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Bedeutung von Kohle: Historisch und aktuell

Historisch gesehen ist der Rohstoff Kohle ein entscheidender Faktor, der wesentlich zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert beitrug. Die Förderung von Kohle stand im Mittelpunkt der strukturellen Entwicklungen. Kohle lieferte preiswerte und zuverlässige Energie. Der Bergbau nahm in der öffentlichen Wahrnehmung einen hohen Stellenwert ein und prägte ganze Regionen kulturhistorisch.

In Deutschland sind das Ruhrgebiet und das Saarland zu nennen. Im 19. Jahrhundert zog man neben der industriellen Nutzung Kohle zur Erzeugung von Stadtgas heran. Man verwendete es beispielsweise zur Beleuchtung, zum Kochen und Heizen. Das Gas gewann man durch Trockendestillation. Ein Prozess, mit dem man auch Koks herstellt. Im 20. Jahrhundert ersetzte man das Stadtgas weitgehend durch Erdgas.

Eine zentrale historische Bedeutung nahm der Rohstoff Kohle bei der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg ein: Diese begann 1951 mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, an der sechs Länder beteiligt waren. Sie sollte ein zentraler Schritt zu einem gemeinsamen europäischen Markt sein.

 

Stein- und Braunkohle und ihre aktuelle Bedeutung

Auch wenn Kohle in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund getreten ist, bleibt ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung auf der Welt groß. Das gilt für die klassischen Industrienationen ebenso wie für die Emerging Markets in Asien, Afrika und Lateinamerika. Noch heute erzeugt man rund die Hälfte der benötigten Energie für Industrie und Privathaushalte mit Kohle. Überall auf der Welt wird Kohle abgebaut und verbraucht.

Für das Industrieland Deutschland spielen Braun- und Steinkohle aktuell eine wichtige Rolle. Schließlich ist es der einzige fossile Brennstoff, der im eigenen Land in ausreichend großer Menge vorhanden ist. Angesichts dieser Bedeutung haben die Weltmarktpreise für Kraftwerkskohle in den vergangenen Jahren kräftig angezogen. Lag der durchschnittliche Preis pro Tonne SKE zwischen 1996 und 2003 bei ca. 40 Euro, stieg er bis Ende 2011 auf über 106 Euro.

 

Vorkommen und Abbau von Kohle

Den Rohstoff Kohle gewinnt man sowohl im klassischen Bergbau unter Tage als auch im Tagebau. Letzterer spielt besonders bei der Braunkohle eine wichtige Rolle. Auf dem Gebiet des Kohlebergbaus gab es in den vergangenen Jahren technologische Entwicklungen – auch aus Deutschland.

Modernste Maschinen fördern Kohle heutzutage nahezu vollautomatisch. Im Vergleich zu 1970 hat sich im deutschen Kohlebergbau der Ertrag pro Arbeitskraft ungefähr verdoppelt. In anderen Teilen der Welt ist die Arbeit im Bergbau nach wie vor eine schweißtreibende und gefährliche Angelegenheit.

Bei der Kohle sind die weltweiten Vorkommen im Gegensatz zu Erdöl weniger konzentriert. Eine Reihe von Ländern haben nennenswerte Vorkommen. Historisch hat fast jedes Land Kohlebergbau betrieben. Heute ist der Abbau nicht überall rentabel.

In Deutschland muss der Abbau von Steinkohle subventioniert werden, damit sie im internationalen Vergleich mithalten kann. Allerdings endet die Subventionierung bundesdeutscher Kohle im Jahr 2018. Dann wird der deutsche Markt auf Importe angewiesen sein.

Bemerkenswert ist, dass die in den einzelnen Ländern abgebaute Menge an Kohle meist selbst verbraucht wird. Nur rund 16 Prozent der geförderten Kohle handeln die Länder international.

 

Länder mit den größten Vorkommen

  • die USA mit 27 Prozent
  • Russland mit 18
  • China mit 13 Prozent
  • Australien mit 9 %
  • die Europäische Union mit 7 Prozent

Trotz seiner vergleichsweise geringen Vorkommen ist Australien derzeit der größte Exporteur von Koks-Kohle. Jeder Abbau-Stopp, wie bei den verheerenden Überschwemmungen Anfang 2011, führt zu großen Kursschwankungen. Daneben gibt es auch in Indonesien Kohlevorkommen. Das asiatische Land gilt als der kommende Exporteur und bietet schon heute auf dem Weltmarkt den größten Anteil an Thermalkohle an.

 

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