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Geldanlage: Die Diversifikation in Bitcoins ist sinnvoll- und lukrativ

Kaum ein Investment sorgt für so viel unterschiedliche Reaktionen bei den verschiedensten Experten für Geldanlagen wie die Krypto- oder Computerwährung Bitcoin. Unterm Strich gibt es wohl mehr Vorsicht bzw. Ablehnung für das elektronische Geld als Zustimmung.

Auch die mediale Aufmerksamkeit wird Bitcoins vor allem dann zuteil, wenn es mal wieder um Geldwäsche, Drogenhandel oder andere illegale Aktivitäten geht. Doch wer wirklich meint, Bitcoins ließen sich auf diese negativ besetzten Themen reduzieren, der hat den Anschluss an die aktuelle Entwicklung verloren!

Geld oder Sachwert?

In meinen bisherigen Beiträgen zu Bitcoins bin ich bereits auf die Entstehung und andere Hintergrundaspekte der „neuen Währung“ eingegangen, wobei es sich aus meiner Sicht bei Bitcoins vordergründig nicht um eine Währung sondern eher um einen „Sachwert“ handelt.

Zwar besitzt die Kryptowährung auch alle Eigenschaften, die sie zu „Geld“ machen, allerdings schwankt ihr Wert, gemessen in realen Währungen, extrem stark.  Damit verhält es sich mit Bitcoins ähnlich wie mit Gold, denn wie Bitcoins besitzt Gold Geld-Qualitäten, ist frei von Kreditrechten Dritter („no counterparty risk), nicht beliebig vermehrbar und wird dezentral geschöpft.

Im Gegensatz zu Gold ist es nicht physisch vorhanden. Doch in einer von Elektronik bestimmten Welt ist dies auch gar nicht nötig, denn Bitcoins können zum Beispiel von zwei oder mehr Personen einfach über Smartphone auf Knopfdruck übereignet werden, stellen somit eine Bezahlmöglichkeit dar.

Haltung von Notenbanken und Regierungen zu Bitcoins nicht eindeutig

Noch immer betrachten vor allem Regierungen und Notenbanken in unfreien oder devisenbewirtschafteten Staaten Bitcoins mit Argwohn, untergräbt das „Cybermoney“ doch ihren Gewalt- und Kontrollanspruch. So hatten sich beispielsweise die chinesische Regierung und mit ihr einige chinesische Internet-Unternehmen vor einem Dreivierteljahr zuerst sehr positiv gegenüber Bezahlvorgängen im Internet mit Bitcoins gezeigt. Doch dann stellte man fest, dass dadurch die absolute Geldkontrolle gefährdet sein könnte. Folglich unterband man die Verwendung wieder.

Von einem „Verbot“ will aber die chinesische Notenbank auch nicht sprechen, wie sie vor wenigen Tagen ganz offiziell verlauten ließ. In den westlichen Staaten reagieren Regierungen und Notenbanken deutlich offener in Sachen Kryptowährung als dies zuvor von vielen vermutet wurde.

So zeigten sich sowohl die Federal Reserve Bank als auch die Deutsche Bundesbank relativ angetan vom Konzept der Bitcoins und den mit dieser Währung verbundenen Möglichkeiten. Auch die Regierungen in Washington oder Berlin denken zum jetzigen Zeitpunkt nicht über eine Einschränkung der Verwendung nach – und in Bern soll die Schweizer Regierung bzw. die Finanzaufsicht sogar ein Gesetz- bzw. Regulierungswerk für Bitcoins umsetzen, ginge es nach dem Willen einiger Politiker.

Gold fließt nach Osten, Bitcoins in den Westen

Auf einer Podiumsdiskussion mit den gerade bei Gold-Fans bekannten James Turk (Goldmoney.com) überraschte der Gold-Bug vor einigen Wochen nicht nur eingefleischte Gold-Liebhaber als auch er die Vorzüge von Bitcoins gegenüber den realen FIAT-Währungen lobte und der Krypto-Währung offen Anerkennung zollte.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch auf mehrere Entwicklungen eingegangen, die den Grund dafür liefern könnten, warum gerade die USA inklusive Geld- und Realpolitik vermutlich die Verwendung von Bitcoins eher fördern als behindern dürften.

Nach jetzigem Erkenntnisstand befinden sich nämlich rund 50 % der aktuell rund 18 Mio. verfügbaren Bitcoins in den USA bzw. im Gewahrsam von US-Bürgern, zumeist im Silicon Valley ansässig. Bei einem aktuellen Wert von etwa 600 USD je Bitcoin ergibt sich daraus eine Summe von knapp 5,5 Mrd. US-Dollar. Das ist noch nicht sonderlich viel, aber die Tendenz ist deutlich steigend.

