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Ist „Sell in May and go away“ noch zeitgemäß?

Inhaltsverzeichnis

Sell in May and go away – eine sehr bekannte Börsenweisheit, die gerade eine Handlung von Ihnen fordert. Wir haben Mitte Mai – laut Börsenweisheit sollten Sie dringend Ihr Depot checken und die eine oder andere Aktien verkaufen, aber ist das wirklich sinnvoll?

„Sell in May“ – wie kam es dazu?

Ihren Ursprung hat die Börsenweisheit wahrscheinlich in Großbritannien. Komplett hieß es damals „Sell in May and go away. Come back on St. Leger’s Day“.  St Leger’s Stakes war ein Pferderennen, das ab 1776 jedes Jahr im September auf der Rennbahn in Doncaster, South Yorkshire stattfand. Die britischen Investoren, Aristokraten und Banker sollten ihre Aktien im Mai verkaufen, um die Sommermonate außerhalb Londons entspannt zu genießen. Im September ging es zum Pferderennen zurück in die Stadt – der ideale Zeitpunkt, um wieder in den Aktienmarkt einzusteigen.

Inzwischen kann man Aktien überall handeln – auch während der Sommerfrische. Da ist die Frage durchaus berechtigt, ob die Börsenweisheit noch gilt oder längst aus der Zeit gefallen ist. Eine Änderung gibt es auf jeden Fall: Statt „Come back on St. Leger’s Day“ heißt es heute „Come back in September“.

Analyse der Deutschen Bank

Grundsätzlich belegen Statistiken, dass das Börsenjahr oft zweigeteilt ist und häufig laufen die Kurse von Oktober bis zum Frühjahr besser als von Mai bis September. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Letztes Jahr wäre es beispielsweise besser gewesen, im Sommer statt im Mai zu verkaufen.

Laut tagesschau.de hat die Deutsche Bank die Daten über einen längeren Zeitraum analysiert und kam zu dem Ergebnis, dass „Sell in May“ rückblickend eine gute Entscheidung gewesen wäre. Für die Analyse haben die Experten sich den STOXX Europe 600, den Index der 600 größten europäischen Unternehmen, genauer angeschaut.

Das Ergebnis fasst tagesschau.de so zusammen: Von 1987 bis heute hätten Anleger mit der Strategie „Sell in May“ durchschnittlich 9,1 Prozent Kursperformance auf ein Jahr hochgerechnet erzielt. Hätten sie dagegen ihre Aktien auch über den Sommer gehalten, wäre die Veränderung mit einem Plus von 7,4 Prozent geringer ausgefallen.

Überraschendes Ergebnis

Allerding kam dieses Ergebnis durch Sondereffekte zustande. Verstärkt wurde die Tendenz nämlich vor allem durch die großen Einbrüche an den Aktienmärkten 1998, 2001 und 2008. Sie fielen jeweils in das Zeitfenster Frühjahr bis Herbst. Diese Einbrüche besserten die „Sell-in May“ -Bilanz auf. Wären diese außergewöhnlichen Marktereignisse nicht eingetreten, hätten die „Sell in May“-Anleger in 23 von 37 Jahren unterdurchschnittlich abgeschnitten.

Ein Blick in die USA zeigt, dass Anlegerinnen und Anleger mit der „Sell in May“-Strategie in den letzten Jahrzehnten schlechter gefahren wären. Beim S&P 500 hat sich der Verkauf im Frühjahr weniger gut ausgezahlt. Für die Verkäufer wurde seit 1973 ein Kursplus von 9,4 Prozent pro Jahr ausgerechnet, über 10,1 Prozent freuten sich diejenigen, die durchgehalten haben. Vertrauen Sie also besser nicht darauf, dass Sie mit „Sell in May“ großartige Gewinnchancen mitnehmen.