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Silber-Münzbarren: wie lange noch eine Alternative?

Was ist ein Münzbarren? Bei Münzbarren handelt es sich im Grunde um Silber in Barrenform, welches allerdings eine offiziell ausgegebene Münze ist. Begonnen hat das Ganze mit den Cook Islands Münzbarren.

Hierbei handelt es sich um einen Silberbarren. Doch eigentlich ist das eine Silber-Münze. Denn, der Cook Islands Münzbarren trägt nicht nur das Konterfei der Queen, sondern auch einen Nennwert in Cook Island Dollar.

Das bedeutet nichts anderes, als dass es sich hierbei tatsächlich und ernsthaft um eine echte Münze mit Nennwert handelt, die auf den Cook Inseln offizielles Zahlungsmittel ist.

Warum gibt es diesen Münzbarren?

Dafür gibt es eigentlich nur einen Grund: als offizielle Münze wird der Cook Islands Münzbarren in Deutschland bislang nur mit 7 % Mehrwertsteuer belegt. Er eignet sich somit für jeden, der gerne einen Silberbarren sammeln möchte, aber nicht bereit ist dafür gleich 19% Mehrwertsteuer zu blechen.

Wer hat’s erfunden?

Nein, nicht die Schweizer, sondern diesmal und logischerweise ein Deutscher. (Klar, denn schließlich macht der Münzbarren vor allem für die ansonsten mit 19% Steuer auf einen Silberbarren geschlagenen Deutschen Sinn.) Der Barren (äh, ich meine natürlich die Münze) wird mittlerweile in einer deutschen Scheideanstalt hergestellt, unter dem hoheitsrechtlichen Banner der (wie der Name schon sagt) Cook Inseln.

Cook Islands Münzbarren – die steuerliche Alternative

Der Cook Islands Münzbarren wurde also im Grunde schon als steuerliche Alternative erfunden. Bislang…denn – erinnern Sie sich an die Ausgabe vom 05.Dezember – die Gefahr ist groß, dass wir uns ab 2014 damit abfinden müssen, dass dann auch Silber-Anlagemünzen mit 19 % Mehrwertsteuer belegt werden.

Macht dann so ein Münzbarren überhaupt noch Sinn?

Schwindet dann auch die Nachfrage nach Cook Islands Münzbarren? Im Grunde muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie er/sie am liebsten in Silber anlegt. Aber der Cook Islands Münzbarren ist hier schon etwas Spezielles.

Zum einen handelt es sich beim Cook Islands Münzbarren um eine Agenturausgabe. Das sind Münzen, die nicht in ihrem eigentlichen Ausgabeland geprägt werden. Stattdessen hat das betreffende Land die hoheitlichen Rechte zur Prägung an einen privaten Hersteller verkauft. Im Falle des Cook Islands Münzbarren haben die Cook Inseln die Prägerechte an die deutsche Münzhandlung Göbel verkauft, welche die Rohlingsbarren von der bekannten deutschen Scheideanstalt Heimerle + Meule herstellen lässt.

Wenn Sie sich noch an die Ausgabe vom 05.Dezember erinnern mögen: da hatte ich vehement von Agenturausgaben abgeraten, da diese viel zu oft zu überhöhten Preisen angeboten werden und sich nur selten ein echtes Sammlerinteresse einstellt.

Etwas anderes ist das beim Cook Islands Münzbarren. Der ist nämlich, obwohl er nur eine Agenturausgabe ist, in Deutschland inzwischen sehr beliebt. So beliebt sogar, dass der Münzbarren zum Teil durchaus mit gewissen Aufschlägen gegenüber vergleichbaren Anlagemünzen in derselben Gewichtsklasse gehandelt wird. (das war vor 2-3 Jahren noch nicht so).

Mit anderen Worten: auch wenn ich in der Regel wenig bis gar nichts von Agenturausgaben halte, hat der Cook Islands Münzbarren schon etwas besonders Kurioses und deshalb Interessantes an sich. Natürlich wird er niemals ein China-Panda mit echtem Sammler- und Seltenheitswert werden (allein schon deshalb, weil er, theoretisch unlimitiert geprägt wird) aber in Deutschland ist er mittlerweile mit Sicherheit in gewisser Weise etabliert und wird wohl kaum vollkommen an Attraktivität verlieren, wenn der Mehrwertsteuer-Satz steigt.

Dennoch, er ist und bleibt eine Agenturausgabe und Sie müssen sich klar machen, dass das in der Regel auch Nachteile mit sich bringt: Agenturausgaben werden zum Beispiel seltenst bis gar nicht von Banken angenommen. Natürlich ist das kein Beinbruch, denn so lange es ebay gibt, können Sie den Münzbarren ja privat wieder verkaufen. Aber es gibt natürlich einfach keine Garantie dafür, dass der Münzbarren auch beliebt bleibt, wenn der Mehrwertsteuersatz steigt.

Fazit

Ich wage zu behaupten, dass der Cook Islands Münzbarren derzeit wohl die in Deutschland beliebteste Agenturausgabe ist. So beliebt, dass der eigentliche Vorteil des Münzbarrens, der Kostenvorteil, inzwischen offenbar nicht mehr an allervorderster Front steht. Inzwischen bezahlen viele Anleger zumindest genauso viel für einen Cook Islands Münzbarren, wie für eine vergleichbare Anlagemünze.

Aber, niemand kann in die Zukunft blicken und deshalb gibt es auch keine Garantie dafür, dass das auch später so bleiben wird. Vielleicht ist es nicht einmal eine Mehrwertsteueranhebung, welche der Beliebtheit einen Abbruch tut, vielleicht ist es einfach irgendwann nachlassendes Interesse, vielleicht aber bleibt der Münzbarren auch eine in Deutschland etablierte und beliebte Anlageform.

Ich besitze selbst ein solches Exemplar, denn ich finde den Cook Islands Münzbarren auch sehr hübsch. Dennoch würde ich Ihnen nicht empfehlen ihre komplette physische Silber-Anlage nur auf diesen Münzbarren zu setzen. Als ledigliche Agenturausgabe wird er den weltweit anerkannten Anlage-Münzen (wie diejenigen, die ich Ihnen schon in der Ausgabe vom 07.Dezember vorgestellt hatte und diejenigen, die ich Ihnen noch vorstellen werde) immer in gewisser Weise hinterher hinken.

Also, wenn Sie sich noch vor der Mehrwertsteueranhebung ein paar Exemplare mit 7 % Steuer zulegen wollen spricht sicher nichts dagegen. Doch das absolute Zauberwort heißt auch hier Diversifikation. Wer sich vor der Mehrwertsteueranhebung noch Silbermünzen zu 7 % zulegen will, der sollte nämlich generell nicht nur bei einer Münze bleiben.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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