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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 23.07.-30.07.2018: Goldpreis: Trendwende überfällig

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Grund dafür sind die vielfältigen Angebotsrisiken.

Zum einen unterstützt das verbale Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise. Drohungen von Blockaden der iranischen Ölexporte auf der einen Seite bis zu Blockaden der Straße von Hormus auf der anderen Seite bilden eine Unterstützungszone für die Ölpreise.

Hinzu kamen Streiks in der Nordsee und ein unerwartet starker Lagerabbau in den USA. Dort berichtete das US-Energieministerium einen Rückgang der Rohölvorräte um 6,1 Millionen Barrel. Hauptverantwortlich war allerdings ein Rückgang der Netto-Importe um 2,5 Millionen Barrel pro Tag, der je zur Hälfte auf niedrigere Importe und höhere Exporte zurückzuführen war.

Überdies hat Saudi-Arabien seine Öllieferungen durch das Rote Meer vorübergehend ausgesetzt. Der Grund dafür waren Angriffe von Huthi-Rebellen auf zwei saudi-arabische Öltanker. Über die Route durch das Rote Meer werden täglich ca. 4,8 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte transportiert. Das entspricht etwa 10% des seewärtigen Ölhandels.

Brent zur Lieferung im Oktober handelt aktuell bei 74,92 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Oktober notiert aktuell bei 68,00 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise dürften angesichts der bestehenden Angebotsrisiken weiterhin unterstützt bleiben.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis handelt weiter seitwärts im Bereich zwischen 1.220 US-Dollar und 1.230 US-Dollar pro Feinunze.

Weiterhin bleibt der Goldpreis in enger Negativ-Korrelation zum US-Dollar. Zeigt dieser zwischenzeitliche Schwäche – wenn US-Präsident Trump wieder einmal versucht die US-Währung schwach zu reden – dann steigt zwischenzeitlich der Goldpreis und umgekehrt zeigt der US-Dollar Stärke – bei guten BIP-Wachstumszahlen in den USA – dann sinkt der Goldpreis.

Insgesamt aber sind es derzeit auch wieder starke spekulative Kräfte die den Goldpreis gedämpft halten. So haben die Spekulanten in der Woche bis zum 17.Juli nach letzten Daten ihre Netto-Short-Position massiv ausgeweitet. Diese liegt nun nahe dem Rekordhoch von Ende 2015.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass China im 1. Halbjahr 2018 mit 541,2 Tonnen Gold wieder mehr Gold nachgefragt hat als in der Vorjahresperiode.

Gold handelt aktuell bei 1.223,20 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Eine derart pessimistische Tendenz der Spekulanten am Goldmarkt war in der Vergangenheit immer ein Indiz für eine baldige Trendwende. Angesichts der vielfältigen Unterstützungsfaktoren wie der vielen geopolitischen Risiken ist solch eine Trendwende längst überfällig.

Industriemetalle: Kupfer

Der Kupferpreis konnte in der vergangenen Woche wieder zulegen. Grund dafür sind die Tarifverhandlungen in der „Escondida“-Kupfermine.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende dieses Monats aus. Nun hatte der Minenbetreiber der Gewerkschaft ein neues Angebot unterbreitet. Dieses wurde abgelehnt. Aktuell findet nun eine Abstimmung der Arbeiter darüber statt, ob diese erneut in den Streik treten werden.

Sollte ab Mitte August erneut gestreikt werden, könnte der globale Kupfermarkt, in ein Defizit rutschen. Laut Angaben der International Copper Study Group soll der Kupfermarkt in den ersten 4 Monaten dieses Jahres im Überschuss gewesen sein. Ein Angebotsdefizit erwartet die International Copper Study Group eigentlich erst für das nächste Jahr wieder.

Kupfer handelt aktuell bei 2,84 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

 

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Sollte in der „Escondida“-Mine erneut gestreikt werden – wie schon im vergangenen Jahr – dürfte dies dem Kupferpreis deutlichen Auftrieb verleihen.

Agrarrohstoffe: Chicago-Weizen

Hitze und Trockenheit machen derzeit nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Feldfrüchten. Der Weizenpreis in Chicago ist in der letzten Woche auf ein 2-Monats-Hoch gestiegen.

Wie Consultancy Strategie Grains berichtet, das Analysehaus seine Erwartungen für die Weichweizenernte der Europäischen Union erneut nach unten revidiert. Mittlerweile liegen die Prognosen bei unter 130 Millionen Tonnen, was der niedrigsten Weichweizenernte der EU seit 2012 entspräche.

Daneben meldete Russland, der weltweit größte Weizenexporteur, einen Rückgang der Weizenerträge auf ein 3-Jahres-Tief.

Und auch aus den USA gibt es Meldungen über rückläufige Ertragsaussichten für Hartweizen in Nord und Süd Dakota.

Chicago-Weizen zur Lieferung im September handelt aktuell bei 5,30 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

Chicago-Weizen in USD/Scheffel in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Weizen dürfte vorerst gut unterstützt bleiben.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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