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Dow Jones: Löste der Bitcoin den jüngsten Aktiencrash aus?

Am Montag erlitt der Dow Jones den größten Tagesverlust seiner Geschichte (in Punkten gemessen). Auffällig ist, dass es diesmal keine Sicheren Häfen gab. Es fiel einfach alles. Auffällig ist aber außerdem ein zeitlicher Zusammenhang mit Bewegungen am Kryptowährungsmarkt.

Schlagen die Kryptos jetzt auf die Aktienbörsen durch?

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass starke Bewegungen am Kryptowährungsmarkt mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Wochen auf den Aktienmarkt durchschlagen.

Jedes Mal verbunden mit einer starken Aktivität von Privatanlegern, die offenbar aus „Herdentrieb“ vom Krypto-Markt in Aktien umschichten, was dort dann ähnliche Bewegungen auslöst.

So schlug der exponentielle Anstieg beim Bitcoin im vergangenen November/ Dezember ab Januar auf die US-Aktienbörsen durch, während der Bitcoin (zunächst moderat) korrigierte. Wurden hier Gewinne aus dem Bitcoin versilbert und direkt in Aktien investiert?

Auffälliger zeitlicher Zusammenhang

Das umgekehrte Bild zeigte sich Ende Januar. Da korrigierten die Kryptos schon eine Weile. Doch schließlich lief die Korrektur aus dem Ruder.

Am vergangenen Montag setzte bei den Kryptos eine regelrechte Verkaufspanik ein, als die Meldung kam, dass China sämtliche Webseiten mit Kryptohandel sperren will und dass weitere Zentralbanken Einschränkungen planen.

Genau in diesem Moment wurde auch der Aktienmarkt in die Tiefe gerissen. Rohstoffe und Devisen ebenfalls. Vermutlich mussten hier Löcher bei Krypto-Positionen durch den Verkauf anderer Assets gestopft werden.

Bitcoin: Steckte die Verkaufswelle andere Märkte an?

Beim Bitcoin wurden im Tief (asiatischer Handel) 6000 Dollar erreicht – eine Preisdrittelung vom Allzeithoch bei 20.000 Dollar Mitte Dezember 2017.

Und schon ziemlich nah an meinem damals ausgegebenen und seinerzeit utopisch klingenden Mindest-Korrekturziel von 5000 Dollar. Aber noch nicht zwangsläufig „unten“.

Ansteckungseffekte der Kryptos sind ein neues Phänomen

Eine solche Korrelation zwischen Kryptowährungsmarkt und anderen Märkten (insbesondere) Aktien ist neu. Das gab es bisher nicht. Eine solche Entwicklung wäre auch gefährlich für die Realwirtschaft.

Im Jahr 2007 hatte zuletzt eine platzende Blase in einem anderen Sektor (Immobilienmarkt bzw. Subprimes) eine weltweite Finanzkrise ausgelöst und den Aktienmarkt abstürzen lassen.

Hier würde sich einmal mehr zeigen, wie dämlich die Zentralbanken dieser Welt sind. Haben wir nicht erst vor kurzem noch zu hören bekommen, ein möglicher Crash bei Kryptowährungen hätte keine Folgen für die Finanzmärkte, da es sich um einen kleinen Markt handle, bei dem große Teile des Finanzsystems gar nicht engagiert sei?

Zentralbanken bisher „ahnungslos“

Nun gut, das ist etwas dran. Der derzeitige Auslöser „Kryptowährungen“ ist viel kleiner als der Immobilien/Subprime-Markt des Jahres 2007. Außerdem stecken die Banken diesmal nicht knietief im Sumpf.

Die Krypto-Blase wurde überwiegend von Privatanlegern aufgepumpt. Deshalb sollten die negativen Ausstrahlungseffekte wesentlich überschaubarer ausfallen als 2008.

Dennoch sind diese Auswirkungen spürbar negativ (siehe Börsenübertreibung in den USA im Januar und Blitzcrash in dieser Woche!) Ich halte es daher für grob fahrlässig von den Notenbanken, die Zusammenhänge zwischen den Kryptos und anderen Märkten einfach auszublenden.

Immerhin hat die Sache auch ein Gutes: Es gibt endlich wieder Aktien zu vernünftigen Einstiegskursen!

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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