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Erdöl: der Jahresrückblick 2017

Ein durchaus starkes Öljahr 2017 liegt hinter uns. Der Brent-Ölpreis beendete das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 17,69% und der WTI-Ölpreis erreichte immerhin noch ein Plus von 12,47%. Das sind die Gründe dafür.

Ölpreisstärke erst ab Mitte 2017

Die Erdölpreise sind im letzten Jahr 2017 gestiegen. Doch dies war beileibe kein stabiler und stetiger Preisaufschwung. Tatsächlich verbilligte sich Öl in der ersten Jahreshälfte 2017 zunächst deutlich und verlor bis zur Jahresmitte fast 20%. Erst ab Ende Juni begann dann eine deutliche Erholung, wobei Brent vom Tief bei 45 US-Dollar pro Barrel um über 40% auf ein 2,5-Jahreshoch zulegte.

Ölpreisentwicklung in 2017

Ölpreisentwicklung

Quelle: stockcharts.com

Brent hat fast um 18% zugelegt und WTI um über 12%. Ein starkes Jahr 2017 für die Ölpreise.

5 Gründe für den Erdöl-Preisanstieg in 2017

  1. Die Produktionskürzungen der OPEC und ihrer Verbündeten führten zu einem Abbau der OECD-Lagerbestände.
  2. Geopolitische Risiken haben zur Einpreisung einer Risikoprämie geführt.
  3. Die positive Entwicklung der Weltwirtschaft hat die Nachfrage vor allem in der zweiten Jahreshälfte angekurbelt.
  4. Die Abwertung des US-Dollar unterstützte die Ölpreise.
  5. Die Spekulanten haben vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit einem höheren Risikoappetit agiert und sind im Brentöl rekordhohe Netto-Long-Positionen eingegangen.

Die OPEC hat es im letzten Jahr tatsächlich geschafft die Lagerbestände zu reduzieren. Allerdings wurde dieses Ziel nur gut zur Hälfte erreicht.

Die geopolitischen Risiken mögen im vergangenen Jahr zwar zugenommen haben, allerdings hat dies dem Risikoappetit der Spekulanten an den Märkten keinen Abbruch getan. Es scheint wohl mit der Zeit einen gewissen Gewöhnungseffekt zu geben.

Grafische Darstellung der Ölpreisentwicklung

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Laut Prognosen ist die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr um 3,6% gewachsen – damit hätte das weltweite BIP-Wachstum deutlich an Fahrt aufgenommen gegenüber den Vorjahren. Ausschlaggebend dafür dürfte vor allem ein stabiles chinesisches Wachstum sein, was ein wichtiger Grund für die steigende Ölnachfrage war und ist.

Nicht zuletzt kommt aber auch dem schwachen US-Dollar eine nicht unwesentliche Bedeutung zu als Grund für den Anstieg der Ölpreise im vergangenen Jahr. So zeigt sich dass der Ölpreisanstieg in Euro gerechnet deutlich geringer ausfällt.

Brentöl in Euro nur knapp im Plus in 2017

Ölpreisentwicklung 2017

Quelle: stockcharts.com

Zum Vergleich: Der US-Dollar gab 2017 um 10,23% nach, während der Euro um 14,07% zulegen konnte. Das schlägt sich auch im Ölpreis nieder: der Ölpreisanstieg in Euro fällt mit 3,17% in 2017 deutlich geringer aus, als in USD.

Während Brentöl in US-Dollar im letzten Jahr um fast 18% zugelegt hat, ist der Preis pro Barrel Brent in Euro gerechnet aber nur um etwas über 3% gestiegen. Ein Gutteil der starken Performance der Ölpreise im letzten Jahr ist also auch und insbesondere der schwachen Dollar-Entwicklung geschuldet.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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