel hat die nationale Eisenbahn in Griechenland jährliche Einnahmen von 100 Millionen... dem gegenüber stehen Löhne in Höhe von 400 Millionen und weitere 300 Millionen an Ausgaben. Das Landwirtschaftsministerium stellte 270 Menschen an, um Fotos von öffentlichen Landflächen zu digitalisieren... mit einer Digitalkamera.
2001 lieh sich die griechische Regierung 1 Milliarde $ von Goldman Sachs, um das Haushalts-Budget auszugleichen. Dieser Deal bedeutete Griechenlands Verzicht auf zukünftige Einnahmen der nationalen Lotterie, Autobahn-Gebühren, Flughafen-Landegebühren...
Die Regierung vertickerte den Familienschmuck, um laufende Ausgaben zu decken. Und jetzt ist kein Schmuck mehr da. Es ist alles weg.
Insgesamt hat die griechische Regierung Schulden in Höhe von 1,2 Billionen Euro. Das sind etwa 250.000 Euro für jeden Erwachsenen.
Offensichtlich kann Griechenland dieses Geld nicht in einer "gesunden" Währung zurückzahlen. Der einzige Weg für die Griechen, diese Schulden weg zu blasen, ist die Gelddruckmaschine anzuwerfen (und damit die Gläubiger zu bestehlen). Dass sie dies noch nicht getan haben, liegt daran, dass sie keine eigene Währung (die Drachme) haben.
Statt dessen hat Griechenland Europas Gemeinschaftswährung, den Euro, als Zahlungsmittel. Und Europa gibt sich alle Mühe, die Sinnestäuschung einer vereinigten Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Unglücklicherweise gibt es diese "Vereinigung" gar nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Griechen vollkommen zahlungsunfähig werden.
Genau das Gleiche passiert gerade in den USA. Morgen mehr hierzu.
Herzliche Grüße
Porter Stansberry
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Stange (16.12. 2010 18:05 Uhr):
Die Schulden der griechischen Bevölerung sind zum Glück nicht so dramatisch wie oben geschrieben. Da hat sich ein Kommafehler eingeschlichen. Es sind nur fast 25.000 €/Einw. Eine schöne Aufstellung findet man bei Wikipedia unter Staatsverschuldung.
Antworten - Kommentar von tegitel (17.12. 2010 12:44 Uhr):
Vergessen wird bei der Analyse der ach so schlimmen Schulden und dem ach so gefährlichen Papiergeld, daß der gesamte Wohlstand ohne diese beiden Faktoren gar nicht existieren würde. Das es irgendwann ein "Reset" gibt ist doch überhaupt nicht schlimm. Dann werden einige hinten rüber fallen und einige sich eine im wahrsten Sinne goldene Nase verdienen. Immobilien zu verteufeln ist aber inkompetent, denn im Gegensatz zu Gold bringen die auch in Hochzeiten Ihre Rendite, wenn man keinen Mist kauft.
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