Beispiellos hohe Neuverschuldung
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Dezember 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Am kommenden Mittwoch wird die neue Bundesregierung einen historisch einmaligen Haushaltsentwurf für das Jahr 2010 absegnen. Geplant wird mit Steuereinnahmen in Höhe von 211,9 Milliarden Euro (in etwa der Stand von 2006). Die Ausgaben sollen auf ein neues Rekord-Niveau von 325,4 Milliarden Euro anschwellen.
Nettokreditaufnahme bei über 100 Milliarden Euro
Höchst bedenklich stimmt, dass die Netto-Neuverschuldung auf eine bisher unerreichte Höhe anwachsen soll. Zusammen mit dem für die Banken- und Konjunkturstützung vorgesehenen Nebenhaushalt dürfte der Bund sich nächstes Jahr mit gut 100 Milliarden Euro netto neu verschulden. Hinzu kommt zusätzlich, dass noch einmal 300 Milliarden Euro aus dem Staatsschuldenaltbestand refinanziert werden müssen. Unter dem Strich beträgt die Bruttokreditaufnahme 2010 sage und schreibe 400 Milliarden Euro.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, nicht auszuschließen, dass eine noch höhere Kreditaufnahme droht, wenn krisenbedingt die Steuereinnahmen weiter einbrechen sollten. Sehr spannend wird auch die Frage, ob und ab wann die Notenbanker in Frankfurt wie ihre angelsächsischen Kollegen mit dem Ankauf der Staatsanleihen aktiv werden müssen.
Massiver Arbeitsplatzverlust in wichtigen Branchen
Es ist in der Tat sehr gut möglich, dass die Staatseinnahmenseite doch noch deutlicher unter Druck kommen könnte. In Deutschlands Schlüssel-Branchen, Auto- und Maschinenbau, steht im neuen Jahr laut dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Weise, ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen an. Das hohe Maß der Kurzarbeit könne so nicht beibehalten werden. Besonders Baden Württemberg, Bayern und Nordrhein Westfalen würden vom Job-Aderlass heftig getroffen werden. Darüber hinaus werde sich die Situation Langzeitarbeitsloser weiter nicht verbessern.
Währungsreform in Nordkorea
Indes hat Nordkorea schon Anfang Dezember für das Gros der Bevölkerung völlig überraschend mit der Umsetzung einer Währungsreform begonnen. Offiziell solle damit die Inflation bekämpft und der Schwarzhandel unterdrückt werden. Praktisch umgesetzt wurde die Reform schlicht damit, dass zwei Stellen der alten Währungseinheit weg gestrichen wurden. Sprich, aus 1000 alten Won wurden 10 neue Won.
Sehr interessant auch, dass es vor der Währungsreform über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg zu einem starken Verbraucherpreisanstieg gekommen ist. Zudem wolle die Regierung die Bürger noch stärker kontrollieren, zumal die Behörden beim Währungsumtausch genau ermitteln können, wer wie viel Bargeld gehortet habe.
Ja, die Nordkoreaner haben bereits hinter sich, was viele andere Nationen in den kommenden Jahren durchleiden" werden. Verblüffend ist, dass trotz siebenjährigen Preisanstiegs die Bürgerschaft völlig überrascht von der Maßnahme war.
Ein Schelm, wer nun denkt, dass auch in unseren Breiten die grobe Mehrheit der Bevölkerung von der Umsetzung einer Währungsreform völlig überrascht getroffen wäre. Jetzt vielleicht noch.
Aber nach einigen mageren Leidensjahren wird es irgendwann im Verlauf der nächsten Jahre alles andere als überraschend sein, wenn die Regierungsvertreter mit einer Währungsreform den Schlussstrich der Tragödie markieren.
Lassen Sie sich bloß nicht davon überraschen!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Horst Delfs (15.12. 2009 09:01 Uhr):
Weshalb überraschen lassen, wir wissen doch, daß wir heute seit 1998 schon im 11.Jahr nach unserer Währungsreform stehen, und was hat es geholfen? Die Zahlen auf der Bonner Schuldenuhr sind so schrecklich wie zuvor, nur eben in unserer neuen Währung. Freundliche Grüße
Antworten - Kommentar von Peter (15.12. 2009 20:34 Uhr):
Eine Währungsreform wird immer unabwendbarer. Obwohl wir in gut überwachter (Un)Freiheit leben werden wir von der Politik belogen und betrogen. Für die Rentner müssen Steuermittel bereit gestellt werden ( wir tanken auch schon Jahre für die Rentenzahlungen und es ist nicht genug da ) vergessen ist aber dass die prall gefüllten Rentenkassen von den überversorgten Politikern geplündert und veruntreut worden sind und dies über lange Jahre. Die Staatsverschuldung ( vor nicht einmal 10 Jahren in DM, heute ein noch höherer Betrag in EUR ) also locker verdoppelt. Es ist zu vermuten, dass die 1,75 Billionen EUR geschönt sind. Usw, usw, das nur so am Rande. Wir kleinen von oben, unten, hinten und vorne überwachten unmündigen Bürger zahlen die Zeche. Die Mitverursacher der ganzen Miesere sind auch weiterhin gut versorgt und können sich auf unser aller Kosten ein angenehmes Leben machen. Ich wünsche allen ein ( für dieses Jahr noch ) friedliches Weihnachtsfest.
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