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Elliott Wave: von der Charttechnik profitieren

Manche – vor allem weniger erfahrene – Anleger meinen, bei der Charttechnik handelt es sich um Leserei im Kaffeesatz. Doch wer sich einmal eingehender damit beschäftigt hat, kann ihr einen gewissen Wahrheitsgehalt kaum absprechen.

Anders als die auf fundamentale Daten gestützte Analyse betrachtet die Charttechnik einen entsprechenden Chart im Hinblick auf geometrische bzw. mathematische Phänomene. Zu der Charttechnik gehören unter anderem die Fibonacci Zahlenfolge und die Elliott Wave (Elliott Wellen)-Theorie.

Elliott Waves – wiederkehrende Wellen-Muster

In den 1930er Jahren wurde die Theorie der Elliott-Wellen von dem US-Amerikaner Ralph Nelson Elliott entwickelt. Elliott verfügte über gute Kenntnisse der so genannten Dow-Theorie, die von Charles Henry Dow bereits Ende des 19. Jahrhunderts formuliert worden war und als Basis für die heutige Technische Analyse verstanden werden kann.

Während einer längeren Krankheit beschäftigte sich Elliott über Monate hinweg akribisch mit dem US-Aktienmarkt, in erster Linie mit dem DJIA (Dow Jones Industrial Average). Im Ergebnis erkannte er, dass sich bei Aktienmärkten Kursmuster und Chart-Schwankungen innerhalb von wenigen Tagen verblüffend mit den Verläufen über längere Zeiträume hinweg wie Monate oder Jahre ähneln.

Elliott stellt ebenfalls fest, dass die Ausbreitung von Wellenmustern auf zyklische und fraktale Art und Weise erfolgt. Fraktale sind Muster, die aus einer ganzen Reihe von verkleinerten Plagiaten ihrer selbst bestehen.

In der Natur finden sich zahlreiche Beispiele für ähnliche Strukturen:

  • Zweige von Bäumen sind ähnlich wie ein ganzer Baum aufgebaut
  • bei Atomen bzw. Molekülen
  • bei Sonnensystemen
  • bei Schneeflocken

Das typische Grundmuster in der Elliott-Wave-Theorie ist der in Trendrichtung laufende so genannte 5-teilige Impuls.

Elliott Waves erklären Massen-psychologische Grundmuster

In diesem Sinne erklärt die Elliott-Wave-Theorie wiederkehrende Massen-psychologische Phänomene. Einer der größten Börsen-Gurus der jüngeren Vergangenheit, André Kostolany, war der Meinung, dass die Psychologie kurz- bis mittelfristig 90 % an der Börse ausmache.

Elliott dagegen vertrat die Ansicht, dass die Psychologie die Kursverläufe an den Märkten zu jeder Zeit bestimmt. Die fundamentalen Daten und Nachrichten, die jeden Tag im Zusammenhang mit der Börse verbreitet werden, seien keineswegs der Auslöser von Änderung des Verhaltens bei den Marktteilnehmern. Vielmehr handele es sich dabei um die Folgen eines bereits veränderten Verhaltens.

Beispielsweise werde eine Schwäche beim deutschen Leitindex DAX einmal mit der Krise des Euro, einmal mit dem sinkenden Ölpreis und ein weiteres Mal mit dem Rückgang der chinesischen Wirtschaft erklärt. Kursbewegungen an den Märkten würden somit quasi auf eine beliebige Ursache zurückgeführt.

Auch wenn die Elliott-Wellen-Theorie kein perfektes Analyse-Instrument darstellt, die Kursbewegungen an den Märkten zu prognostizieren, steht einer gewinnbringenden Umsetzung der Methode nichts im Wege.

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