Während die Goldbestände dieser Welt langsam in Richtung Asien abfließen, baut der Westen seine Vorherrschaft bei Bitcoins aus. Natürlich wäre es falsch zum jetzigen Zeitpunkt ernsthaft der Krypto-Währung eine ähnliche Reserve-Funktion wie Gold zuzuschreiben, doch was nicht ist, das kann, zumindest ansatzweise, noch werden.

Silicon Valley arbeitet an einer Vielzahl neuer Anwendungen für Bitcoins

Aktuell werden Milliardenbeträge in die Entwicklung neuer Funktionalitäten der Bitcoins investiert.  Über Zahluns- und Abrechnungssysteme, kontolosen preiswerten Überweisungen, Realtime-Austauschkursen für  den Bezahlvorgang in der Realwirtschaft, Sicherheitssystemen für die absolut zuverlässige Aufbewahrung der Computer-Währung bis hin zu speziellen Anwendungen wie Börsengängen gegen Bitcoin ist derzeit alles in der „Mache“ was das Herz von High-Tech-Fans begehrt.

Immer mehr Banken interessieren sich für Kryptowährungen

Doch es sind nicht nur „Freaks“, die sich verstärkt für Bitcoins interessieren , immer mehr Geschäftsbanken informieren sich seit kurzem für das Geschäft mit dem „alternativen Geld“. Und auch die US-Regierung nennt inzwischen einen schönen Vorrat an Bitcoins ihr Eigen. Diese stammen aus der Zerschlagung der illegalen Internet-Plattform „Silk Road“, über die vor allem Drogen umgeschlagen wurden.

Aktuell verkauft die US-Regierung 30.000 Bitcoins in einer Auktion an die Meistbietenden. Mit vertreten unter den Bietern sind übrigens mehrere Hedge-Fonds-Manager und Banker, wie aus einer versehentlich zugänglichen und im Internet veröffentlichen Liste hervorgeht. Nach inoffiziellen Angaben wird Washington nach dem Verkauf mindestens weitere 150.000 Bitcoin besitzen, Verwendungszweck offen.

Diversifizieren Sie kleine Vermögensanteile auch in Bitcoins

Mir ist durchaus bewusst, dass vermutlich die absolute Mehrzahl der Leser dieses Beitrages nicht im Traum daran denken werden wenigsten einen Teil ihres Vermögens auch in Bitcoins vorzuhalten. Das ist schade – und dürfte eine veritable Performance kosten.

Als ich meinen ersten Beitrag über die Computerwährung vor etwa anderthalb Jahren verfasste, kostete ein Bitcoin etwa 30 EUR, jetzt sind es etwa 440 EUR, in der Spitze wurde etwa 800 EUR bezahlt. Ich gehe davon aus, dass sich Bitcoins und auch andere „Alt-Währungen“ („alt“ steht hier für „alternativ“) in den kommenden Jahren immer stärker verbreiten werden, wobei Bitcoins die wichtigste Krypto-Währung bleiben werden.

Da sich die Anzahl der „Münzen“ (engl „coin“ = Geldstück“) in den kommenden Jahren nur marginal vergrößern wird, die Anwendungen und Bezahlmöglichkeiten aber deutlich ausweiten werden, gehe ich von unverändert deutlich steigenden Bitcoin-Preisen in USD oder EUR aus.

Eine Diversifizierung in Bitcoins kommt daher einer Investition gleich, die permanent variable  Werte in den realen Währungen aufweisen wird. Preise von über 1.000 USD oder auch EUR pro Bitcoin in den kommenden zwei bis drei Jahren wären für mich überhaupt keine Überraschungen, sondern nur logische Konsequenz aus einer Vielzahl aus Einflussfaktoren.

Steuervorteile in Deutschland bei Bitcoin-Anlagen

Am Ende noch eine weitere Analogie im Vergleich von Bitcoins und physischem Gold. Für beide gilt die Steuerbefreiung auf Kapitalerträge, wenn Sie Bitcoins oder Gold länger als ein Jahr vorhalten und dann verkaufen. In der jüngeren Vergangenheit hätte Ihnen das enorme steuerfreie Gewinne beschert, bis 2011 bei Goldmünzen oder Barren und beispielsweise ab 2011 mit Bitcoins.

Auch dieses Detail gilt es bei einer Geldanlage zu beachten. Daher mein Rat: Beweisen Sie Mut und machen Sie sich in Sachen Bitcoins schlau, denn noch steht der Siegeszug der „Computerwährung(en)“ ganz am Anfang.

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Über den Autor Martin Stephan

Martin Stephan startete vor 25 Jahren seine Börsenkarriere. Er war unter anderem für die Kursmaklerkammer an der Berliner Wertpapierbörse tätig.

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