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Wirtschaftstheorien Teil 11: Anglo-amerikanische Schule

Fahren wir mit unserer Wirtschaftstheorien-Reihe fort. In den letzten Beiträgen hatten wir mit den Neoklassikern begonnen und uns, dank Carl Menger, dem Begründer der österreichischen Grenznutzenschule, mit eben dieser ausführlicher beschäftigt.

Mengers Hauptwerk, „Die Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“ erschien 1871, im gleichen Jahr tat sich ein weiterer Wirtschaftswissenschaftler mit seiner eigenen Theorie vom Grenznutzen hervor: der Engländer William Stanley Jevons.

Offensichtlich war sich Jevons nicht bewusst, dass Menger ein Buch veröffentlicht hatte, in dem er seine Theorie vom Grenznutzen darlegte. Vom Vordenker Gossen, soll Jevons später erfahren haben.

William Stanley Jevons und „Theory of political economy“ (1871)

Jevons veröffentlichte 1871 sein Hauptwerk. Hierbei kennzeichnete er die Prinzipien eines abnehmenden Grenznutzens und zeigte auf, wie die Entscheidungen eines Individuums vom Marginalprinzip gelenkt werden. Das läuft ähnlich ab, wie bei Gossen. (Sie erinnern sich an die Beispiel-Tabellen zum Grenznutzen in Abhängigkeit vom Preis, die ich im Laufe der Reihe zum Gossenschen Gesetz vorgestellt hatte. Wenn nicht, hier können Sie das Ganze nachlesen)

So entdeckte Jevons, ebenso wie Menger und Walras einige Jahre nach Gossen eine Lösung des Wertparadoxons, die sich nicht wesentlich von der Gossens unterschied.

Dennoch läuteten diese 3 Wissenschaftler (Menger, Jevons und Walras) die marginalistische Revolution ein und machten das Grenznutzenprinzip zum Grundprinzip der modernen Ökonomie.

Jevons gilt als Begründer der anglo-amerikanischen (neben der österreichischen und Lausanner) Grenznutzenschule.

Doch, das Grenznutzenprinzip war nicht die einzige Entdeckung oder bahnbrechende Theorie, die Jevons veröffentlichte.

Besonders bedeutsam sind das Jevons‘ Paradoxon und Jevons Gesetz von der Unterschiedslosigkeit der Preise (law of indifference), mit denen ich mich im nächsten Beitrag der Reihe gesondert beschäftigen möchte.

Weit weniger bekannt ist , dass Jevons auf dem Gebiet der Logik, so einige bahnbrechende Veröffentlichungen vorzuweisen hat.

Jevons und das logische Piano

1863 veröffentlichte Jevons seine „Pure Logic“, wo er die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Logik von George Boole weiter entwickelte.

Grafik: Hände heben den Trend

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1869 stelle Jevons als Ergebnis seiner Arbeiten die erste logische Maschine, das (nach seinem Aussehen) logische Piano vor. Hierbei handelte es sich um die erste Maschine die logische Aufgaben behandeln und lösen konnte.

Das funktioniert nach dem Prinzip: „Alle Menschen atmen!“, „Sokrates ist ein Mensch“, daraus folgt „Sokrates atmet!“ oder „Gras ist grün!“, wenn für den Begriff Gras A steht und für den Begriff grün B, dann folgt A gleich B. Für die Verneinung des Begriffs nutzt Jevons Kleinbuchstaben. Also Nichtgras wäre a und nichtgrün b. Das logische Piano würde automatisch die Kombination Ab also „Gras ist nichtgrün“ ausschließen.

Im Grunde haben wir es mit einer antiken Form eines Computers zu tun. Auch wenn das logische Piano nicht viel mit unserer Wirtschaftstheorien-Reihe zu tun hat.

Diese werden wir mit Jevons bekannteren Theorien, dem Law of indifference und dem Jevons Paradoxon weiterführen, um auf Leon Walras zu sprechen zu kommen.

Ich freue mich, wenn wir uns zum nächsten Teil der Wirtschaftstheorienreihe wiederlesen: Jevon’s Paradoxon.

 


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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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