Unausweichliche strukturelle Anpassungen
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 6. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Zunächst hoffe ich, dass Sie und Ihre Lieben gesund und munter ins Neue Jahr gerutscht sind. Beim Verfasser dieser Zeilen war dies leider eher weniger der Fall, der Start ins Jahr 2010 verlief leicht kränkelnd.
Dramatische Finanznot deutscher Kommunen
Apropos kränkelnd, in meinem letzten Beitrag aus dem Jahr 2009 erwähnte ich ein Zitat des Bankiers Fürstenberg. Einen ersten klitzekleinen Vorgeschmack auf eine Staatspleite erleben wir in diesen Tagen im Kontext mit der desolaten Finanzlage deutscher Kommunen. Die Finanznot zwingt die Verantwortlichen vor Ort schon jetzt zu teils drakonischen Maßnahmen. Es ist schon als Erfolg zu werten, wenn als Alternative zur Schließung bei diversen kommunalen Einrichtungen nur" Gebühren und Eintrittsgelder erhöht werden müssen.
Mut zu unpopulären Maßnahmen"
Der bayerische Städtetagspräsident Schaidinger ruft die Verantwortlichen indes zum Mut zu unpopulären Maßnahmen" auf. Und hier gibt es fürwahr einige Stellschrauben, an denen gedreht" werden kann. Unter anderem etwa bspw. bei der Erhöhung der Grundsteuer oder der Einführung neuer kommunaler Abgaben. Und in der extremen Not scheint die Kreativität der Kämmerer keine Grenzen zu kennen. So will etwa die extrem hoch verschuldete Stadt Oberhausen mittels einer vermeintlich krisenresistenten Bordellabgabe sage und schreibe 175000 Euro einnehmen.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, in den ersten Orten des Landes wird bereits die nächtliche Straßenbeleuchtung eingeschränkt. Es ist nur eine Frage der Zeit, ehe für einige Kommunen nach der Zwangsverwaltung das Thema Notfusion auf die agenda kommen wird.
Unausweichliche strukturelle Anpassungen
Am gestrigen Dienstag wurde unter anderem vom deutschen Job-Wunder gesprochen, nachdem BA-Chef Weise für den Dezember 2009 einen Anstieg der (offiziellen) Arbeitslosenzahl von nur" 60000 bekannt gab. Dennoch besteht überhaupt kein Anlass zu Optimismus. Das Jahr 2010 werde strukturelle Anpassungen bringen. Ein Teil der Kurzarbeiter werde in die Arbeitslosigkeit gehen müssen. Der Höhepunkt der Jobkrisen-Welle sei erst für den Winter 2010/11 zu erwarten.
Warnung vor neuer Bankenkrisen-Welle
Neben der Arbeitslosen-Welle steht im Neuen Jahr auch eine weitere Bank-Krisen-Welle an. Laut Deutscher Bundesbank drohen erhebliche Kreditausfälle. Und zwar selbst für Banken, die bis dato halbwegs glimpflich die Extremsituation meisterten. Laut Adelheid Sailer-Schuster, Präsidentin der Bundesbank in Hamburg, könnten Wertberichtigungen in Höhe von bis zu 75 Milliarden Euro anfallen.
Am Ende des Tages verbleibt wieder einmal das Prinzip Hoffnung", das Weltwirtschaftskrisenjahr 2010 relativ glimpflich" zu überstehen. Und vor allem gesund zu bleiben...
ähnliche Beiträge:
- Wie Sie von der gestiegenen Volatilität profitieren können – ein paar Tipps für Trader
- "Schlechtwetterboten“ sorgen für Abkühlung an den Märkten
- Ist die unausweichliche Yuan-Aufwertung ein sicherer Trade?
- HeidelbergCement steigt in den DAX auf
- Wirtschaftsdaten v.8.8.2011
- Tiefe strukturelle Veränderungen
- Wie Japans Geschichte das Land hemmt
- Die strukturelle Depression
- Fehlende Impulse verhindern wichtige strukturelle Veränderungen
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Renko (06.01. 2010 08:59 Uhr):
Stellschraube Grundsteuer. In den letzten Jahren sind extreme Belastungen auf die Grundbesitzer zugekommen. In Berlin z.B. hat das Strassenausbaugesetz dazu geführt,dass Anlieger mit riesen Summen belastet werden, für den Ausbau der Strassen, die ja von allen Bürgern genutzt werden. Nur ein Beispiel von vielen Belastungen. D.h. es müssen Darlehen aufgenommen werden, um die Starssen zu bezahlen, die viele Jahre von den Kommunen nicht gewartet wurden. Ich habe seit dem 14. Lebensjahr mit einem ersten Bausparvertrag für das notwendige Eigenkapital gespart. Mit 40 konnte ich dann mein EFH bauen und mit 65, zum Rentenbeginn habe ich die letzte Rate bezahlt.D.h. 50 Jahre gespart, wo andere Mitbürger vielleicht das Geld verjubelt haben, die ebenfalls die Strasse nutzen. Jetzt darf ich als Rentner erneut ein Darlehen aufnehmen und mein Haus belasten und weiter, wie in den letzten 50 Jahren ,sparen. Um die Raten bezahlen zu können. Und das bei sinkender Kaufkraft der Renten. Und jetzt kommen Sie und meinen die REICHEN Grundbesitzer können noch mehr geschröpft werden. Hier hätte ich gerne eine Erkärung, aus welchem Grund die Grundbesitzer besonders belastet werden sollten. Vielen Dank und freundliche Grüsse Westphal
Antworten - Kommentar von Georg Schürger (06.01. 2010 09:02 Uhr):
Wenn alles in Richtung Staatspleite läuft, spinnen Sie den Gedanken doch bitte mal zu Ende. Was kommt danach, was passiert mit den Vermögenswerten? Deflation wie in Japan, Enteignung der Bürger, Geldvermögen horten, wo, bei maroden Banken? Welche Lösungsansätze bieten Sie an, wie kommen wir aus der Misere?
Antworten
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
Montag, 06. Februar 2012
alle AusgabenSicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Sicheres Geld
Artikel weiterempfehlen