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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 25.09.-02.10.2017: Leere Drohungen unterstützen Ölpreise

Die Ölpreise erhielten im Verlauf der vergangenen Woche immer wieder Unterstützung durch kurzfristige Angebotssorgen, gaben aber im Wochenvergleich ab aufgrund von Gewinnmitnahmen. WTI hielt sich dabei etwas fester als Brent dank der unterstützenden Lagerbestandsdaten aus den USA. Brent hatte am vergangenen Dienstag ein 2-Jahres-Hoch erreicht, schloss die Woche aber 3 US-Dollar tiefer.

Unterstützung erhielten die Ölpreise durch die Drohung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, man werde die Öllieferungen aus der kurdischen Autonomieprovinz im Nordirak an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan unterbinden. Am vergangenen Montag hatten sich 90% der Kurden im Nordirak für einen unabhängigen Staat ausgesprochen.

Dies wird aber weder von Bagdad noch von den Nachbarländern Iran und Türkei anerkannt, da diese selbst kurdische Minderheiten haben und eine ähnliche Abspaltung befürchten. Bislang gab es zwar keine Unterbrechung der Öllieferungen in der Türkei, da das Land zum einen die Einnahmen aus Transit und Handel mit dem Erdöl dringend benötigt, zum anderen selbst auf Ölimporte angewiesen ist. Sollte aber ein solcher Stopp tatsächlich seitens der Türkei umgesetzt werden, würden dem Markt damit 500.000 Barrel Rohöl pro Tag weniger zur Verfügung stehen.

Zur Mitte der Woche erhielt WTI zusätzliche Unterstützung durch einen überraschenden Rückgang der US-Rohölvorräte. Wie das US-Energieministerium berichtete sind die Bestände um 1,8 Millionen Barrel gesunken. Grund dafür ist die um 1 Million Barrel pro Tag höhere Rohölverarbeitung, da die Raffinerien an der US-Golfküste nach den Hurrikans nun ihre Produktion wieder hochfahren.

Aktuell handelt Brent zur Lieferung im Dezember bei 56,53 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 51,73 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in der letzten Woche in USD/Barrel

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die kurzfristigen Angebotssorgen dürften die Ölpreise zunächst nach unten abstützen. Vergessen darf man allerdings nicht, dass der aktuelle Preisabschlag für WTI auch ausländische Käufer anzieht und die US-Rohölexporte inzwischen auf ein Rekordniveau bei 1,5 Millionen Barrel pro Tag getrieben hat. Dadurch sind die Netto-Importe deutlich zurückgegangen.

Dies bedeutet einen extrem starken Anreiz für die US-Ölproduzenten ihre Produktion weiter auszuweiten. Schon jetzt steigt die US-Rohölproduktion wieder von Woche zu Woche an und liegt bei 9,55 Millionen Barrel pro Tag nur noch knapp unter dem Hoch von 2015.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis gab in der vergangenen Woche erneut nach. Hauptgrund war ein festerer US-Dollar. Dieser erhielt zum einen Unterstützung durch die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember. Zum anderen wirkten auch die von US-Präsident Trump vorgelegten Pläne zur Steuerreform unterstützend. Diese sollen Entlastungen bei der Einkommenssteuer zwischen 3 und 7 Billionen US-Dollar in den kommenden 10 Jahren einbringen. Die Hoffnung der US-Regierung ist, dass sich daraus ein höheres Wirtschaftswachstum ergibt.

Auch an den Konflikt mit Nordkorea scheinen sich die Marktteilnehmer immer mehr zu gewöhnen. Ohne dass neue heftige Drohungen auftreten sind die Marktteilnehmer nicht mehr bereit noch höhere Risikoprämien einzupreisen.

Gold handelt aktuell bei 1.279,40 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es könnte sich herausstellen, dass die Marktteilnehmer hier zu selbstgefällig vorgehen und das Risiko eines Krieges ungenügend einpreisen. Auch der aktuell festere US-Dollar könnte sich nur als temporär stärker erweisen. Die Gefahren sollten jedenfalls nicht unterschätzt werden, was im Moment aber der Fall zu sein scheint. Dies birgt das Potenzial für überraschende Preissprünge im Goldpreis.

Industriemetalle: Zink

Die Industriemetalle bewegten sich in der vergangenen Woche eher entlang der Ölpreise. Unterstützend wirkten auch eine leichte Aufwärtsrevision für das US-BIP im 2.Quartal, sowie die jüngsten Einfuhrdaten der chinesischen Zollbehörden.

Laut Daten des chinesischen Zolls hat China im August mit 65.600 Tonnen rund 160% mehr Zinkraffinade eingeführt als im Vorjahr. Auch die Zinkerz-Importe stiegen im August um 145% gegenüber August 2016 auf 226.800 Tonnen.

Inzwischen gibt es im Markt verstärkt Sorgen über eine Knappheit im Zinkmarkt. Dies zeigt eine starke Backwardation in der Zink-Terminkurve, besonders in den nächsten Liefermonaten.

Zink handelt aktuell bei 1,45 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Zinkpreise dürften weiterhin Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Arabica Kaffee

Der Preis pro Pfund Arabica Kaffee gab auch in der vergangenen Woche weiter ab, nachdem die Internationale Kaffeeorganisation ICO aufgrund der Rekordernten in Brasilien und Kolumbien für das zu Ende gehende Erntejahr 2016/17 eine neue globale Rekordernte erwartet. Aufgrund des hohen Verbrauchs ergibt sich allerdings auch in 2016/17 das dritte Jahr in Folge ein Defizit von 1,2 Millionen Sack. In den vorherigen Erntejahren lag das Defizit bei 3,9 und 3 Millionen Sack.

Nun dürfte sich der Markt aber zunehmend auf das kommende Erntejahr konzentrieren. Vieles spricht dafür, dass auch 2017/18 ein weiteres Defizitjahr werden wird aufgrund der rückläufigen Produktion in Brasilien. Dies lässt sich bereits relativ gut einschätzen, da die letzte gerade beendete Ernte in Brasilien bereits zum im Oktober beginnenden Erntejahr 2017/18 zählt.

Zwar liegen hier die Schätzungen in konkreten Zahlen noch weit auseinander, aber es wird berichtet, dass die Bohnen aufgrund der langen Trockenheit kleiner als gewöhnlich geblieben sind. Zudem wurde in einigen Regionen von Käferbefall berichtet. Daher geht die brasilianische Prognosebehörde Conab von einer Arabica-Produktion in Höhe von 34,1 Millionen Sack aus – ein Minus von 21% gegenüber dem Vorjahr.

Arabica-Kaffee zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 1,28 US-Dollar pro Pfund an der ICE.

Arabica-Kaffeepreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Natürlich bleibt die tatsächliche Entwicklung der Ernte 2017/18 abzuwarten, doch die Chancen für ein weiteres großes Defizit steigen. Dies sollte den Kaffeepreisen mittelfristig Unterstützung bieten.

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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