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Edelmetalle-Jahresausblick 2018: Silber hat Nachholpotenzial

In 2017 war der große Gewinner unter den Edelmetallen das Palladium. In 2018 hat vor allem Silber Nachholpotenzial.

Silber hat Nachholpotenzial

Werfen wir zunächst noch einmal einen kurzen Blick zurück auf das Jahr 2017. Hier sehen Sie, dass sich der Silberpreis weniger dynamisch entwickelt hat als der Goldpreis, was eher ungewöhnlich ist:

Quelle: stockcharts.com

Der Grund dafür, die schwache Nachfrage nach physischem Silber seitens der Investoren in Form von Münzen und Barren (allein die Nachfrage nach Silbermünzen ist in 2017 um 50% eingebrochen), ist vor allem auf die USA konzentriert. Dort haben der steigende Aktienmarkt und der Hype um die Kryptowährungen dem Silbermarkt Kapital entzogen.

Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass sich diese Entwicklung in 2018 wiederholen wird. Längst sind nicht nur US-Aktien, sondern auch Anleihen extrem teuer und die Kryptowährungen beginnen bereits Luft abzulassen. Entsprechend dürfte, schon allein aufgrund des wachsenden Korrekturrisikos für die Aktienmärkte und Kryptowährungen, wieder verstärkt Geld in die Edelmetallmärkte zur Absicherung fließen. Davon sollte dann vor allem der Silbermarkt profitieren, denn Silber ist inzwischen im Vergleich zu Gold überaus günstig.

Silber im Vergleich zu Gold unterbewertet

Quelle: stockcharts.com

Hier sehen Sie (rote Linie) die Gold:Silber-Ratio über die vergangenen 27 Jahre. Das Verhältnis liegt inzwischen bei 76,37 (man benötigt also für den Kauf einer Unze Gold mehr als 76 Unzen Silber) und damit bereits im extremen Bereich. Soll heißen: Immer wenn der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis so günstig ist, hat der Silberpreis deutliches Nachholpotenzial (wie Sie auch an der Entwicklung des Silberpreises [schwarze Linie] erkennen können).

Silber in 2018: kleines Defizit zu erwarten

Neben der zu erwartenden steigenden Münzen- und Barrennachfrage in 2018, dürfte auch die Nachfrage seitens der Industrie weiter steigen. Diese verbraucht rund 60% des weltweiten Silberangebots und dürfte entlang einer wachsenden Weltwirtschaft auch den Silberverbrauch steigern. Vor allem die Nachfrage seitens der Solarindustrie, die im vergangenen Jahr bereits 92 Millionen Unzen verbraucht hat, dürfte auch in 2018 deutlich weiter zunehmen. Insbesondere in China.

Auch die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie sollte in 2018 weiter steigen. Das Silver Institute prognostiziert hier das Wachstum auf 4% in 2018, nach +1% in 2017. Grund ist die wachsende Weltwirtschaft, gekoppelt mit der Tatsache, dass Silber als farbneutrales Edelmetall vor allem von den jüngeren Generationen als modisches Accessoire bevorzugt wird.

Auch die Nachfrage seitens der ETFs dürfte in 2018 weiter zunehmen, mit der steigenden Nachfrage seitens der Investoren. Das Silver Institute erwartet ein Plus von 3% in 2018 nachdem die weltweiten ETF-Bestände bereits im vergangenen Jahr 2017 ein Rekordvolumen von 670 Millionen Unzen erreicht hatten.

Weltweite Silber-ETF-Bestände auf Rekordniveau

Quelle: Silver Institute.org; GFMS, Thomson Reuters

Globales Minenangebot sinkt

Auf der Angebotsseite sehen wir in den letzten Jahren den Trend des sinkenden Primärangebots. Vor allem die Produktion in Südafrika nimmt beständig ab. Nach einem Rückgang um 1% in 2016, erwartet das Silver Institute für 2017 einen Rückgang um weitere 2%. Eine Entwicklung die sich auch in 2018 fortsetzen dürfte.

Zwar könnte es eine leichte Erholung des Angebots aus der Industriemetallproduktion geben, wo Silber als Nebenprodukt der Kupfer-, Zink-, und Blei-Produktion anfällt, deren Preise im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sind. Allerdings dürfte dies kaum ausreichen, um die steigende Nachfrage zu sättigen, zumal das Angebot an Altsilber bestenfalls stagnieren dürfte.

Fazit: Silber hat Aufholpotenzial

Alles in allem dürfte der Silbermarkt in 2018 leicht ins Defizit geraten, was zu einem willkommenen Abbau der Lagerbestände führt die im vergangenen Jahr aufgrund der schwachen Münzennachfrage um 9% gestiegen sind. Zudem hat Silber generell Nachholpotenzial im Vergleich zum Goldpreis. Angesichts der zu erwartenden steigenden Nachfrage nach Absicherungselementen, dürfte Silber deshalb wieder verstärkt nachgefragt werden und seine typischerweise stärkere Dynamik im Vergleich zum Goldpreis wieder aufnehmen.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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