Globaler Rettungsplan - Rettet die PIIGS vor dem Schlachthof
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Februar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Als der Dow Mitte vergangener Woche plötzlich wieder deutlich stieg, wusste ich nicht, was ich davon zu halten hatte. Sollte das etwa heißen, dass ich bezüglich des Anfangs vom Ende falsch liege? Befinden wir uns immer noch irgendwo in der Mitte? Oder ist meine gesamte Theorie falsch?
Gedulden Sie sich, liebe Leser. Wir werden abwarten müssen, um es herauszufinden.
Die Zeitungen schrieben den großen Aufwärtstrend der Aktienkurse den Nachrichten aus Europa zu. Insbesondere Jean-Claude Trichets Reisepläne haben zu diesem Aufschwung geführt. Er war in Australien, um an einem Treffen teilzunehmen Dann flog er zurück nach Europa, um an einem anderen teilzunehmen.
Was dazu führte, dass er bei seinem Reisebüro anrief, war ein Problem, das sein Zentrum in Griechenland hat. Die Griechen stecken in Schwierigkeiten. Sie haben in den Blasenjahren zu viel Geld ausgegeben. Und dann sahen sie, wie ihre Steuereinnahmen in der Krise verschwanden.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Das sollte es, denn das Gleiche könnte man über die meisten Bundesstaaten der Vereinigten Staaten sagen. Fast alle haben Defizite. Und fast alle dieser Defizite werden immer größer.
Bislang haben die Ökonomien noch kein Problem. Die Kreditgeber denken, dass sie gut genug für das Geld sind. Es ist fast ein Wunder... oder übernatürlich... dass die Vereinigten Staaten - der gößte Kreditnehmer der Welt - in der Lage ist, Finanzierungen über zehn Jahre für weniger als 4% Zinsen zu erhalten. Da die offizielle Inflationsrate bei 2,7% liegt, heißt das, dass die Kreditgeber ihr Geld effektiv für wenig mehr als 1% Zinsen vergeben.
Es sind die kleinen Ökonomien, die die Probleme haben. Sie haben keine eigenen Druckerpressen. Wie Kalifornien und New York müssen sie letzten Endes ihre Bilanzen ausgleichen. Sie können den Weg aus der Krise nicht bahnen, indem sie ihre Währung entwerten. Wenn sie also mit dem Rücken zur Wand stehen, dann können sie entweder die Zähne zusammenbeißen und die Ausgaben gründlich einschränken. Oder sie machen Pleite... Konkurs... und lassen sich die Kosteneinschränkungen so aufzwingen.
Im Zentrum der aktuellen Debatten stehen die PIIGS - Portugal, Irland, Italien, Griecheland und Spanien. Gemeinsam belaufen sich ihre Schulden auf ungefähr zwei Billionen Dollar. Und die Kreditgeber machen es immer teurer, mehr Geld zu leihen. Wenn es so weitergeht, dann werden sie irgendwann Pleite machen. Und dann - so sagen die Finanzbehörden - werden schlimme Zwischenfälle kommen. Das gesamte europäische Finanzsystem könnte dann in den Keller gehen. Es wäre das Ende der Welt, die wir kennen.
Kommt Ihnen auch das bekannt vor? Das sollte es. Es sind die gleichen Angsttaktiken die man verwendete, als man zugelassen hatte, das Lehman Pleite macht. AIG musste gerettet werden. Und Fannie und Freddie. Und GM.
Jetzt wird das gleiche lahme Argument vermutlich dazu führen, dass man Griechenland rettet... und in Erweiterung dann auch all die anderen insolventen Länder am Rande Europas. Die Schulden werden gemeinsam geschultert... genauso wie die von Fannie und Freddie. Anstatt zuzulassen, das man selbstverschuldet scheitert, schließen sich die Länder Europas enger zusammen... und scheitern gemeinsam.
Die deutschen Politiker sprechen bereits über ein Programm, das im weitesten Sinne" Griechenland und die anderen Problemländer unterstützen soll. Schon bald wird in Europa das englische Wort Bailout" genauso verbreitet sein wie Hamburger" oder Coke".
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von lowih (18.02. 2010 16:13 Uhr):
.....retten wir ( E U ) uns doch gemeinsam zu TODE!. . Anders werden es hohle Holzköpfe nicht kapieren. Vermutlich ist das Vor-Stellungsvermögen über die Wirkung Ihrer Taten bei EU-Politiker so einfach gestrickt, daß diese sich einfach nichts vorstellen können, resp. eben nur das Falsche. Also was solls, man lernt -gemeinsam- durch die Erfahrungen! Und bekanntlich besteht ein Leben eigentlich nur aus diesen.
Antworten - Kommentar von Peter Jaunecker (19.02. 2010 12:36 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, Zu ihrem Beitrag "Globaler Schlachthof - rettet die PIGGS sei nur erwähnt, daß auch die rigorose Erweiterungspolitik der EU ihren Anteil an den finanziellen Nöten der sogenannten Geberstaaten hat. Jedes Kind konnte vor den diversen Erweiterungsschitten an 5 Fingern nachrechnen, daß bestimmte Staaten keinesfalls in die EU (wirtschaftliche und moralische Gründe) passen. Die Erweiterungsschritte scheinen das Motto gehabt zu haben, je mehr Schulden/Problem ein Staat hat, desto früher gelangt er in die EU (Billige Immobilien/Arbeitskräfte etc). Konsequenzen für die Verantwortlichen (deren Hintermänner und Lobbyisten) gibt/gab es keine - leider weltweit zu beobachten. Ich würde vorschlagen, eine weltweit gültige (gestaffelt nach der regionalen Kaufkraft) Einkommensobergrenze für Personen und Unternehmen (je Mitarbeiter = Betrag) einzuführen, der übersteigende Betrag wird bei Personen mit 100% versteuert, bei Unternehmen muß dieser Betrag bei einer staatlichen Investitionsbank (ohne direkte Einflußnahme des Staates) hinterlegt werden. Werden zu einem beliebigen Zeitpunkt diese Unternehmensrücklagen in Anspruch genommen, ist zu prüfen welchen Zweck die Entnahmen dienen sollen - für Investitionen oder Betriebserhalt wird keine Versteuerung verlangt, für Privatentnahmen sind die üblichen Steuersätze anzuwenden. Damit kann der Staat sich den Umweg der teuren Geldbeschaffung über die Banken ersparen, die Unternehmen sind wieder bemüht mehr Mitarbeiter einzustellen, der Einfluß der Banken auf die Unternehmen schwindet (Verbot der Firmenbeteiligung/Vorstandsbeiziehung),die geübte Zockermentalität wird zu dem was sie ist (gefährlich) und die Zahl der benötigten Rückzahlungen der Investitionsbank läßt sich mittels des Gesetzes über die Große Zahl (Schadenshäufikeit bei Versicherungen) in erwartbare Grenzen bringen. Im Gegenzug muß sich der Staat verpflichten, die Inflation hintanzuhalten (es kann nicht sein, wenn eine Ware/Dienstleistung um Geringes teurer wird, daß der Entverbraucher einen Preisschub im zweistelligen Prozentzahlenbereich erlebt. MfG Peter Jaunecker
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