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Alternative zum Euro gesucht? Anlage in norwegischen Kronen!

Wenn Sie ein Land erschaffen würden…

  • dessen meiste Bewohner in Wohlstand leben…
  • welches reiche Ölvorkommen hat…
  • welches aus dem Verkauf des Öls Rücklagen gebildet hat (umgerechnet ca. 100.000 Euro je Staatsbürger)…
  • das eine niedrige Arbeitslosenquote von nur ca. 3,5% hat…
  • sowie Staatsschulden von nur rund 30% des BIP (in Europa hat kaum jemand unter 60% des BIP)…
  • und dieses Land mit ca. 5 Millionen Germanen bevölkern würden…

…dann hätten Sie das gar nicht tun brauchen. Den irgendjemand hat ein solches Land bereits erschaffen. Der Name dieses Landes: NORWEGEN.

Ich finde bei einem Land mit so überzeugenden Fundamentaldaten auch die Währung höchst interessant. Gerade als Anleger aus dem Euro-Raum. Schauen wir (ganz Wilhelm Busch) nach Kennerweise, doch zunächst mal nach dem Preise. Konkret: Dem Chart der Währung, der norwegischen Krone (NOK).

Aussichtsreiche norwegische Krone (Währungspaar EUR/NOK)

Dargestellt ist das Währungspaar EUR/NOK. Das bedeutet, dargestellt ist: Wieviel norwegische Kronen müssen für einen Euro gezahlt werden? Hier müssen Sie umdenken. Ein fallender Chart bedeutet, dass die norwegische Krone stark notiert. Je weniger gezahlt werden müssen für einen Euro, desto stärker die Krone…

Hier der Chart:

Dargestellt ist das Währungspaar Euro in norwegischen Kronen

Quelle: Finanzen100

Für mich nicht überraschend hieß es bis Anfang 2013: Die norwegische Krone wertet gegenüber dem Euro auf. Anfang 2009 mussten rund 9 Kronen für einen Euro gezahlt werden, bis Mitte 2012 fiel der Wert auf 7,4. Die Krone hatte deutlich aufgewertet.

Seit Anfang des Jahres sehen wir nun einen gegenläufigen Trend – der Euro hat sich gegenüber der Krone spürbar erholt. Ist das ein ganz neuer Trend? Wird die norwegische Krone nun weiter stark verlieren?

Möglich. Natürlich möglich.

Aber unwahrscheinlich (finde ich).

Denn weiterhin hat Norwegen exzellente Fundamentaldaten. Was in den letzten Wochen angeführt wurde, als Begründung für eine schwache norwegische Krone, hat mich nicht überzeugt. Das ging da so durch die Medien: Die norwegische Zentralbank habe die Leitzinsen von aktuell 1,5% nicht mehr erhöht.

Ja, und? Es kommt doch auf den direkten Vergleich an beim Währungspaar EUR/NOK. Hat denn die EZB ihre Niedrigzinspolitik aufgehoben? Habe ich jedenfalls nicht mitbekommen.

Dann: In Norwegen sollen es dieses Jahr nur 2% Wirtschaftswachstum werden.

Ja, und? Ein Land mit niedriger Arbeitslosenquote, niedriger Inflation, hohen Rücklagen, Haushaltsüberschuss – was wollen Sie denn mehr? Da sind doch auch 2% Wachstum eine feine Sache. Und auch hier wieder der relative Vergleich zur Eurozone – sieht es da überzeugender aus? Ich zumindest finde das keineswegs.

EUR/NOK: Kurzfristige und mittel-/langfristige Einschätzung unterschiedlich

Mit anderen Worten: Ich sehe den jüngsten Anstieg des Euros gegenüber der norwegischen Krone als schöne Einstiegsmöglichkeit. Das bietet die Möglichkeit, günstig auf die norwegische Krone zu setzen.

Dies sehe ich „strategisch„. Bedeutet: Nichts für kurze Trades. Kurzfristig sieht es charttechnisch auch eher danach aus, als ob der Euro noch etwas Boden gut macht – siehe das ansteigende Dreieck im Chart. Solche Formationen führen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem gewissen Ausbruch nach oben. Das ist durchaus noch drin – kurzfristig.

Mittel- bis langfristig bin ich aus den sehr überzeugenden Fundamentaldaten Norwegens weiterklar bullish für die norwegische Währung.

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Gerd Verzelletti schrieb am 06.10.2013, 20:38 Uhr

    Alternative zum Euro: wenn ich in Aktien investiere, zum Beispiel Nestle, habe ich dann nicht auch gleichzeitig in eine Alternative zum Euro investiert? Eur/SFr.