Aixtron: Vom gefallenen Engel zum Börsenliebling
Cindy Bach in Insider Daily
vom 16. März 2010, 14:30 Uhr
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Aixtron war eines der ersten Unternehmen am Neuen Markt. Die Rheinländer produzieren unter anderem Maschinen, mit den LEDs hergestellt werden können. In der LED-Technik sehen Experten eine Revolution der Beleuchtungstechnik, zeichnen sich die Leuchtdioden doch durch eine lange Lebensdauer und einen besonders geringen Stromverbrauch aus. Der Spezialmaschinenbauer gehörte einst zu den gefragtesten Titeln des Neuen Markts. Dann versank der Anlegerliebling in der Bedeutungslosigkeit. Vom Höchstkurs bei knapp 88 Euro in im Jahr 2000 ging es im Eiltempo in Richtung Süden. Der Boden hielt erst bei 2,00 Euro. Diesen erreichte Aixtron in 2003. Von da an plätscherte der Aktienkurs über sechs Jahre vor sich hin. Bis 2009 die wichtige "Kurs-Schallmauer" von 10 Euro durchbrach.
Nun hat sich die Aixtron-Aktie wieder zu einem Liebling der Anleger gemausert. Die Kursentwicklung seit März vergangenen Jahres erinnert einen doch stark an Neue Markt-Zeiten.
Das Kursplus beläuft sich auf sage und schreibe 622 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten. Doch im Vergleich zu damals basiert diese rasante Klettertour auf operativen Fakten. Mitten in der Krise schafft es der Konzern eines der besten Geschäftsjahre überhaupt hinzulegen. So lautet das Fazit für 2009: "Gewinn verdoppelt, Dividende deutlich angehoben und die Auftragsbücher voll". Hinzu kommt eine solide Bilanz mit 70 Prozent Eigenkapitalanteil und und und. Kein Wunder also, dass die Analystenschar aus dem Schwärmen nicht mehr heraus kommt.
Der Frankfurter Börsenbrief reagierte auf die positiven Zahlen mit einer Erneuerung ihrer Kaufempfehlung. Hier ist zu lesen: "(...) Dass bei dem Hersteller von Maschinen zur Halbleiterproduktion alles rund läuft, war erst vor gut einem Monat bei der Verkündung der Rahmendaten für das vergangene Geschäftsjahr wieder deutlich geworden. Als am Mittwoch dann die endgültigen Zahlen gemeldet wurden, sprang der Aktienkurs aus dem Stand um gut 10 Prozent nach oben, was nicht nur auf das auf 45 Mio. Euro verdoppelte Nettoergebnis, sondern vor allem auch auf den Ausblick zurückzuführen war: Der Umsatz soll auf 600 bis 650 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden, während man eine EBIT-Marge von mindestens 25 Prozent anpeilt. 2009 hatte sie bei bereits beeindruckenden 21 Prozent gelegen. Last, but not least soll die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr von zuvor 9 auf nun 15 Cent angehoben werden. (...)"
Gleich mehrere Banken sind derzeit von dem Maschinenbauer und seinem Zahlenwerk angetan: Die Deutsche Bank hob das Kursziel für Aixtron am vergangenen Freitag auf 36 Euro an. Die Analysten von HSBC erhöhten ihr Kursziel von 28 auf 37 Euro und bekräftigten ihre "overweight"-Bewertung. Die Experten der WestLB stuften das Papier von "add" auf "buy" herauf und hoben ihre Kurserwartung von 25,50 auf 33,40 Euro an. Analyst Klaus Ringel von Cheuvreux hob das Kursziel für Aixtron gar auf 39,00 Euro an.
Es gibt sie also auch nach dem "Neue-Markt-Debakel" noch, diese tollen Börsenstorys voller Euphorie. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass hier das Fundament nicht auf rosa Luftschlössern gebaut ist.
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