Weizen in 2010 – Anbau rückläufig
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 10. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
nachdem wir uns gestern einen Rückblick auf die Getreidepreise in 2009 gegönnt haben, möchte ich nun heute einen Ausblick aufs Jahr 2010 wagen.
Das US-Landwirtschaftsministerium hat gestern die neuesten Ernteschätzungen abgegeben. Auf diese werde ich mich nun im folgenden stützen!
Weizen in 2010 - nach wie vor rekordhohe Endbestände zu erwarten
Gestern hat das USDA erneut seine Endbestandsprognose für das Erntejahr 2009/10 angehoben. In den USA werden nun bis zum Ende des Erntejahres am 31. Mai rekordhohe Endbestände in Höhe von 981 Millionen Scheffel erwartet. Die erwartete stocks-to-use-ratio bei 49% ist die höchste seit über 20 Jahren.
Weltweit erwartet das USDA Endbestände in Höhe von 196 Millionen Tonnen.
Sehen wir uns folgende Grafik an, die einen Überblick über die US-Weizen-Markt-Statistik gibt:
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Das Resultat: Anbau geht zurück
Die Aussichten auf rekordhohe Endbestände haben im vergangenen Jahr bereits die Preise unter Druck gesetzt. Doch die Landwirte können auf diese Entwicklung natürlich erst etwas verspätet reagieren. Dennoch: die Reaktion kommt, wie an der Winterweizenaussaat abzulesen ist.
Das USDA schätzt, dass die Winterweizenanbaufläche in den USA mittlerweile auf 37,1 Millionen acres (etwa 15 Millionen Hektar) reduziert worden ist. Das entspricht einem Rückgang von 14% gegenüber dem Vorjahr und stellt das niedrigste Level seit fast 100 Jahren dar.
Fazit
Nachdem die Weizenpreise aufgrund des steigenden Überangebots im vergangenen Jahr weiter unter Druck geraten sind, verliert der Weizenanbau für die Farmer zunehmend seinen Reiz. Die logische Konsequenz, welche sich hieraus ergibt, ist eine Reduktion der Anbaufläche. Wie an der US-Winterweizenaussaat abzulesen ist, hat dieser Trend bereits begonnen. Zudem sollte sich ab diesem Jahr langsam wieder die Nachfrage stabilisieren, die in 2009/10 aufgrund der weltweiten Rezession deutlich eingebrochen ist.
Ich schätze, dass die Winterweizenpreise auch saisonal bedingt noch bis zur Erntephase im Sommer leicht unter Druck stehen dürften. Ab Mitte des Jahres sollte sich dann langsam wieder eine Erholung einstellen, bei rückläufiger Produktion und insgesamt tendenziell wieder wachsendem Verbrauch für das kommende Erntejahr.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Torsten Warn (11.02. 2010 01:24 Uhr):
Hallo Frau Kraus! Koennen sie bitte etwas zu Kautschuk sagen. Insbessondere Ihre Prognose fuer die kommenden Jahre. Vielen Dank, Gruesse, T. Warn
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