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Emerging Markets zur Depot-Absicherung

Ja, Sie haben richtig gelesen. Emerging Markets bieten Ihnen zudem auch eine Chance, Ihr Depot abzusichern. Wie kann das sein, wo doch überall von den hohen Risiken bei Emerging-MarketsAnlagen gewarnt wird? Nun, rollen wir das Feld von hinten auf: Die Risiken sind ohne Zweifel da, und sie sind nicht zu unterschätzen.

Aber weisen wirklich nur die Börsen unterentwickelter Emerging Markets wilde Kursschwankungen auf? Nein, es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass westliche Leitbörsen nicht ähnlich starke Abwärtsphasen wie Emerging Markets besitzen. Schauen Sie sich die Charts der Nasdaq und des DAX an, und Sie sehen, dass auch die als so stabil geltenden westlichen Leitbörsen ebenfalls wilde Berg- und Talfahrten vollziehen.

Leider werden diese Risiken der etablierten Börsen von Anlegern häufig unterschätzt, während die Risiken von Emerging Markets überschätzt werden. Aber genau gegen diese volatilen Kursschwankungen von DAX, Dow Jones und Co. bieten Ihnen ausgerechnet Emerging-Markets-Investments eine hervorragende Absicherung.

Genau solche Börsen finden Sie in den Emerging Markets. Zahlreiche Studien haben in Backtestings, also historischen Vergleichen, eindrucksvoll bewiesen, dass es eine negative Korrelation zwischen den Weltbörsen USA und Europas und einigen Emerging Markets gibt. Sprich: Wenn der Dow Jones und der DAX gefallen sind, stiegen die Börsen einzelner Emerging Markets unbeeindruckt weiter an.

 

3 Gründe, warum Emerging Markets steigen, während die wichtigsten Weltbörsen fallen:

  1. Viele kleinere Emerging Markets sind Binnenmarktorientiert. Diese Länder führen aus Börsensicht ein Eigenleben. Sie entwickeln sich relativ autark zu den westlichen Kapitalmärkten, denn für die Kursentwicklungen dieser Börsen sind primär von inländische Faktoren bzw. eigene Konsumnachfrage entscheidend. Zwei bekannte Länder, deren Wirtschaften nicht exportlastig sind und daher nicht so von einer Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums betroffen wären, sind Indien und Brasilien.
  2. Die meisten Emerging-Markets-Börsen (mit Ausnahme der Technologie lastigen Länder wie Malaysia, Singapur, Südkorea und Taiwan) werden von klassischen Old-Ecomomy-Werten dominiert. New-Economy-Unternehmen, deren hohe Bewertungen in den USA und Deutschland immer zu starken Konsolidierungsphasen führen, spielen an den Börsen der Emerging Markets keine Rolle.
  3. Dies ist ein besonders wichtiger Punkt: Emerging Markets profitieren von dem Rohstoff-Boom. Wenn also die etablierten Industrieländer unter einem hohen Ölpreis und steigenden Ausgaben für Industriemetalle wie Aluminium oder Kupfer ächzen, sprudeln in den Emerging Markets die Gewinne. Der klassische Markt für eine optimale negative Korrelation ist deshalb Russland. Der russische Bär profitiert direkt von einem anziehenden Ölpreis, was sich in steigenden Firmengewinnen niederschlägt. Das treibt wiederum die Börse und den RTS-Index nach oben. Wenn es also am DAX und Dow Jones aufgrund des hohen Ölpreises brennt und die Anleger in Panik verkaufen, dann lässt das den russischen Aktienmarkt völlig kalt. Im Gegenteil, er profitiert ja sogar von einem steigenden Ölpreis.

 

Ein ähnlich spannendes Investment mit einer hohen negativen Korrelation ist Südafrika. Denn wenn die Unsicherheit durch Terroranschläge, politische Krisen und Kriege ansteigt, dann setzen Investoren rund um den Globus auf Gold. Davon profitiert kein Land mehr als Südafrika, das Goldland Nr.1.

Durch ein Investment in ausgesuchten Emerging Markets diversifizieren Sie also Ihr Depot und reduzieren damit das Gesamtrisiko. Denn wer nur auf US-Aktien und deutsche Standardwerte setzt, der tanzt auf einem brodelnden Vulkan ohne Netz und doppelten Boden. Hier sage ich nur die Schlagworte: Verfall des europäischen Stabilitätspakts, deutsche Wirtschaftsflaute, Reformstau und überteuerte Sozialleistungen.

Das deutsche Staatsdefizit ist auch in 2005 schon wieder so hoch, dass unser Land zum 4. Mal in Folge (!) die Stabilitätskriterien des „Maastrichter Vertrages“ (Defizit von 3%) verletzten wird. Und in den kommenden Jahren wird nicht besser. Kein Geringerer als IWF rechnet offiziell damit, dass Deutschland auch im nächsten Jahr mit einem Defizit von -3,4% die Maastricht-Vorgaben nicht erreichen kann.

Auf der anderen Seite des Atlantiks starren Sie dann dem amerikanischen Zwillingsdefizit in die Augen, einer exorbitanten Verschuldung der US-Haushalte und einer zum Bersten gepumpten Immobilienblase. Deshalb wird eine Diversifikation Ihrer Anlagen in den kommenden Jahren absolut unerlässlich sein, wenn Sie an der Börse irgendeine Aussicht auf überdurchschnittliche Erfolge haben wollen. Diese Diversifikation bieten Ihnen Emerging Markets mit ihrer negativen Korrelation zu den etablierten Börsen der Industrienationen.

 

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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