Meta vs. Apple: Zeigt sich gerade eine langfristige Trendumkehr?

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Ging es um die Entscheidung zwischen Aktien von Apple und Aktien von Meta, vormals Facebook, war die Entscheidung von Anlegern lange Zeit klar: Über Jahre hinweg steigerte Apple seinen Börsenwert in astronomische Sphären, war als erstes Unternehmen der Welt 1 Billion Dollar schwer und konnte sich auf die zahlungskräftige Stammkundschaft verlassen, die auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Markteinführung noch immer Schlange stehen, wenn ein neues iPhone auf den Markt kommt.

Meta Aktie mit bemerkenswertem Dauerlauf

Meta dagegen, der Dachkonzern, der neben Facebook unter anderem auch Instagram und Whatsapp beheimatet, war aus Anlegersicht lange eher ein Problemfall. Schon der Börsengang geriet zu einem veritablen Flop. Es dauerte lange, bis sich der Kurs danach über sein Ausgabeniveau hieven konnte. Immer wieder kam es danach zu teils deftigen Kurskorrekturen, die Auslöser waren vielfältig: Neue Konkurrenten wie TikTok, die gerade die jüngere Zielgruppe vom überalternden Facebook weglocken, geringere Werbeeinnahmen, datenschutzrechtliche Kritik, politische Regulierungen und die nach wie vor kostenfreie Nutzung der Dienste für die User haben Investoren ein ums andere Mal am nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg von Meta zweifeln lassen. Die hohen Investitionen in die virtuelle Parallelwelt „Metaverse“, das sich jenseits eingefleischten Fachpublikums kaum jemand so recht vorstellen kann, stoßen ebenfalls immer wieder auf Vorbehalte.

Klare Sache, könnte man nun also meinen – als Anleger wird man eher bei Apple zuschlagen und einen Bogen machen um die Meta Aktie. Doch ganz so einfach ist es nicht, und gerade im Auftaktquartal des laufenden Jahres wird das umso deutlicher. Seit Beginn des Jahres hat sich die Apple Aktie um mehr als 7 Prozent verbilligt. Im gleichen Zeitraum stieg die Meta Aktie um fast 50 Prozent.

Meta glänzt, Apple schwächelt

Überzeugen konnte die Facebook-Mutter vor allem mit ihren Geschäftszahlen. Die fielen deutlich stärker aus als erwartet und sorgten für reichlich Aufwind. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern seine Marktanteile im Geschäft mit Onlinewerbung in diesem Jahr noch einmal kräftig ausbauen kann. Langfristig trauen sie Meta außerdem zu, einer der wichtigsten Player im neuen Markt rund um Künstliche Intelligenz zu werden.

Der iPhone-Hersteller hingegen hatte zuletzt mit rückläufigen Absatzzahlen zu kämpfen. Vor allem in Asien greifen die Kunden zunehmend zu Produkten heimischer Anbieter. So konnte Huawei zu Beginn des Jahres seine Marktanteile in der Region steigern, während Apples iPhone-Verkäufe einbrachen.

Wer setzt sich mit seiner VR-Brille durch?

Direkte Konkurrenten sind Apple und Meta zudem mit Blick auf die Virtual-Reality-Brillen, die beide Unternehmen auf den Markt bringen. Nach jahrelanger Entwicklung wird es das Meta-Produkt für einen Bruchteil des Apple-Modells geben. Inwieweit das hochpreisige High-End-Produkt mit Alleinstellungsmerkmalen und Zusatzfeatures attraktiver sein wird, bleibt abzuwarten. Facebook-Gründer und Meta-Chef Mark Zuckerberg hat in einem persönlichen Produkttest kürzlich eine klare Meinung abgegeben, und – wenig überraschend – das eigene Modell als das bessere angepriesen. Bemerkenswerterweise ging er damit nicht nur auf das für viele Kunden wohl entscheidende Preis-Leistungs-Verhältnis ein, sondern empfand offenbar durchaus Qualitätsunterschiede zugunsten des günstigeren Modells.

Wie die Kunden ihre Kaufentscheidung hinsichtlich der VR-Brillen treffen, werden die künftigen Geschäftszahlen offenbaren. Anleger jedenfalls haben zurzeit eine ganz deutliche Tendenz – und die geht zu Meta und auf Abstand zu Apple.