Euro-Stabilität lebenswichtig für deutsche Wirtschaft
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 2. November 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Am gestrigen Allerheiligen-Tag schnellte die Rendite für zehnjährige irische Staatsanleihen auf einen neuen Rekord. Die Rendite der Iren lag bei fast 7,2 Prozent. Der Abstand zu deutschen Staatsanleihen weitete sich auf das Rekordniveau von 4,67 Prozent aus.
Iren-Pleite nicht ausgeschlossen
Diversen Marktberichten zufolge wird Irland bereits als zweites Griechenland" angesehen. Sprich, eine Staatspleite des Inselstaates wird nicht mehr gänzlich ausgeschlossen. Hinzu kommen immer wieder wilde Gerüchte auf, wonach einige Länder damit drohen bzw. planen, aus dem Projekt der europäischen Gemeinschaftswährung auszuscheiden.
Griechischer Vize-Premier redet Tacheles
Apropos Griechenland, am vergangenen Wochenende war es ja der griechische Vize-Premier Pangalos, der gegenüber der Zeitung To Vima" die Möglichkeit einer Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden offen in den Raum stellte. Am kommenden Sonntag finden Regionalwahlen im Mittelmeerland statt. Vielleicht zeichnen sich ja nach dem Wahltag neue Entwicklungen ab. Nur am Rande sei insofern erwähnt, dass die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen gestern bei sage und schreibe 10,7 Prozent lag. Also nur wenig unterhalb des bisherigen Rekord-Niveaus vom Mai, das bei 12 Prozent lag.
Sicherung der Euro-Stabilität lebenswichtig für deutsche Wirtschaft
Dagegen ist für Patrick Adenauer, den Enkel des ersten Kanzlers der Bundesrepublik und Präsidenten von Die Familienunternehmer", die langfristige Sicherung der Euro-Stabilität durch konsequente Sanktionen gegen Defizitsünder lebenswichtig für die deutsche Wirtschaft." Adenauer zufolge sei auch die Verfassungsklage gegen den Euro-Rettungsschirm sehr wichtig für die Rechtssicherheit und die Sicherung der Währung. Interessant in diesem Kontext ist ja auch, dass sich 24 Familienunternehmer der Klage des Finanzwissenschaftlers Prof. Markus Kerber angeschlossen haben. Letztlich hängen Adenauer zufolge unsere gesamten aufgebauten betrieblichen und privaten Vermögen von einer stabilen Währung ab, also auch die kleinen Sparbücher. Sie dürfen nicht wie Schnee in der mediterranen Sonne dahinschmelzen."
Auf dem Weg zur dauerhaften Transferunion
Für Herrn Adenauer ist es darüber hinaus entscheidend, dass der 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm auf drei Jahre befristet bleibt und keine Dauerinstitution wird. Bereits die Errichtung des Fonds sei ein offener Vertragsbruch gewesen. Zudem würden dadurch die Regierungen ja geradezu eingeladen, weiter schlecht zu haushalten.
Am Ende des jüngsten Euro-Gipfels in Brüssel kam aber heraus, dass schon beim nächsten Gipfel am 16. bzw. 17. Dezember diesen Jahres darüber befunden werden soll, wie der dauerhafte Krisenmechanismus aussehen soll, der den bis Mitte 2013 etablierten Euro-Rettungsschirm ESFM ablösen soll.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die dauerhafte EU-Transferunion scheint wohl weder Ochs" noch Esel" aufhalten zu können.
Oder vielleicht doch noch die deutschen Bundesverfassungsrichter im Frühjahr 2011?
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von J Clauß (02.11. 2010 09:26 Uhr):
Hi.. Jedem, dem die Hilfe "untereinander" (a´la Rettungsschirm) nicht schmeckt, sollte sich IMMER darüber im klaren werden, wenn die "Leber" stirbt", dann stirbt auch der Rest des Körpers!!! Es mag sein, das der Euro sich in DER Form wie er bisher gehandhabt wird, vielleicht nicht halten kann, aber ohne "Ersatzplan-B" stirbt das ganze "Gebinde" Europa, was im Grunde ein Rückfall in alte Zeiten dar stellt. So gesehen wäre eine gegenseitige Hilfe und Kontrolle nur positiv, ABER natürlich mit gewissen Grenzen. Wer nicht zeigen kann, das es mit seiner Haushaltskonsolidierung ernst meint, der muss dazu gezwungen werden können, die EU zu verlassen. Regeln sind schließlich dazu DA, das sie befolgt werden...
Antworten - Kommentar von Ralf Banna (02.11. 2010 13:53 Uhr):
Hi and also greetings from Ho(r)nny Honecker (wg. Ochs und Esel). Am 11.11.2010 wird das BverfG neu zusammen gemauschelt. Kleiner Gruß vom galaktischen Widerstand aus Starnberg
Antworten - Kommentar von Schwarz WFT (12.11. 2010 11:52 Uhr):
Herrn Adenauer ist vollumfänglich zuzustimmen. Im übrigen muß und kann für Volkswirtschaften nur das gleiche gelten wie für Unternehmen und Personen. Sie müssen sich etwa mal nötiger Hilfen (z.B. durch Kreditgewährung) würdig erweisen. Kreditwürdigkeit und -fähigkeit müssen gegeben sein. In jedem anderen Fall ist der Geber/Unterstützer eigentlich verantwortungslos - auch unsere Regierungen. Sie handeln nämlich nicht mit eigenem Geld, sondern mit dem der Bürger! Aber vielleicht ist ihnen dies nicht immer bewußt!
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