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Diese 4 Alternativen können das Erdöl verdrängen

Obwohl der Erdöl-Preis im vergangenen Jahr deutlich rückläufig war, ist eines sicher: Die weltweiten Erdölreserven sind begrenzt, irgendwann wird der für das weltweite Wirtschafsleben so wichtige Rohstoff zu Neige gehen.

Rund 90% unserer Alltagsgüter werden heute aus Erdöl hergestellt. Darum suchen Forscher weltweit nach Alternativen zum „Schwarzen Gold“. Diese Alternativen könnten das Erdöl eines Tages verdrängen:

1. Alternative zum Erdöl: Elektro statt Benzin

Seit über 100 Jahren dominiert der Verbrennungsmotor auf den Straßen und somit auch das Benzin bzw. Diesel als Treibstoff. Doch damit könnte bald Schluss sein, denn viele Firmen wie Tesla Motors, Volkswagen, Daimler und BMW entwickeln inzwischen alternative Antriebssysteme und damit auch Alternativen zum Erdöl.

Große Chancen werden dabei dem Elektroantrieb eingeräumt. Die Reichweiten der Elektroautos infolge besserer Akkus steigen, der dafür benötigte Strom kommt zusehends aus Solar- und Windanlagen, die ebenfalls immer effektiver werden.

2. Holzpellets, Solarthermie und Wärmepumpen statt Erdöl

Wurden in der Vergangenheit hauptsächlich Ölheizungen beim Neubau installiert, geht der Trend beim Heizen inzwischen zu Holzpellets und Wärmepumpen. Der Grund: Holzpellets sind gerade im Vergleich zu Erdöl und Erdgas die ressourcenschonendere Heizvariante.

Denn Holzpellets sind ein nachwachsender Rohstoff und diese fallen de facto als Nebenprodukt eines Sägewerks an. Dadurch müssen in der Regel keine gesunden Bäume gefällt werden. Zwar sind die Preise für Holzpellets in den letzten Jahren etwas gestiegen, doch der Vorteil des stetig nachwachsenden Rohstoffs bleibt: Mit Holzpellets lässt sich günstig und CO2-neutral heizen.

In modernen Häusern ist oft eine Fußbodenheizung vorhanden, dadurch bietet sich eine Luft-Wärmepumpe an, welche die Öl-Heizung komplett ersetzen kann.

Ergänzend kommt häufig eine Solarthermie-Anlage zum Einsatz, welche die Ölheizung zumindest im Sommer praktisch ersetzen kann. Studien zeigen: Im Kosten-Vergleich liegen Wärmepumpen und Pelletsheizungen in Kombination mit Solarthermie am Ende vorne.

3. Lävulinsäure als Erdölersatz in der Industrie

Schon seit Jahren arbeiten Forscher daran, Erdöl eines Tages synthetisch herzustellen. Mit Lävulinsäure könnte ein Grundrohstoff zur Verfügung stehen, der eines Tages zur Alternative zum Erdöl avancieren könnte.

Lävulinsäure fällt als Nebenprodukt in der Zuckerindustrie an. Inzwischen versuchen erste Firmen wie die GFBiochemicals Lävulinsäure in Massen herzustellen. Ob die Massenherstellung zu vernünftigen Kosten gelingt, wird die Zukunft zeigen. Lävulinsäure hat jedenfalls nach Expertenansicht gute Chancen als Erdölersatz zu dienen.

4. Kunststoffe aus Milch machen Erdöl überflüssig

Auch in der industriellen Fertigung ist Erdöl kaum wegzudenken. Insbesondere Kunststoffe wurden in der Vergangenheit hauptsächlich aus Erdöl hergestellt. Die in Hannover ansässige QMilk setzt dagegen auf Milch als Alternative zum Erdöl.

In einer speziellen Maschine entstehen aus dem in Milch enthaltenen Casein Textilfasern, zudem wird auch Kunststoffgranulat aus Casein hergestellt.

Milch ist natürlich, preiswert und fällt in großen Mengen an. Allein in Deutschland werden jährlich 2 Mio. Tonnen Milch wegen zu hoher Keimzahlen (saure Milch) einfach weggekippt – diese Milch könnte für die Kunststoffproduktion zur Verfügung stehen, glauben Marktbeobachter.

Fazit: Erdöl als Energieträger und Produktionsmittel auf dem absteigenden Ast

Biologische Prozesse, nachwachsende Rohstoffe und regenerative Energien (Solar- und Windkraft) gewinnen zunehmend als Alternativen zum Erdöl an Bedeutung.

Bis 2030 dürften erneuerbare Energieträger und biologische Herstellungsverfahren das Erdöl sowohl als Energieträger als auch als Rohstoff in der Industrie zurückgedrängt haben.

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Über den Autor Alexander Mittermeier

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