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Walmart Aktie – ordentlich Porzellan zerdeppert

Inhaltsverzeichnis

Der größte US-amerikanische Einzelhändler Walmart legte geradezu katastrophale Zahlen für das erste Quartal vor. Der Aktienkurs schepperte Richtung Süden. Wie geht’s nun weiter?

Bei Walmart gibt’s (fast) alles

Erst ein Uncle Sam Laden (im Deutschen wohl „Tante Emma Laden“), dann stetig wachsendes Sammelsurium, ein Gemischtwarenladen, Lager bzw. Magazin und am Ende Shopping Paradies. Diese Aufzählung spiegelt, wenn auch nicht genau, so doch ziemlich annähernd, die Entwicklung des kleinen Krauters, der im Jahr 1962 gegründet wurde, zum mit Abstand größten Einzelhändler in den USA. Walmart war, ist und bleibt gleichsam eine amerikanische Institution. Bei Walmart gab es seit dem Gründungsjahr mehr und mehr, und es gibt heute da alles – naja, fast alles.

Ein wenig unnützes Wissen für den nächsten Smalltalk im Biergarten: Der Firmenname Walmart ist abgeleitet von Gründer Sam Walton, nämlich Walton Market. Der Pfiffikus aus Arkansas war als Händler kein unbeschriebenes Blatt. Denn schon zwölf Jahre zuvor, 1950 also, eröffnete er in der Kleinstadt Bentonville seinen ersten Laden. Bezeichnender Name Dime & Nickel Store. Der Name, der dann auch für Walmart Programm sein sollte: Bei uns gibt’s alles – gut und billig.

Das erste Quartal – Crash & Carry

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres betrugen die Umsatzerlöse gut 141 Milliarden US-Dollar – immerhin 2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Gewinn konnte da – leider – nicht mithalten. Im Gegenteil, denn Walmart verdiente rund 2,1 Milliarden Dollar. Das waren nahezu 25 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum.

Die Gründe für diese enttäuschenden Zahlen nannte Vorstandschef Doug McMillon. Und diese Gründe sind praktisch identisch mit denen, die viele andere Firmen nennen, die in diesen Tagen und Wochen enttäuschende Zahlen vorlegen: die hohe Inflationsrate in den Vereinigten Staaten und geradezu explodierende Betriebskosten, namentlich für Energie und Kraftstoffe sowie auch für Löhne. Bei mehr als zwei Millionen MitarbeiterInnen kommt da bei Walmart schon einiges zusammen.

Aktie rauschte runter

In den USA ist Walmart zweifellos eine Institution, ohne den Handelsriesen gäbe es kein „American Way of Live“. Und zu diesem Way of Live gehören bisweilen auch Enttäuschungen an der Börse. Bestes Beispiel sind die herben Kursverluste von Tech-Werten in den vergangenen Wochen – zugegeben nach einem länger anhaltenden Aufschwung.

Deshalb sollten Investoren den momentanen Drop der Walmart Aktie nicht überbewerten. Treue Anleger verbuchten in den vergangenen zehn Jahren alles in allem mehr als 150 Prozent Gewinn, sodass der Dip verkraftbar scheint.

Noch Ende April sonnten sich die Papiere auf einem historischen Hoch von umgerechnet knapp 150 Euro, um dann bis auf 120 Euro nach unten durchgereicht zu werden.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von geschätzten 20 für das Geschäftsjahr 22/23 scheint für einen Konsumwert durchaus angemessen, demnach nicht überteuert. Geduldige Anlieger legen sich auf dem aktuellen Kursniveau ein paar Stücke des Handelsriesens ins Depot und… warten einfach ab.