Delta Air – mehr Umsatz, aber weniger Gewinn als vor Corona

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Die in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia beheimatete Fluggesellschaft Delta Air Lines – eine der größten weltweit – blieb im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn leicht unter den Erwartungen. Der Ausblick auf das Schlussquartal fällt dafür überraschend positiv aus, die Aktie steigt.

Umsatz übertrifft vorpandemisches Niveau

Angesichts der pandemiebedingten starken staatlichen Einschränkungen in den vergangenen beiden Jahren sind die Zahlen des am 30. September 2022 beendeten dritten Quartals des Geschäftsjahres 2022 besser mit denen von 2019 vergleichbar – dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie. Tatsächlich gelang es Delta, den Umsatz im Vergleich zu 2019 dank einer starken Nachfrage im Sommer und wieder kräftig anziehender internationaler Flugreisen um 11 Prozent auf einen Rekordwert von 13,98 Milliarden US-Dollar zu steigern.

Der um die Raffinerieverkäufe an Drittparteien bereinigte Umsatz lag bei 12,84 Milliarden Dollar und damit um 40 Prozent höher als im pandemiegeplagten Vorjahr und um 3 Prozent höher als 2019. Branchenanalysten hatten im Schnitt noch etwas mehr erwartet.

Der Umsatz aus dem Passagierbereich war im abgelaufenen Quartal mit 11,46 Milliarden Dollar nahezu identisch mit dem des Jahres 2019. Im Frachtgeschäft gelang eine Steigerung um 27 Prozent auf 240 Millionen Dollar und die übrigen Umsätze lagen mit 2,27 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch als 2019.

Maßgeblich dafür ist die unternehmenseigene Ölraffinerie, die im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 lediglich 6 Millionen Dollar zum Konzernumsatz beitrug, nun aber 1,13 Milliarden Dollar!

Hurrikan Ian drückt Gewinn leicht nach unten

Während die im S&P 500 notierte Fluggesellschaft beim Umsatz die Werte von 2019 inzwischen übertrifft, sind die damaligen Gewinn-Kennzahlen auch wegen der gestiegenen Kosten vorerst noch außer Reichweite. So liegt das Betriebsergebnis nach der bereinigten Non-GAAP-Bilanzierung mit 1,49 Milliarden Dollar um 27 Prozent unter dem Wert von vor drei Jahren, das Nettoeinkommen mit 966 Millionen Dollar sogar um 36 Prozent.

Dementsprechend hinkt auch das verwässerte Ergebnis je Aktie mit 1,51 Dollar noch um 35 Prozent hinter den 2,33 Dollar aus dem Jahr 2019 hinterher. Zudem fiel das Ergebnis je Aktie etwas schwächer aus als von den Experten berechnet, was das Delta-Management mit den Auswirkungen von Hurrikan Ian Ende September erklärt.

Optimistischer Ausblick auf das Schlussquartal

Das Delta-Management geht davon aus, dass die Nachfrage im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 stabil bleiben oder sogar weiter anziehen wird. Folglich soll der Umsatz gegenüber 2019 um 5 bis 9 Prozent steigen und das Ergebnis je Aktie einen Wert zwischen 1 und 1,25 Dollar erreichen. Damit werden die Prognosen der Branchenanalysten deutlich übertroffen. Die Anleger nehmen den erfreulichen Ausblick mit Wohlwollen zur Kenntnis und lassen die Delta-Aktie vor dem US-amerikanischen Börsenstart um etwa 3 Prozent auf 31 Euro steigen.