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Hellofresh schmiert ab – Aktie zweistellig im Minus

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Gutes Q2, schlechter Jahresausblick – herrschte zu Beginn des Handelstages am Mittwoch noch Unsicherheit, ob die positive oder die negative Meldung die Stimmung dominieren würde, fiel das Votum der Anleger im Tagesverlauf deutlich aus. Die Aktie des Kochbox-Lieferanten Hellofresh brach um zeitweise mehr als 14 Prozent ein und ging schließlich als Schlusslicht im Dax aus dem Handel.

Jahresprognose deutlich nach unten korrigiert

Die letzte Prognose für 2022 stammte noch aus dem Dezember des Vorjahres – also einem Zeitpunkt, als die Zeichen insgesamt auf Erholung standen und es danach aussah, als würde sich die Situation nach knapp zwei Jahren Pandemie allmählich entspannen.

Stattdessen folgten nach dem Jahreswechsel der russische Einmarsch in die Ukraine und die höchste Inflation seit gut 4 Jahrzehnten. Beides belastet Unternehmen und Aktienmärkte erheblich. Vor allem die stark gestiegenen Preise für Erzeuger und Verbraucher schmälern die Kaufkraft, was sich unter anderem bei Hellofresh niederschlagen könnte, denn auch die Zutaten in den Kochboxen werden dieser Tage nicht eben billiger.

Q2 besser als von Analysten erwartet

Laut aktualisierter Prognose rechnet das Unternehmen für 2022 nicht mehr mit einem Konzernerlös von 20 bis 26 Prozent, sondern lediglich 18 bis 23 Prozent. Der operative Gewinn (Ebitda) war ursprünglich in einer Spanne von 500 bis 580 Millionen Euro angepeilt worden. Nun geht das Berliner Unternehmen lediglich von 460 bis 530 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr hatte das Ebitda bei knapp 528 Millionen Euro gelegen.

Zumindest für das zurückliegende 2. Quartal schnitt Hellofresh jedoch besser ab als von Analysten erwartet. Nach vorläufigen Zahlen geht Hellofresh von einem Rückgang des operativen Gewinns auf 140 bis 150 Millionen Euro aus. Im Vorjahresquartal hatte der Wert noch bei 158 Millionen Euro gelegen. Analysten hatten im Schnitt einen deutlicheren Einbruch auf 133 Millionen Euro erwartet und gehen nun davon aus, dass sich negative Effekte ins zweite Halbjahr verlagern dürften. In Q2 habe der Kochboxen-Lieferant zudem von Währungseffekten profitiert.

Hellofresh Aktie fällt unter 30 Euro

Der Umsatz für den Zeitraum von April bis Ende Juni liegt den Eckdaten zufolge mit 1,96 Milliarden Euro rund ein Viertel über dem Wert des Vorjahresquartals, als 1,56 Milliarden Euro erzielt werden konnten. Die genauen Zahlen wird das Berliner Unternehmen am 15. August präsentieren.

Die Hellofresh Aktie rutschte im Zuge der Ausverkaufsstimmung unter 30 Euro und hat sich damit seit Beginn des Jahres mehr als halbiert. Sie bildet damit neben dem Modehändler Zalando den schwächsten Titel im Dax im bisherigen Jahresverlauf.

Analysten uneins über Ausblick für Hellofresh

Unter den Analysten herrscht nach wie vor Uneinigkeit über Hellofresh und sein Geschäftsmodell. So hat in einer ersten Reaktion auf die vorgelegten Eckdaten das Analysehaus Bernstein Research seine Verkaufsempfehlung mit Kursziel 27 Euro bekräftigt und verwies dabei neben verfehlten Kundenzahlprognosen auf positive Wechselkurseffekte, von denen das Unternehmen im zurückliegenden Quartal stark profitiert habe.

Demgegenüber hat das Analysehaus Jefferies trotz der gesenkten Jahresprognose sowohl die Kaufempfehlung als auch das Kursziel von 66 Euro für die Hellofresh Aktie beibehalten. Zur Begründung nannten die Experten unter anderem die bereits bestehenden Lieferverträge, die die Fixkosten gut planbar machten. Zudem rechne man im weiteren Verlauf des Jahres mit keiner weiteren Absenkung der Gesamtprognose.