Globale Schuldenkrise: Wir navigieren durch die Eisberge

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Während hier in den USA offensichtlich die ganze Nation die Idee von der "wirtschaftlichen Erholung" glaubt, bleibe ich sehr skeptisch. Einige der Zahlen scheinen wirklich einen Boden erreicht zu haben. Aber sie sind immer noch schlimm...und werden sich wahrscheinlich bald weiter verschlechtern.


Ich sage das, weil die tieferen Gründe immer noch ungelöst bestehen...und weil die Regierung die Probleme sogar noch verstärkt. Nach dem, was ich sehen kann, hat die größte staatliche Stimulation" der Weltgeschichte die amerikanische Arbeitslosenquote im Bereich 10% stabilisiert...obwohl es wohl eher 20% wären, wenn man breiter gefasste Indikatoren berücksichtigen würde. Sie scheint auch den Immobilienmarkt temporär stabilisiert zu haben, nachdem die Immobilienpreise zwischen 20% und 30% gefallen sind. (Und jetzt läuft das staatliche Kreditprogramm für Erstkäufer aus!) Und sie scheint diese Entwicklung verlangsamt zu haben: Mehr Ersparnisse und weniger Konsumausgaben.

Aktien-Investoren scheinen zu denken, dass ihnen dies eine großartige Möglichkeit bietet, Geld zu verdienen. Aber es ist schwer zu sehen, wie die Aktienkurse noch sehr viel weiter steigen können, wo der Wind der Entschuldung ins Gesicht bläst...und Eisberge von Schulden immer noch rechts und links schwimmen.


Griechenland hat sich vom Packeis gelöst und sank prompt. Griechische Staatsanleihen zahlen nun mehr als argentinische, was zeigt, wie gefährlich griechische Staatsanleihen geworden sind.

Die spanische Arbeitslosenquote liegt sogar nach offiziellen Angaben bei 20%, und auch die Spanier haben Haushaltsprobleme. Und auch England hat gewaltige Probleme. Die öffentlichen Finanzen sind durch eine neue große Welle von Schulden machen und Refinanzieren" belastet.

Und dann ist da die Situation in China. In einigen Teilen von Peking sind die Immobilienpreise gefallen, bis zu 18%. Auch die chinesischen Aktien haben begonnen, zu fallen, und zwar rund 20% von ihrem jüngsten Hoch.

So weit ich das sehe, ist die US-Wirtschaft mitten in einem Ozean voll gefährlicher Eisberge...und sie fährt zu schnell vorwärts.


Und die Passagiere verlassen das Schiff mit Rekordgeschwindigkeit (erinnern Sie sich an meinen Beitrag der illegalen Emigranten"?). Sie stürmen die Rettungsboote. Das erste Mal überhaupt sollen inzwischen mehr Menschen die USA verlassen als einwandern.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Peter Harting

Welchen Grund gibt es überhaupt, Amerikaner zu bleiben, wenn man das Land schon verlassen hat? Würde Frau Merkels Wunsch erfüllt und man müsste auch als Deutscher vom Ausland aus eine Steuererklärung für D abgeben, welchen Grund gäbe es für einen vernünftigen Menschen, sich dann noch "deutscher Staatsbürger" zu nennen? Noch gibt es ehrbare Länder, deren Verwaltung einem die Selbstbestimmung lässt. Haben Reedereien das wohl längst begriffen, wenn sie Schiffe unter der Flagge fahren lassen, die ihre Existenz garantiert?

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