OPEC – die Geschichte einer „Weltmacht“
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 18. Dezember 2008, 20:00 Uhr
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Im zweiten Teil möchte ich Ihnen heute einen kurzen Überblick über die Geschichte der OPEC geben. Einer Organisation die geschaffen wurde zum Schutz der Ölexportierenden Länder, sich zu einer Organisation entwickelte, die es einst vermocht hat die Welt unter Druck zu setzen und heute eine Organisation ist, die man vielleicht eher als einen zahnlosen Löwen beschreiben könnte.
Die OPEC -Gründung
Zum Schutz ihrer Interessen und um einen weiteren Preisverfall zu verhindern, gründeten 1960 die fünf wichtigsten Ölfördernationen (Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela) die OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries). Die Gründung der OPEC war für die Fördernationen mehr als bedeutsam, denn während die Bedeutung des Erdöls für die wachsenden Volkswirtschaften der Industrienationen immer größer wurde und die Gewinne der Ölgesellschaften immer höher ausfielen, waren eben jene Ölgesellschaften bestrebt die von Ihnen aufgestellten Listen- also Abnahmepreise so tief wie möglich zu halten.
Gegenwärtig umfasst die OPEC 13 Mitglieder. Neben den oben genannten Gründungsmitgliedern sind dies: Nigeria, Algerien, Libyen, Angola, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ecuador und Indonesien. Von diesen 13 Mitgliedern sind 10 - mit Ausnahme des Iraks und der erst in diesem Jahr beigetretenen Nationen Angola und Ecuador - an die vom Kartell beschlossenen Förderquoten gebunden.
Die OPEC steht für mehr als 40 % der weltweiten Ölförderung und verfügt wohl über 75 % der weltweiten Ölreserven, ohne Einbeziehung der weltweiten Ölsandreserven.
Als die OPEC noch den Ölpreis bestimmte
Die erste Demonstration ihrer Stärke bewies die OPEC schließlich im Jahr 1973. Damals boykottierten die Mitglieder nach dem Kriegsausbruch im Nahen Osten (Yom-Kippur-Krieg) die Öllieferungen in die USA und die Niederlande. Die Folge davon war die erste Ölkrise", die zwar einen wesentlich stärkeren psychologischen Charakter aufwies, aber dennoch zu einem massiven Anstieg des Ölpreises um 400 % auf 45 US-Dollar p.B. führte.
Dieser Erfolg stärkte das Selbstbewusstsein des Kartells enorm. Bis in die 80er Jahre hinein kontrollierte die OPEC den Ölpreis massiv.
Nach dem Sturz des persischen Schahs Mohammed Reza Pahlavi im Jahr 1979, der darauf folgenden Umstrukturierung des iranischen Herrschaftssystems und dem folgenden Iran-Irak-Krieg erlebte der Ölpreis einen weiteren massiven Anstieg auf den damaligen Rekordpreis von über 80 US-Dollar pro Barrel (inflationsbereinigt etwa 35 US-Dollar).
Die OPEC verliert an Einfluss
Mitte der 80er Jahre begannen sich die Ölförderer außerhalb der OPEC auf dem Markt zu etablieren. Dies führte zu mehr Wettbewerb und einem erhöhten Angebot an Öl auf dem Weltmarkt.
Die Ölpreise sanken inflationsbereinigt unter die 20 US-Dollar Marke (nominal unter 30 US-Dollar) und die OPEC war mit einem schwindenden Einfluss auf die Ölpreisentwicklung konfrontiert.
So begann die OPEC schließlich mit der Einführung von Förderquoten, welche allerdings bis heute nicht vollumfänglich von allen Mitgliedsstaaten eingehalten werden. Die mangelnde Disziplin der Mitglieder und ihr Unvermögen als tatsächliche Einheit ihre Stärke zu demonstrieren war mit einer der Faktoren für den schwindenden Einfluss der OPEC.
In den 90er Jahren lag der Ölpreis fast durchweg zwischen 20 und 30 US-Dollar pro Barrel, unterbrochen nur durch die irakische Invasion in Kuwait Anfang der 90er, als der Ölpreis nominal wieder die 30 US-Dollar- Marke nach oben durchbrach und die Asienkrise zum Ende der 90er Jahre die zu einem massiven Einbruch des nominalen Ölpreises auf 15 US-Dollar führte.
Die OPEC heute
Seit der Jahrtausendwende spielen aber zunehmend andere Faktoren eine zentrale Rolle für die Entwicklung der Ölpreise. Wie die Peak-Oil Besorgnis, also die Erwartung der Marktteilnehmer auf ein mögliches Erreichen des weltweiten Fördermaximums oder der Faktor der wachsenden Emerging Markets und allen voran die schnell wachsenden Volkswirtschaften Asiens mit ihrer massiv steigenden Nachfrage, aber auch die Furcht vor heißen Phasen politischer Konflikte - all das wurde zum Anlass genommen um die Ölpreise in die Höhe zu peitschen. Auf der anderen Seite ist es aktuell die Rezession und wohl noch mehr die große Angst vor einer Depression, gekoppelt mit einer extrem hohen Risikoaversität die den Ölpreis nun nach unten peitschen.
Wenn die OPEC wieder an Einfluss gewinnen will muss sie lernen, wieder Geschlossenheit und Stärke zu beweisen und vor allem ihre Ziele konsequent umzusetzen.
So long liebe Leser....ich plädiere dafür das Herz der OPEC allerdings noch nicht an der Biegung des Flusses zu begraben...diese Zeiten erfordern Taten und ich hoffe, dass die OPEC Taten auf ihre Worte folgen lässt....die Preise müssen stabilisiert werden, sonst werden wir in einigen Jahren auf große Probleme zutrudeln, wenn heute nicht weiter in den Auf - und Ausbau der Förderung investiert wird...bis morgen
Ihre Miriam Kraus