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Mick Knauff: Senken Sie Ihre Risiken mit Diversifikation!

Börsenexperte Mick Knauff nimmt am Aktienmarkt gern Chancen wahr. Doch dabei achtet er stets darauf, dass er auch die Risiken im Zaum hält. Beachten Sie lediglich ein paar wenige Grundregeln, um Ihr Depot sicherer zu machen!

43 % der deutschen Aktiendepots bestehen aus nur 1 bis 4 verschiedenen Aktien, das fand die Uni Bochum heraus. Ich war schockiert, als ich das las. Denn ein gut diversifiziertes Depot reduziert Risiken, ohne dass Sie auf Chancen verzichten müssten. Eine gute Diversifikation erreichen Sie bereits mit 10 verschiedenen Werten. Bei 20 sind Sie schon sehr gut diversifiziert. Eine weitere Streuung des Kapitals bringt dann nur noch marginale Vorteile.

Diversifikation bedeutet mehr, als nur verschiedene Aktien zu kaufen

Diversifikation bedeutet aber nicht, dass es genügt, einfach verschiedene Aktien ins Depot zu legen. Ein Depot mit BMW, Daimler, VW, Toyota und General Motots weist zwar 5 verschiedene Werte auf – die verhalten sich aber alle ähnlich. Auch wenn Sie Automobilfan sein sollten, bringt es nichts das Depot ausschließlich mit Automobilwerten zu füllen. Boomt der Automarkt, sind Sie natürlich strahlender Gewinner. Im Konjunkturabschwung jedoch trifft es Sie besonders hart, da Sie keine Aktien im Depot haben würden, die die Verluste der extrem konjunktursensiblen Auto-Aktien abfedern könnten.

Für eine gute Diversifikation berücksichtigen Sie daher bitte auch immer die Branchen der Unternehmen, in die Sie investieren. Gern dürfen die Aktien auch aus verschiedenen Staaten oder gar Kontinenten stammen. Sie streuen damit auch über Landesgrenzen und sogar Währungsräume hinweg.

Die Experten streuen dann auch noch über verschiedene Risikoklassen hinweg. Dann werden zum Beispiel eine Anleihe mit einer Aktie und einem Hebelpapier kombiniert. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Korrelation zwischen den verschiedenen Wertpapieren gering ist. Das Risiko dieses  Gesamtdepots ist dann geringer als das Risiko der Einzelwerte.

Achten Sie auf möglichst wenig korrelierte Aktien

Eine niedrige Korrelation heißt übrigens nicht, wie häufig angenommen wird, dass Wertpapier A steigt, wenn Wertpapier B fällt. Viele Anleger verzichten auf eine gute Depot-Diversifikation, weil sie annehmen, das wäre ein Nullsummenspiel. Doch darum geht es nicht. Wichtig ist, dass sich die einzelnen Depotpositionen möglichst wenig gegenseitig beeinflussen. Die Aktie einer Goldmine wird fallen, wenn der Goldpreis nachgibt. Das wäre eine hohe Korrelation und geringe Diversifikation.  Kombinieren Sie aber die Aktie einer Goldmine mit einem Nahrungsmittelhersteller, senken Sie Ihre Risiken. Beide Aktien werden mit großer Wahrscheinlichkeit voneinander völlig unabhängige Kursverläufe aufweisen.

Ziel jeder Vermögensanlage – auch der diversifizierten – ist eine Mehrung Ihres Kapitals. Sie suchen sich daher für Ihr diversifiziertes Portfolio natürlich auch nur Werte aus, von denen Sie grundsätzlich steigende Kurse erwarten. Bei einem diversifizierten Portfolio bekommen Sie also Wertzuwächse – sie finden jedoch nicht bei jeder Depotposition zur gleichen Zeit statt.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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