Funktioniert der Kapitalismus eigentlich?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. April 2011, 07:30 Uhr
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Willst Du etwa behaupten, dass der Kapitalismus nicht funktioniert", fragte mich mein Sohn Henry, natürlich funktioniert er: wenn ein Unternehmen keine Gewinne erwirtschaftet, dann ist es bald nicht mehr im Geschäft, oder? Und wenn die Autohersteller kein Geld mehr verdienen, dann sind sie eben auch aus dem Geschäft - oder etwa nicht? Und dann kommt ein anderes Unternehmen und tritt an ihre Stelle. So soll es doch wohl auch funktionieren? Was ist also falsch daran?"
Nichts ist daran falsch", antwortete ich, aber das ist noch lange nicht die ganze Geschichte.
Die Leute meinen, der Kapitalismus würde sich auf natürliche Weise selbst korrigieren, sich selbst verbessern und sich selbst heilen. In einem gewissen Maße stimmt das auch, aber es gibt nirgendwo in der Welt ein System des reinen Kapitalismus - auch nicht in Amerika. Stattdessen gibt es überall einen Kapitalismus mit Ketten um die Fesseln und Bestechungsgeldern in den Taschen. Er arbeitet mit einem Geldsystem, das zentral kontrolliert wird und der Kapitalismus muss sich Tausenden von Regeln und Regulierungen unterwerfen."
Aber es passiert auch noch etwas anderes, weil Institutionen mit der Zeit degenerieren. Sieh' dir einfach einmal an, was in Washington passiert. Auf dem Papier hat Amerika immer noch die gleiche Regierungsform wie vor 200 Jahren. Die Verfassung ist immer noch das Gesetz des Landes. Die Leute wählen auch heute noch ihre Vertreter und sie können sie immer noch, wann immer sie wollen, aus dem Amt werfen. Aber wozu führt die beliebte Demokratie wirklich? Sie erzeugt Betrüger, Schwätzer und holzköpfige Marktschreier - die alle gelernt haben, das System zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen."
Und das gilt auch für den amerikanischen Kapitalismus. Der kleine Teilhaber an einem Aktienfonds glaubt, er sei ein Kapitalist. Er hat keine Ahnung, dass man ihn an der Wall Street für einen Dummkopf hält. Er steckt sein Geld hinein, aber er hat nicht die Kontrolle, die ein echter Kapitalist haben würde. Deswegen können die Verantwortlichen auch mit so unglaublichen Gehältern davonkommen. Sie haben gelernt, das System zu ihrem Vorteil zu nutzen, und das System selbst degenerierte."
Und wenn eine Institution degeneriert, dann degenerieren auch die Haltungen und Gewohnheiten der Leute, die mit ihr zu tun haben. Die Anleger z.B. fangen an zu glauben, dass sie sich wünschen, dass die Unternehmen shareholder value liefern - und dass sie es gleich tun. Sie wollen das leichte Geld und sie wollen das schnelle Geld. Deswegen scheren sie sich auch nur um die Quartalsergebnisse und darum, was mit dem Aktienkurs passiert."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hertig Ulrich (18.04. 2011 09:55 Uhr):
auch die kommunistische Wirtschaft brauchte Kapital. Kapitalismus scheint mir die falsche Bezeichnung. Marktwirtschaft erachte ich als richtig.
Antworten - Kommentar von Werner Horstmann (18.04. 2011 11:20 Uhr):
Dieser Artikel deutet darauf hin, wie ich schon, immer propagiere, unser zentrales Geldsystem muß gändert werden. Die Richtung ist klar, demokratischesgeld.de
Antworten - Kommentar von RK (18.04. 2011 11:39 Uhr):
Eine wieder einmal grandiose Zusammenfassung der Weltwirtschaft, des Kapitalismus u. Geschehens allg. Gottes reichen Segen und Gesundheit fürs bevorstehende Oster- besser Auferstehungsfest, alles Gute weiterhin für Ihre Lieben, Ihr RK
Antworten - Kommentar von walter bruno (18.04. 2011 22:38 Uhr):
Ja, und wat nu ? Hat denn keiner eine vernünftige Idee, wie wir den deformierten Kapitalismus oder die gefesselt "entfesselte" Marktwirtschaft wieder so hinbekommen, dass sich marktwirtschaftliche Risiken wieder überblicken und kalkulieren lassen ? Nach dem heutigen Ratingday zum Problemkind USA habe ich so meine Zweifel.
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