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Die Geschichte des Erdöls

Ab heute möchte ich Ihnen noch einmal eine interessante und neu-überarbeitete Daily-Reihe vorstellen. Diese trägt den Titel: Investieren in Öl“.

Das Erdöl ist neben dem Gold der wohl wichtigste und meist genannte Rohstoff in den Medien, insbesondere natürlich in den Finanzmedien. Nicht nur, dass Erdöl in unserer modernen Gesellschaft der Rohstoff ist der eben jene buchstäblich in Bewegung hält, Erdöl ist grundlegend der wichtigste Energierohstoff der Welt.

Auch deshalb gehört der Ölpreis in unserer Gesellschaft zu den Schlüsselfaktoren der Weltwirtschaft. Kein Wunder, dass die Ölpreiskurve bisweilen wie die Chronologie der Weltpolitik anmutet. Denn der Ölpreis reflektiert nicht nur das tatsächliche Angebots-und Nachfrageverhältnis, sondern auch politisch und wirtschaftlich heiße Phasen, Krisen und natürlich auch die Förderpolitik der Produzenten.

Die Geschichte des Erdöls

Die Geschichte des Rohstoffs Erdöl beginnt nachweislich schon einige Tausend Jahre vor Christus. Bereits im alten Mesopotamien wurde Erdöl als Bitumen genutzt. Hierfür diente an die Oberfläche quellendes Erdöl, welches bei Kontakt mit Sauerstoff eine zähe, klebrige Struktur ausbildete. Dieses Bitumen wurde durch Vermischung mit anderen Naturprodukten als Abdichtungsmaterial im Schiffsbau genutzt.

Die alten Babylonier revolutionierten die Verwendung von Erdöl, indem sie seine Eigenschaft als Mittel für Beleuchtungszwecke erkannten. Sie gaben dem Erdöl den Namen Naphta (von nabatu-leuchten). Ebenfalls nutzten sie Bitumen zur Asphaltierung wichtiger Zufahrtsstraßen.

Die Römer entdeckten schließlich in Ägypten das Steinöl (oleum petrae“). Aus diesem Ursprung stammt unser heutiges Wort Petroleum. Man vermutet, dass die Römische Armee Erdöl bereits als Schmierstoff für Achsen und Wagen nutzte.

Die Byzantiner nutzten Erdöl nachweislich zur Verwendung als Kriegswaffe, dem so genannten griechischen Feuer“, einer Art frühem Flammenwerfer.

Die Revolution des Erdöls im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert begann im Zuge der Industrialisierung und Modernisierung die gezielte Ausbeutung von Erdöllagerstätten. Ursprünglich suchte man nach einem Brennstoff für Lampen. Bis dahin wurden hauptsächlich Walöl und Talgkerzen als Licht spendende Rohstoffe genutzt. Doch die Preise für Walöl waren seit den 1840er Jahren regelrecht explodiert, aufgrund der nahezu Ausrottung der Pottwale und bei Talgkerzen hatte man mit unangenehmen olfaktorischen Nebenwirkungen zu kämpfen. Also besann man sich auf das alte Steinöl, welches bis dahin ein eher unwillkommenes Nebenprodukt bei der Bohrung nach Salzlagerstätten gewesen war.

1855 entdeckte der amerikanische Chemiker Benjamin Silliman, dass aus Erdöl durch Destillation Petroleum (als Lampenöl), Benzin (damals hatte man noch keine Verwendung dafür), Paraffin (für Kerzen), Schmierstoffe, Benzol (als Lösungsmittel) und Teer hergestellt werden konnten.

1854 fand in Polen die erste Ölförderung im Untertagebau statt.

1856 wurden in Schleswig-Holstein/Norddeutschland die ersten gezielten Bohrungen nach Erdöl durchgeführt.

1858 verdrängte das von Samuel Kier in seiner Salzmine geförderte und zu Lampenöl destillierte Rohöl die anderen Lampenöle in New York vom Markt. Damit war der erste Durchbruch des Erdöls gelungen. Schnell stieg auch die Beliebtheit des Erdöls als Schmierstoff für Maschinen. Vor allem die Textilindustrie nutzte bevorzugt den aus Erdöl hergestellten Schmierstoff. Der Preis stieg schließlich von ursprünglich 75 US-Cent auf 2 US-Dollar pro Gallone an.

Die Revolution in der Erdölförderung und damit die Entstehung der Erdölindustrie wird aber auf den 27. August 1859 datiert.

Damals entdeckte Colonel Edwin L. Drake in Pennsylvania/USA, im Zuge der geplanten Ölbohrungen im Auftrag der Seneca Oil Company das bis dahin größte Erdölvorkommen in 21 Meter Tiefe im Oil Creek. Hier entstand auch die erste Erdölraffinerie im Zuge dieses Projekts.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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