Eine Revolte des freien Unternehmertums?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 9. Dezember 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Die amerikanischen Privateinkommen sind im Oktober gestiegen. Aber sie wurden von den Gaben der Regierung nach oben getrieben, heißt es von David Rosenberg. Lässt man das günstige Geld von der Regierung außer Acht, dann sind die Einkommen in Wahrheit eingebrochen.
Die Einkommen sind schon seit langer Zeit in den Vereinigten Staaten gefallen. Mein englischer Kollege Brian Durrant fragt sich, warum es keine Revolution gibt:
Stellen Sie sich ein Land vor. Für die obersten 20% der Bevölkerung sind die Realeinkommen seit 1970 um 60% gestiegen. Aber für die anderen vier Fünftel sind die Realeinkommen um mehr als 10% gefallen. Spreche ich über Guatemala oder Bolivien? Ungerechtigkeiten dieser Art haben in der Vergangenheit oft eine Unzufriedenheit hervorgerufen, der sich teilweise durch revolutionäre Bewegungen und soziale Unruhen Ausdruck verschafft hat.
Warum schrumpfende Schulden Grund zur Sorge sind
Aber ich spreche nicht über einen kleinen lateinamerikanischen Staat. Diese Zahlen gelten für die Vereinigten Staaten. Wie kann das sein? Die Mittelschicht in Amerika steht heute sicherlich besser da als 1970, wenn man sich die weitere Verbreitung des Automobilbesitzes, die besseren Häuser und weitere Güter und Geräte ansieht. Aber die Antwort liegt in den Schulden. Kein Wunder, dass die Politiker sich Sorgen machen, dass diese schrumpfen könnten.
Ich habe bereits gesagt, dass die vergangenen zehn Jahre verloren sind, wenn man sich die Einkommen, die Beschäftigungszahlen und das Wachstum am Aktienmarkt ansieht. Die meisten Menschen haben ihr gesamtes erwachsenes Leben damit verbracht, abzurutschen. Seit der Regierung unter Carter, hat ein durchschnittlicher Amerikaner Einkommen verloren. Eine gesamte Generation hat keine finanziellen Fortschritte verzeichnen können.
Aber sie haben nicht revoltiert. Stattdessen haben sie Geld geliehen. Sie haben davon weitere Geräte und mehr Wohnfläche kaufen können. Es hat ihnen auch den Eindruck vermittelt, dass es besser wird. Jetzt haben wir das Ende dieser Phase der Schuldenexpansion erreicht. Jetzt schrumpfen die Schulden. Genauso der Lebensstil... und das Gleiche gilt für das grundlegende Vertrauen der Amerikaner in das freie Unternehmertum.
Amerika konnte gedeihen, weil die Leute an das freie Unternehmertum geglaubt haben und an die kontrollierten Staatsausgaben. Jetzt scheinen sie das genaue Gegenteil zu glauben. Das Unternehmen sorgfältig kontrolliert werden müssen... und dass die Regierung so viel sie will ausgeben kann.
Aus Diagrammen kann man heute ablesen, dass das kommunistische China heute mehr Vertrauen in das freie Unternehmertum hat, als die Amerikaner.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ingo G Souviron (09.12. 2009 11:19 Uhr):
Hallo Herr Bonner, ich lese Ihre Beiträge nun seit geraumer Zeit und denke es ist an der Zeit Ihnen zu Ihrer klaren Sichtweise der Dinge zu gratulieren. Leider verstehen und akzeptieren in der Regel nur diejenigen die Fakten, die Diese bereits kennen und oder erahnen. Nun aber zur Sache. Sie fragen wiederholt auf die eine oder andere Weise, weshalb die Leute nichts ändern respektive weshalb es keine Revolution gibt. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. 1. Es gibt keine Revolution solange mehr als ca. zwei Drittel der Betroffenen mehr zu verlieren haben als zu gewinnen. 2. Es gibt keine Revolution solange die Betroffenen HOFFNUNG haben und Hoffnung ist einer der wesentlichen Faktoren des Systems Marktwirtschaft in einem als Demokratie verkauften Lobbysystem, wobei die Gruppe der Beamten und Politiker ebenfalls eine Lobby ist. Dem Bürger wird eingeredet er hätte eine Wahl, ja die hat er, ihm wird jedoch nicht klar gemacht zwischen welchen Alternative er tatsächlich wählen kann, welche echte Wahl er also hat, ohne Probleme zu bekommen und welcher Preis für jede seiner gewählte Freiheit jeweils zu bezahlen ist . Dieses Thema ist sehr weitläufig und kann deshalb an dieser Stelle nicht detailiert abgehandelt werden. Das Prinzip ist jenes von Brot und Spielen oder eben, gib dem Volk so viel dass es etwas zu verlieren hat wenn es aufmuckt. Natürlich gibt es auch hier Grenzen, die sind jedoch sehr sehr hoch angesiedelt. 3. Ein weiteres und letztes Stichwort wäre BETROFFENHEITSDEMOKRATIE. Die Probleme der Menschen, wenn auch oft mit denselben Ursachen sind so unterschiedlich, dass sich nur sehr schwer Gruppen bilden können die sich zusammenrotten um das System ändern zu können und überhaupt ist es gar nicht so einfach eine seriöse stichhaltige Alternative zu formulieren.
Antworten - Kommentar von Geza Fodor (09.12. 2009 18:18 Uhr):
Das ist schön und gut, dass Sie über die amerikanische Einkommensverhältnisse schreiben und reden. Wäre vieleicht auch nicht angebracht darüber ein paar Wörtchen zu verlieren, dass nach Untersuchungen mehreren Wirtschaftsforschern und Instituten wir in Deutschland einen durchschnittlichen Realeinkommen haben, wie im Jahr 1992?
Antworten