Baltic Dry Index

in DAX Daily
vom


auf mehrfachen Leserwunsch werde ich mich heute nach längerer Abstinenz einmal wieder dem Baltic Dry Index (BDI) zuwenden. Wie Sie aus meinen früheren Analysen wissen, ist dieser Frachtratenindex ein unbestechlicher Konjunkturindikator, der sich nicht durch statistische Spielereien von Regierungen beeinflussen lässt. Er wird gern als Indikation für die Verfassung des Welthandels und damit der Weltkonjunktur eingesetzt. Leider hat er aber den Nachteil, dass er sehr schifffahrtspezifisch ausfällt. Dazu komme ich gleich noch. Zunächst zum Chart.


Baltic Dry Index im Wochenchart

Der BDI konnte vom Tiefpunkt der Finanzkrise Ende 2008 eine kräftige Erholung starten, die ihn bis an seinen 200er Durchschnitt führte. Kleine Anmerkung: An diesem Chart sehen Sie übrigens sehr gut, dass 50er und 200er Durchschnitte auch auf Wochenbasis als Unterstützungs- und Widerstandslinien bestens funktionieren. Der 200er Durchschnitt war jedoch bereits das Ende der Erholung, er konnte nicht überwunden werden. Wir haben es also bisher mit einer typischen Erholung im übergeordneten Abwärtstrend zu tun.

Seit diesem Hochpunkt vor über einem Jahr fällt der BDI wieder, wobei die Fallgeschwindigkeit in letzter Zeit zunimmt. Es hat sich ein neuer Abwärtstrendkanal herausgebildet, der zu neuen Tiefs führen dürfte, wenn er nicht bald nach oben aufgebrochen werden kann. Schlechte Aussichten für die Frachtraten auf dem Seeweg also.

Auch für die Weltkonjunktur? Da muss ich zwei Einwände bringen. Zum einen sollen im Bereich der Frachtschiffe deutliche Überkapazitäten bestehen, die nur mit drastischen Einbrüchen bereinigt werden können. Zum anderen sollen die jüngsten Naturkatastrophen in Australien zumindest für einen Großteil der letzten Rückgänge beim BDI verantwortlich sein. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet und kann das nicht überprüfen. Ich kann nur sagen, dass der BDI als Frühindikator für eine Konjunktur-Erholung sehr gut funktioniert hat (Bodenbildung vier Monate vor den westlichen Aktien-Börsen), dass er seit einem Jahr aber überhaupt nicht mehr mit den Wachstumsraten der Weltkonjunktur oder den Börsen Schritt hält. Und aus diesem Grund halte ich mich vorerst lieber von diesem Index fern.

Zur Prognose zukünftiger Aktienkursentwicklungen taugt er aktuell überhaupt nicht, zumal die Börsen momentan die Inflationskarte spielen. Mag sein, dass die Anleger damit eine wichtige Entwicklung ignorieren, aber eine solche Ignoranz kann manchmal sehr lange anhalten. Erinnern Sie sich nur mal an die Jahre 1998 bis 2000, falls Sie da schon (wie ich) an der Börse aktiv waren. Warnsignale gab es damals über lange zeit, bevor diese tatsächlich ach wirksam wurden. Trends an den Aktienbörsen können im Rausch der Massenpsychologie (ja es ist ein Irrenhaus) sehr stark sein und länger anhalten, als gedacht und entgegen aller fundamentalen Vernunft. Halten Sie sich deshalb zuerst an die Charts der Aktienbörsen selbst und betrachten Sie Fundamentalentwicklungen nur als nützliches Hintergrundwissen.

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von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

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Kommentar von Werner Bläser

"...Warnsignale gab es damals seit langer Zeit, bevor sie auch wirksam wurden". Natürlich behält man als Doomer and Gloomer längerfristig IMMER Recht, ebenso wie als Bulle. Denn die nächste Baisse wie die nächste Hausse an der Börse kommen garantiert IRGENDWANN. - Mit Ihren einschränkenden Hinweisen zum Baltic haben Sie Recht, hier spielen zuviele intervenierende Variablen (Schweinezyklus im Schiffbau und anderes) mit hinein. Prognosetreffer mittels dieses Index sind heute eher Zufall.

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